Bleistifte und Glühstrümpfe

Vorhin habe ich zum ersten Mal seit längerem jemanden zum Bleistift statt zum Beispiel sagen hören. Nerven tut das, ganz unglaublich.

Vielleicht war es ja beim ersten Mal wirklich noch ein bisschen lustig, herzlichen Glühstrumpf statt herzlichen Glückwunsch zu sagen, oder Terroristen statt TouristenKlappert’s statt Klappt’s. Das mag vielleicht 1985 oder so gewesen sein. Aber muss man denn jede Witzigkeit bis zum Erbrechen ausschlachten? Alle haben ihren Spaß gehabt, und jetzt könnte man das doch mal ruhen lassen.

Von so nervigen Wendungen wie Aus die Maus oder Ende Gelände will ich gar nicht anfangen, sonst kriege ich gleich wieder schlechte Laune. Und das wäre nicht gut, wo doch gleich Wochenende ist.

Nachtrag: Natürlich gibt es auch Fred für Thread, also Diskussionsstrang in einem Forum.

Noch’n Nachtrag: Jetzt ist aber Schluss (mancher sagt auch Schulz dazu).

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5 Gedanken zu “Bleistifte und Glühstrümpfe

  1. Huch, gerade erst entdeckt, deine Kritik bei aargks. Ja, Du hast ja recht, der Glühstrumpf ist genauso abgedroschen wie der Bleistift. Aber da ich aus der Musikbranche komme, also aus der Szene, in der die wirklich „Abgedrehten“ zu Hause sind, bin ich wiederholende Wortverballhorner, Floskelschieber und Sprung-in-der-Platte-Sprecher „bis zum Abwinken“ gewohnt. Allerdings war der schlimmste von ihnen einer jener „Fertigen“, der beim Erzählen von seinen Bühnenauftritten nach jedem zweiten Satz sagte: „Äkschen, verstehste?“ Und wehe, Du hast dann nicht jedesmal zustimmend genickt…

    Vielleicht ist ja bei mir etwas von den Schäden übrig geblieben… 😉

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  2. Naja, wenn’s nicht überhand nimmt, ist es ja auch nicht weiter schlimm. Es nervt nur, wenn jemand, wie Dein Äkschenvastehste-Kollege, denselben schon beim ersten Mal nicht so wahnsinnig witzigen Wortwitz regelmäßig wieder bringt und auch beim 1001. Mal noch frische Verzückung von allen erwartet. Oder wenn eben die Bleistifte, Glühstrümpfe, klappertse, Burzeltage und Schulz-machens zum Grundwortschatz gehören.

    *geht schaudernd ab*

    (Ich habe mich auch weniger an Deinem Glühstrumpf tatsächlich gestört, sondern nur die Gelegenheit, auf meinen alten Blogartikel zu verweisen, schamlos ausgenutzt.))

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  3. Ich denke nicht, dass der „Äkschen-Fertige“ das wirklich witzig gemeint hat: Eher glaube ich, dass der in seiner weggekifften Birne einen Sprung in der Platte hatte und gar nicht mehr mitbekommen hat, dass er sich ständig wiederholte. Dennoch muss ich gestehen, dass ich seinen Redefluss deshalb nicht bremsen konnte und wollte, weil er in Aussehen, Verhalten und Reden ansich schon ein humoristisches Gesamtkunstwerk darstellte. Loriot hätte es nicht besser hinbekommen. Dafür musste ich halt sein „Äkschen verstehste“ ertragen…

    Aber es ehrt Dich, dass Du zugibst, das nur wegen des Links auf einen älteren Blogartikel geschrieben zu haben – mache ich ja auch hin und wieder… 🙂

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  4. Man muss halt aufpassen, die eigenen Vorlieben und Abneigungen nicht allzu bierernst zu nehmen, sonst zerschießt einem solcher Tüddelkram früher oder später jede Interaktion, weil man vor lauter dies nervt und das ist doof und jenes wäre besser anders gar nicht mehr bis zum Inhalt vordringt. Man zappelt dann im Netz der eigenen Befindlichkeiten und kommt nicht mehr zum Leben, und das lohnt sich nicht.

    Auch ein Grund, zu bloggen, da kann man sich diesen ganzen Kram von der Seele schreiben, und manchmal findet’s noch wer witzig oder interessant 🙂

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  5. Leider genauso totgeritten ist „Cool in Kabul“ – dabei haben nicht etwa Erkan & Stefan dieses Wortspiel erfunden, sondern niemand Geringeres als meine Wenigkeit, und zwar schon 1983!

    Und dazu gibt es noch so viele schöne Erweiterungen:

    Alles klar in Kandahar!
    Alles glatt in Herat!
    Alles flau in Qal’a-ye Nau!
    Alles Stuss in Kundus! (richtiger wäre hier „Kunduz“, aber auslautendes stimmhaftes s gibt es im Deutschen ja nicht)
    Alles Kack in Wardak!
    Alles klamm in Dilaram!
    Alles schlimm in Ischkaschim!
    Alles Pfusch am Hindukusch!

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