Fassade

Fensterfront eines Bürogebäudes, steil nach oben fotografiert. Fenster an Fenster, unter den Fensterreihen jeweils eine schwarze Glasverkleidung. Der Himmel spiegelt sich grünblau in den Fenstern.

Immer wieder schön, solche gleichförmigen Fassaden. Hier in Duschgelblau, unten Den Rest des Beitrags lesen »

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Lücken

Ich finde es irritierend, wenn ich Wörter nicht kenne. Nicht irgendwelche ausgefallenen Sonderlocken, sondern eher normale Wörter, Alltagskram. Klar kann man nicht alle Wörter einer Sprache kennen, nicht einmal der eigenen Muttersprache, sogar abseits von Fachsprachlichem. Aber trotzdem, es wurmt.

Hier das, ahem, Tagebuch einer lexikalischen Irritation, mit nützlichen Anmerkungen versehen:

Gestern: Vorhin habe ich mir den Finger an dem Ding verletzt, das Türen zuhält. Aber wie heißt das? Die Klinke ist es nicht, das ist ja der Griff, mit dem man die Tür öffnet oder schließt. Es ist dieser an einer Seite angeschrägte Riegel, der die Tür zuhält und der im Türblatt verschwindet, wenn man die Klinke herunterdrückt oder die Tür zufallen lässt. Wie heißt das blöde Ding? Ich weiß es nicht. Ich weiß nicht einmal, ob ich es eigentlich weiß und nur grad nicht auf das Wort komme, oder ob ich das Wort jemals gewusst habe.

Morgen werde ich Den Rest des Beitrags lesen »


Trocken

Auffallend trockenes, rissiges Stück Asphalt am Rand einer regenfeuchten Straße ist ein

Es hatte morgens etwas geregnet und die Straße war gleichmäßig feucht. Nicht nass, keine Pfützen oder so, einfach feucht. Nur diese rissigen Stellen nicht.

Warum das so ist? Weiß ich nicht – dass überschüssiges Wasser durch die Risse abgelaufen ist und diese Stellen darum schneller trocknen, glaube ich nicht, denn dafür hatte es nicht genug geregnet. Außerdem hätte ich dann erwartet, dass Den Rest des Beitrags lesen »


Perspektive

Aus einzelnen Elementen zusammengesetzte, etwas angerostete Stahlschlange.

Je nach Blickwinkel wirkt das ganz unterschiedlich. Hier haben wir erstmal eine Art Stahlschlange in einer unklaren Umgebung. Anders betrachtet Den Rest des Beitrags lesen »


Und dann war da noch… (37)

… die Kaffeebude. Einzige Bezugsmöglichkeit für Kaffee in weitem Umkreis. Der Espresso: Verbrannt, bitter, ohne Körper, keinerlei erkennbares Kaffeearoma. Optisch wie schwarze Tinte mit einem Schuss Motoröl. Geschmacklich ungefähr wie Salmiakpastillen in Flugzeugbenzin aufgelöst. Schauderhafter Stoff, aber immerhin war Koffein drin.

(Aber man weiß ja, dass Kaffee unterwegs so eine Sache ist.)


Geschichte vom Räuber

Eine der Gutenachtgeschichten, die ich meinen Kindern früher improvisiert und in vielen Wiederholungen ausgesponnen habe, ist die Geschichte vom Räuber. Die will ich jetzt mal aufschreiben, solange ich sie noch weiß. Also.

Es gab da einen großen, dichten Wald. Durch diesen Wald führte eine Straße, wo immer wieder Reisende langkamen. Nicht weil sie so gern durch den Wald fuhren (zu der Zeit war das noch gefährlich), sondern weil der Weg um den Wald herum viel weiter war. Wenn man sich beeilte, schaffte man den Wald an einem Tag. Für den Weg am Wald vorbei brauchte man mindestens drei Tage. Darum fuhren, ritten oder liefen trotz Räubergefahr viele Reisende durch den Wald.

In dem Wald lebte ein Räuber. Der hatte eine geheime Hütte abseits der Straße. Die war in einem dichten Gebüsch versteckt, damit sie niemand finden konnte. Vom normalen Wald führte nur ein schmaler, gewundener Weg durch das Unterholz zur Hütte, der war aber kaum zu sehen, und dort kam sowieso niemand vorbei.

Zur Arbeit ging er jeden Tag an die Straße. Dort kletterte er auf einen Baum direkt an der Straße und setzte sich auf einen Ast, der über die Straße ragte. Wenn eine Kutsche kam, sprang er vom Ast auf den Kutschbock, hielt dem Kutscher und den Fahrgästen seine Pistole vor die Nasen und raubte sie aus. Dann erschreckte er die Pferde durch einen Pistolenschuss, und während die Pferde durchgingen, verschwand er ungesehen im Unterholz.

In der Gegend wussten natürlich alle, dass in dem Wald ein Räuber sein Unwesen trieb, aber niemand traute sich, etwas zu unternehmen. Man wusste ja nicht, mit wem man es zu tun hatte oder ob da vielleicht eine ganze Bande im Wald hockte. Die Leute von der einen Seite des Waldes sagten, die auf der anderen Seite sollten Den Rest des Beitrags lesen »


Dreifach verblüfft

Tankwagen in einem Güterzug, mit mehreren Warnhinweisen und der Aufschrift: "Baffled 3x: Partial loading allowed". Unter der Beschriftung spiegelt sich ein ICE, der am Bahnsteig gegenüber hält.

Dreifach verblüfft, aber dafür ist Teilbeladung erlaubt, allerdings nicht mit dem Gabelstapler. (Den ICE gegenüber betrifft das nicht.) Und immerhin Den Rest des Beitrags lesen »


Knoblauch

Knoblauchknolle mit drei fehlenden Zehen, von der Seite gesehen vor dunklem Hintergrund

Die anfangs noch geschlossene Knoblauchknolle sah so faszinierend aus, dass ich spontan ein Fotoshooting auf dem mäßig schwarzen Wohnzimmertisch vor der Balkontür machen musste. Nach dem Essen Den Rest des Beitrags lesen »


Fischmaul

Findling in einem Park. Der Findling hat ein großes, rundes, von Hand gearbeitetes Loch, und jemand hat in blauer Sprühfarbe einen Fisch so auf den Stein gemalt, dass das Loch das aufgerissene Maul des Fisches bildet.

Das ist doch mal gelungene Einbeziehung der Umgebung in ein Bild, kontextsensitive Kunst statt stupider Schmiererei, fast noch ein klitzekleines bisschen besser als hier


Kletterseil

Seil aus verschiedenfarbigen Nylonsträngen in Nahaufnahme. Die Nylonfäden sind teilweise gerissen und aufgedröselt.

Seil in verblichenen Farben. Bestandteil einer Kletterpyramide, wo ein zentraler Mast ein vierseitig symmetrisches Netz aus Herkules-Tauwerk trägt.