Haareschneiden

Kleinen Kindern die Haare zu schneiden ist oft ein eher unerquickliches Unterfangen. Sogar wenn sie im Prinzip guten Willens sind, schaffen sie es doch meistens nicht, so lange stillzuhalten, dass man auch nur einen Schnitt sicher anbringen kann. Gemäß Murphys Gesetz wackeln sie oft gerade dann, wenn die Schere zuklappt. Man versucht hinterher natürlich, zu retten was zu retten ist. Weil das Kind beim Nachschneiden aber auch nicht stiller sitzt als vorher, schneidet man dabei dann mehr und mehr ab. Das läuft ähnlich wie in der Geschichte, wo der Affe als Schiedsrichter die gerechte Teilung der Wurst überwacht. Das Ergebnis sind zackige und gelegentlich abenteuerlich zerklüftete Frisuren, die fast immer kürzer ausfallen als geplant. Zur Abhilfe würde ich Den Rest des Beitrags lesen »


Klarheit in Wort und Bild

Bei uns um die Ecke wird derzeit die Straße aufgerissen, weil ein paar Versorgungsleitungen ausgetauscht werden sollen. Ich komme dort täglich vorbei und habe deshalb reichlich Gelegenheit, mir die verschiedenen Baumaschinen auf der Baustelle anzusehen. Auf einem der Bagger sind mir jetzt diese beiden Piktogramme aufgefallen:

Das erste ist wohl eine Warnung. Wovor? Hm, man soll aufpassen, dass man Den Rest des Beitrags lesen »


Se perfekt Smile

Kürzlich auf einem Fußballplatz gesehen – Dr. Weh wirbt auf der Bande:

Da hat sicher der Praktikant bei der Werbeagentur gepatzt, oder das Wörterbuch war unabkömmlich. Dabei hätte man mit einer simplen, eigentlich rein kosmetischen Rechtschreibprüfung und anschließender Textpflege das perfekte Lächeln hingekriegt…


Sonnensystem 2.0

Beim Gutenachtsagen denken meine ältere Tochter und ich uns gelegentlich Quatschgeschichten aus. Oder eher, ich denke sie mir aus und wir spinnen sie dann zusammen weiter.

Neulich habe ich ihr erklärt, wie es kommt, dass die Erde um die Sonne kreist. Früher war die Erde ja bekanntlich eine Scheibe und stellte den Mittelpunkt der Welt dar. Ziemlich dick war sie, es ist jedenfalls nicht bekannt, dass sich jemals jemand bis ganz unten durchgegraben hätte und dann in den Weltenraum gefallen wäre. Oben drüber lag wie eine umgedrehte Schüssel das Firmament, dunkel angestrichen. Sonne, Mond und Sterne waren Laternen oder so. Vermutlich – das ist nicht mehr mit Sicherheit feststellbar - hingen sie an Schienen oder gespannten Drähten unter dem Firmament und wurden von Bühnenarbeitern nach genau ausgeklügelten Plänen von Ost nach West über das Firmament gezogen. Die Theorie, dass es sich stattdessen um von außen beleuchtete Löcher im Firmament gehandelt haben könnte, darf als Ammenmärchen abgetan werden.

Das ganze war ein Provisorium, schnell zusammengeschustert und nicht Den Rest des Beitrags lesen »


Fein dosiert

Ein Laden in der Nachbarschaft hat im Fenster einen Zettel mit dem folgenden Text hängen:

Lehnen Sie Ihr Fahrrad
bitte
nicht an die Scheibe!!

Das ist korrekt formuliert, liest sich flüssig, und man versteht sofort, was gemeint ist. (Das ist beleibe nicht selbstverständlich, man kann auch kurze Texte ziemlich schwammig oder praktisch unverständlich formulieren. Ich finde jedenfalls fast immer was zu meckern.)

Interessant finde ich die beiden Ausrufungszeichen am Ende. Man hat nicht die für solche Zettel fast schon als Standard zu betrachtenden drei Ausrufungszeichen gesetzt. Mit einem einzelnen Ausrufungszeichen glaubte man offensichtlich aber auch nicht auskommen zu können. Vielleicht war der Frust über gedankenlose Fahrräderanlehner schon zu groß. Wahrscheinlich haben da ständig welche die Fenster mit ihren Rädern zugestellt, und bestimmt waren das nicht einmal Kunden! Da wollte man wohl auf das sich nähernde Ende des Geduldsfadens hinweisen. Dazu passt auch, dass das bitte eine eigene Zeile spendiert bekommen hat und deshalb besonders ins Auge fällt. Das verleiht der höflichen Formulierung eine gewisse Eindringlichkeit.

Statt unfreundlich zu werden, zu drohen oder sich der bei solchen Gelegenheiten auch recht beliebten BRÜLLSCHREIBUNG zu b e d i e n e n !!! hat man die Botschaft höflich formuliert und mit geschickt gesetzten Zeilenumbrüchen und zwei fein dosierten Ausrufungszeichen angemessen zum Ausdruck gebracht. Irgendwie nett.


Kein Gedicht

Günter Grass wollte zur (von ihm empfundenen) Bedrohung des Weltfriedens durch die Atommacht Israel nicht länger schweigen. Deshalb hat er sich heute mit dem Prosagedicht “Was gesagt werden muss” zu Wort gemeldet.

