Deko

In letzter Zeit habe ich mir immer häufiger die Frage gestellt, ob Straßenbahnfahrpläne nicht eher Deko als Information sind. Ähnliches gilt für die elektronischen Anzeigetafeln an den Haltestellen, wo die Zeit bis zur nächsten Abfahrt angezeigt wird, angeblich in Echtzeit. In Wirklichkeit ist die dort mitgeteilte Information häufig ziemlich ungenau und wackelig. (Dass diese eigentlich dynamischen Tafeln manchmal aus verschiedenen Gründen vorübergehend nur starr die Fahrplandaten anzeigen, denen der tatsächliche Fahrbetrieb dann nicht immer so ganz genau folgt, fällt zwar dann auf, hat aber seine Gründe und wird hier nur der Vollständigkeit halber erwähnt.)

Aber jetzt zum eigentlichen Elend. Typisches Beispiel an einer Haltestelle, von der ich öfters abfahre. Laut Fahrplan fahren die Bahnen „meiner“ Linie wochentagsüber um xx:02, xx:12, xx:22 usw. Ich komme um 15:10 an die Haltestelle. Laut Anzeigetafel geht die nächste Tram in 5 Minuten. Das passt schonmal nicht zum Fahrplan.

Um 15:13 steht da immer noch 5 Minuten. Dann Den Rest des Beitrags lesen »


Scherenschnitt (2)

Blick auf ein halb offenes Drahttor. Silhouetten von Büschen und Bäumen zeichnen sich scharf gegen den blassblauen Himmel ab.

Solchen Gegenlichtmotiven kann ich nicht widerstehen. Wenn man genauer hinschaut, sieht es so aus. Hinter mir Den Rest des Beitrags lesen »


Barrierefreiheit

Vor einer Weile habe ich auf Twitter eine „Diskussion“ zum Thema Barrierefreiheit gelesen: Strohhalme, Rollstühle u.a. Da ging es anfangs um das Strohhalmverbot der EU, dann um verschiedene Aspekte der Barrierefreiheit für Leute mit verschiedenen Einschränkungen. Ausgangspunkt waren unsachliche und reichlich überhebliche Äußerungen von Leuten, die selbst nicht auf besondere Maßnahmen zur Barrierefreiheit angewiesen sind, um sich im öffentlichen Raum ungehindert bewegen zu können.

Es lohnt sich, den von mir kommentierten Tweet von Butterblumenland anzuklicken und bis ganz nach oben zu scrollen, um den ganzen Tweetwechsel zu lesen. Leider sind viele (der unmöglichen) Tweets mittlerweile gelöscht, und ich habe es versäumt, beizeiten Screenshots zu machen. Trotzdem bleibt ein bedrückender Einblick in die Gedankenwelt von Leuten, für die Barrierefreiheit nur nerviger Schnickschnack zu sein scheint und die offensichtlich glauben, dass sich manche Leute damit nur interessant machen wollen. Wegen der hartnäckigen Unbelehrbarkeit dieser Leute und ihrer Weigerung, auf Argumente einzugehen oder auch nur zuzugestehen, dass andere Leute auf Maßnahmen zur Barrierefreiheit angewiesen sind, habe ich das Wort Diskussion oben übrigens in Anführungszeichen gesetzt.

Dass Barrierefreiheit mehr ist als Rollstuhltauglichkeit, war mir im Prinzip schon klar. Es gibt viele verschiedene Behinderungen, die ganz unterschiedliche Maßnahmen nötig machen, um am öffentlichen Leben teilhaben zu können.

Möglicherweise schadet den einen auch, was für die anderen wichtig ist. Umfassende Barrierefreiheit ist deshalb vermutlich nicht machbar. Ich vermute, dass viele Betroffene sich schon mit kleinen Annäherungen arrangieren, weil es das Ideal sowieso nirgends gibt – der eine besucht Läden, wo es eher nicht so laut ist, wo keine Werbung über die Lautsprecher kommt, wo keine Blinklampen nerven usw. Andere suchen sich extra hell erleuchtete Läden. Manche brauchen übersichtliche Grundrisse, andere breite Gänge und niedrige Regale.

Vor diesem Hintergrund würde ich Den Rest des Beitrags lesen »


Dämmerung (2)

Blick über ein Hafenbecken, dunkler Himmel. dunkles Wasser; verschiedenfarbige Lichter spiegeln sich im Wasser; die Aufnahme ist absichtlich unscharf, Details sind nicht zu erkennen

Nochmal Dämmerung, diesmal ohne Dornen. Am rechten Bildrand schließt sich die Antithese von neulich an. Gleicher Effekt wie hier, aber diesmal Den Rest des Beitrags lesen »


Dornendämmerung

Hinter dem Haus haben wir ein Stück Rasen. Naja, eine etwas huckelige Wiese mit viel Gras und wenig Blumen, einem Obstbaum mittendrauf und etwas Gemüse und Geblüme an den Mauern entlang. Kein preisverdächtig schöner Garten, aber doch ganz nett.

