So nicht!

Mir ist nicht ersichtlich, warum das Abstellen von Fahrrädern dort verboten ist – die Räder stehen niemandem im Weg. Bis zur nächsten Hauswand ist massig Platz (wir sind hier auf dem Kaiserring direkt vor dem Mannheimer Hauptbahnhof, da passt mindestens ein Volleyballfeld zwischen das Geländer und die nächste Hauswand, mit Platz für Zuschauer drumherum) und ich sehe wirklich nicht, wer sich durch hier abgestellte Räder gestört, beeinträchtigt oder behindert fühlen könnte. Und schön Den Rest des Beitrags lesen »


Der Rattenfänger

Neulich komme ich mit meiner Jüngsten aus der Stadtbibliothek. Es ist hinreichend schönes Wetter, wir spazieren gemütlich über einen Platz in Richtung Fußgängerzone, hören ein paar Minuten lang einer Blaskapelle zu, die da gerade auftritt, und unterhalten uns über die verschiedenen Instrumente, die zu sehen sind – Posaune, Tuba, Tenorhorn, Trompete, Klarinette.

Als wir weitergehen, kommt uns ein weißhaariger Kerl entgegen, der mit einer kleinen Holzflöte Vogelstimmen nachmacht. Nicht schlecht, er kann das wirklich gut. Aber irgendwie kommt er mir komisch vor, er hat so einen merkwürdigen Blick, deshalb ignoriere ich ihn geflissentlich und gehe mit meiner Tochter vorbei. Bei dem hohen allgemeinen Geräuschpegel merkt sie auch gar nicht, dass die Vogelstimmen nicht von echten Vögeln sind. Sie nimmt den Mann gar nicht wahr.

Ein gutes Stück weiter Den Rest des Beitrags lesen »


Gute Frage (2)

Die Antwort weiß ich leider nicht…


Bier im Freien

In den letzten Jahren ist Boule recht beliebt geworden bei uns in der Gegend. In vielen öffentlichen Parks, auf Schotterflächen und Wiesen sieht man immer wieder ein paar Figuren mit den Kugeln herumstehen. (Wikipedia informiert, dass das, was hierzulande oft Boule genannt wird, eigentlich Pétanque heißt, aber egal.)

Ich nehme an, diese Kugelspiele sind das, was Städter statt Angeln tun – man hat eine Ausrede, sich irgendwo im Freien aufzuhalten und nicht viel zu tun. Dazu hat man reichlich Gelegenheit, sich zu unterhalten, Bier oder Wein zu trinken und ansonsten nicht erreichbar zu sein. Man kann sich da schon recht gemütlich einrichten.

Nichts gegen das Spiel, das kann schon Spaß machen, wenn man es mit den richtigen Leuten spielt. Die Tage bin ich allerdings an einer Gruppe Spieler vorbeigekommen, die ich nicht verstehe. Auf einem Schotterplatz in der prallen Sonne Den Rest des Beitrags lesen »


Geschlüpft

Vorhin habe ich zum ersten Mal überhaupt so winzige Schnecken mit Haus gesehen:

babyschnecke

Auf der Mauer waren übrigens ziemlich viele solche Schnecken unterwegs, da muss irgendwo “ein Nest” sein. Im Kontext Den Rest des Beitrags lesen »


Sprachführer

Glitzerprächtige Armänder in einer Displaybox, gesehen an der Kasse in einem Billigladen. Da das Zeug offenbar in einer Reihe europäischer Länder vermarktet werden soll, hat man in den jeweiligen Landessprachen draufgeschrieben, was drin ist: Armband, Pulsera, Bracelet, Braccialetto, Pohyblivy naramok, Zapestnica.

Damit die Leute ihre jeweilige Sprache auch finden, Den Rest des Beitrags lesen »


Erstarrt


Der Wind geht allezeit über das Land

In rechtslastigen, rückwärtsgewandten, nationalchauvinistisch orientierten Kreisen wird immer mal wieder über Dinge wie den angeblichen Völkermord durch Überfremdung und Umvolkung gejammert, dem die armen Deutschen derzeit mal wieder zum Opfer fallen.

Überall türkische Gemüsehändler, vietnamesische Imbissbetreiber, italienische Eisverkäufer. Migranten aller Herren Länder drängen die bescheidenen Deutschen aus dem Geschäft, nehmen ihnen die Arbeit, die Wohnungen, die Kindergartenplätze und die Sozialleistungen weg. Die Zukunft natürlich auch. Dazu kommt noch jede Menge Unterwelt – albanische Zuhälter, rumänische Einbrecher, diverse Mafias, das Finanzjudentum, SIE, wer auch immer.

Aber der Ehrliche ist bekanntlich der Dumme, und der treuherzige deutsche Michel lässt sich das alles brav gefallen, bettelt geradezu nach mehr und merkt nicht, wie er an dem Ast sägt, auf dem wir alle sitzen. Nichtmal Neger oder Zigeuner darf man mehr sagen, während die als Flüchtlinge (Ha, Flüchtlinge, das sind doch in Wirklichkeit alles schmarotzende Faulpelze!) hier Den Rest des Beitrags lesen »


Und dann war da noch… (6)

… das junge Mädchen auf dem Bahnsteig. Sie war ziemlich bunt angezogen: ein knielanges Kleid, oben knallrot, unten cremefarben, lilafarbene Leggins, gestrickte Gamaschen in demselben Rot wie das Kleid, dazu robuste knöchelhohe Wanderstiefel. Ihr Rucksack stand an den Schaukasten mit dem Fahrplan gelehnt.

Während sie wartete, machte sie auf dem fast leeren Bahnsteig Tanzschritte und Gesten mit den Armen, tanzte teilweise ganze Figuren wie im Ballett, und das erstaunlich mühelos und grazil angesichts des Schuhwerks…


Herzlich

Heute hängt man ja signierte Vorhängeschlösser an Brückengeländer, um sich ewige Liebe zu schwören. Früher hat man eher Initialen und Herzen in Bäume geschnitzt. Das ist – finde ich – viel romantischer und trägt auch der Lebenswirklichkeit besser Rechnung.

So ein Schloss korrodiert vor sich hin. Es ist dann nur noch ein rostiger Metallklotz, der nicht mehr funktioniert und hässlich aussieht. Der Baum dagegen wächst, das in die Rinde Geschnitzte verändert sich, geht früher oder später aus der Form, wächst sich vielleicht sogar aus, wird von neuen Grafitti (oder wie heißt das jetzt?) überdeckt, ist ein im weitesten Sinne lebendes Ding. Und fast immer einmalig:

Am Nachbarbaum gab es mehr von der Sorte, ganz ausführlich Den Rest des Beitrags lesen »


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