Ich setze mich hier bewusst nicht mit dem Inhalt von Grass’ Text auseinander. Das haben andere schon hinlänglich getan (etwa hier oder hier). Das Thema ist anderswo auch schon mit mehr Sachverstand behandelt worden. Das macht Grass’ Auseinandersetzung mit dem Thema natürlich nicht gleich überflüssig, aber mir ist es hier nicht um eine politische Diskussion zu tun. Die findet sowieso schon an tausend Stellen statt, da muss ich dieselbe Baustelle nicht auch nochmal aufmachen. Ich will hier ausschließlich über die Form mäkeln.

Der Mann hat also ein Prosagedicht geschrieben. Prosagedicht? Ist das nicht ein Oxymoron? Den Rest des Beitrags lesen »


Garantiert kernlos

Gestern im Gemüseladen. Auf der Theke steht ein Karton mit getrockneten Feigen oder Aprikosen oder so. Auf der Seite ist das Markenlogo und darunter der folgende Text:

Metal Detected

Sollte das wirklich Metall entdeckt heißen sollen? Vielleicht findet der Hersteller es natürlich gut, dass da Metall entdeckt wurde. Dann hätte ich allerdings eine andere Formulierung erwartet, entweder eine nüchterne Mitteilung wie Enthält Metall, oder aber mehr Tamtam, um die erfreuliche Tatsache gebührend herauszustellen, vielleicht Den Rest des Beitrags lesen »


Wenn Du kucken willst…

Gestern habe ich auf den Bildschirmen, die neuerdings überall  im Bahnhof hängen, einen Spot für Voltaren Schmerzgel gesehen. Das Werk kann man sich auch hier direkt beim Hersteller anschauen. Die Geschichte ist denkbar einfach: Anzugträger begegnet auf der Rolltreppe eleganter, lächelnder Frau. Will sich im Vorbeifahren nach ihr umsehen, kann aber nicht – Nackenschmerzen. Frau schaut pikiert. Sonore Stimme aus dem Off intoniert: Wenn Du kucken willst, aber nicht kannst – Voltaren Schmerzgel wirkt effektiv innerhalb einer Stunde. (…) Dann geht derselbe Anzugträger auf dieselbe Rolltreppe zu und begegnet dort einer anderen eleganten, lächelnden Frau. Jetzt kann er sich schmerzfrei nach ihr umdrehen und ihr ganz ungeniert hinterherstrahlen.

So gehört das auch! Wo kämen wir denn hin, wenn Männer nicht Frauen hinterherstarren könnten? Die ganzen hübsch verpackten Kurven müssen doch Den Rest des Beitrags lesen »


Kurz gefasst

Vor ein paar Jahren hat David Friedman auf Ironic Sans einen speziellen Thesaurus vorgestellt: Thrs liefert zu jeder Eingabe nur diejenigen Synonyme, die kürzer sind als das Suchwort. Das ist – so Friedman – für Twitterer interessant, die sich ja wegen der Beschränkung auf 140 Zeichen pro Tweet immer möglichst kurz fassen müssen.

Ich selbst stehe Twitter mit einer gewissen Verständnislosigkeit gegenüber und sehe bisher nicht, wie ich den Dienst sinnvoll nutzen kann, oder warum ich das wollen sollte. Nun habe ich mir zwar für gnadlib auch einen Twitter-Account angelegt, aber eigentlich nur, weil WordPress die automatische Vertwitterung von Blogbeiträgen anbietet und ich dachte, dass ich das mal ausprobieren sollte. Gibt mir aber immer noch nichts – ich bin praktisch nie auf Twitter und folge dort auch niemandem. Es ist mir nämlich zu doof, ständig von allen möglichen Leuten mehr oder minder banale Tweets reinzukriegen, die mich ja doch nur von irgendwas Wichtigem ablenken – unsereins rettet mehrmals am Tag die Welt und muss sich da voll drauf konzentrieren. Etwaige Nachrichten vom Weltgeschehen muss ich auch nicht unbedingt sekundenaktuell haben. Das hat fast immer Zeit, bis die Nachrichtenportale sich zu Wort melden oder es am nächsten Morgen in der Zeitung steht. Und als Feedreader ist Twitter sicher auch eigentlich nicht gedacht; was auf den Blogs passiert, die ich so lese, verfolge ich ohnehin, ähm, sagen wir, manuell. Den Rest des Beitrags lesen »


Die Ausschaltmaschine

Heute ist mir hier eine herrlich sinnlose Maschine begegnet. Sinnlose Maschinen finde ich gut, gelegentlich baue ich selber welche. Es ist heutzutage alles viel zu durchgeplant und zweckoptimiert. Früher war alles besser, da gab es eher noch Spielraum für alles mögliche. Das ist natürlich nostalgisch verklärter Unsinn. Den Leuten von ein- oder zweihundert Jahren wurde genauso wenig geschenkt wie uns heute, meistens eher deutlich weniger. Trotzdem, Verspieltheit hat viel zu wenig Platz im Leben und sollte mehr gefördert werden. Sinnlose Maschinen können dazu einen Beitrag leisten, und mit Lego oder fischertechnik geht das ganz hervorragend. Andrew Kay hat aus Lego eine mechanische Version dieses Apparats konstruiert, für die es glücklicherweise auch eine Bauanleitung gibt. Wer es solider mag, kann bei der Frivolous Engineering Company eine ähnliche Maschine als Bausatz kaufen.

Jetzt wäre dieser Beitrag eigentlich schon fast zuende, wenn ich auf Youtube nicht auf diese  Den Rest des Beitrags lesen »


Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.