Seit der bisher zuständige Nachbar das Rasenmähen aus Altersgründen abgegeben hat, ist der Rasen mein Job. (Ich will das nach und nach noch mehr in Richtung Blumenwiese ummodeln und nur noch zwei- oder dreimal im Jahr mähen. Das hat viele Vor- und wenige Nachteile und gefällt zum Glück auch den Nachbarn im Haus.)

Auf diesem Stück Wiese jedenfalls steht seit Jahrzehnten ein Gestänge zum Aufhängen von Wäscheleinen, zwei senkrechte Stangen, gut drei Meter auseinander, oben verbunden durch eine Querstange. Das Gestell (und völlig überwachsene Pendant querab an der Gartenmauer) hat aber seit vermutlich fast ebensovielen Jahrzehnten niemand benutzt, es rottet still vor sich hin. Die dunkelgrüne Farbe blättert ab und wirft Blasen, und mittlerweile sieht das nicht mehr wirklich schön aus.

Da kam dann die Idee auf, ob man an das hässliche Gestänge nicht einfach eine Kletterrose pflanzen könnte. Die würde Den Rest des Beitrags lesen »


Steigleitung

Löschwassereinspeisung an einem Bürogebäude; neben den beiden Anschlüssen für Feuerwehrschläuche ein kleiner Wasserhahn wie man ihn für Gartenschläuche nimmt.

Es wäre sicher elegant, den Wasserhahn mit einem Stück Gartenschlauch direkt an das Entwässerungsröhrchen unten anzuschließen. Allerdings bräuchte es im Brandfall wohl deutlich zu lange, die Steigleitung mit dem Wasserhähnchen zu füllen. Da müsste der Hausmeister dann Den Rest des Beitrags lesen »


Antithese Reloaded

Blick über ein Hafenbecken auf ein Kraftwerk mit dampfendem Schornstein, mit vielen Lampen in der Abenddämmerung

Ein spontaner Besuch einer alten Wirkungsstätte hat diese Aufnahmen erbracht. Die idyllische Treppe von damals ist mittlerweile allerdings so überwachsen, dass man sie kaum findet. Eine Wiederholung der Serie ging deshalb nicht. Außerdem war es auch viel zu trüb.

Eigentlich hatte ich die folgende, dunklere Aufnahme vor, aber wie oben in „Echtlicht“ Den Rest des Beitrags lesen »


Auf dem Deich

Auf dem Deich unter dramatisch wolkigem Himmel stehende Sitzbank zeichnet sich gegen helles Stück Himmel ab

Ich mag ja diese Art dramatischer Himmel, obwohl Den Rest des Beitrags lesen »


Stiefelgeografisches

Meine Tochter neulich beim Blick auf die Weltkarte: Wieso wird eigentlich Italien „Stiefel“ genannt? Neuseeland sieht doch viel mehr wie ein Stiefel aus?!

Und so ganz unrecht hat sie da auch nicht:

Umrisse von Italien (ohne Sizilien und Sardinien) und Neuseeland (ohne Stewart Island) nebeneinander, nicht nach Norden ausgerichtet, um die stiefelähnliche Form beider Länder zu vergleichen

(Ich habe die Umrisse der beiden Länder im Interesse der Anschaulichkeit so gedreht, dass beide Sohlen auf demselben imaginierten Boden stehen; in echt ist Italien nämlich deutlich nach links gekippt, und Neuseelands Sohle zeigt eigentlich ungefähr nach Nordost, aber von Italien aus gesehen auf der Rückseite des Planeten. Komplizierte sphärische Geometrie wäre hier nicht zielführend, also weg damit und schön Den Rest des Beitrags lesen »


Und dann war da noch… (39)

… die alte Dame in Kittelschürze, mit Einkaufsroller.

Sie steht auf dem Bürgersteig vor einem schmalen Grünstreifen an einer Mauer, wo mehrere Rosenstöcke wachsen. Als ich vorbeikomme, hat sie gerade einen Zweig mit einer verblühten Blüte abgeschnitten und klemmt sich den Stengel unter ein Befestigungsgummi auf ihrem Einkaufsroller.

Sie sieht mich und erklärt: „Das ist schon mein dritter Versuch. Ich will die nachzüchten, aber bisher sind die immer eingegangen. Diese Rose ist nämlich besonders. Das ist eine alte Sorte, die gibt’s gar nicht mehr zu kaufen. Die hier [weist auf die Rose daneben, vollere Blüten mit kräftigerer Farbe] sind neugezüchtet, die brauche ich nicht. Aber die hier [wieder ihre alte Sorte]…“

Es folgt ein mehrminütiger Monolog über diese schöne alte Rosensorte, die verschiedenen Rosensorten, die Schwierigkeiten beim Ablegerziehen, usw.