Alles neu macht der Mai

Eigentlich ist die Gliederung des Jahres in Monate ja ganz schön merkwürdig. Manche Monate sind 31 Tage lang, andere 30, und einer hat meistens 28 Tage und manchmal 29. Dass man Schaltjahre benötigt, um die 365,2425 Tage des Jahres so abzubilden, dass der Tagesanfang sich nicht jedes Jahr um einen Vierteltag verschiebt, sondern stabil auf Mitternacht bleiben kann, leuchtet ein. Daran würde ich gar nicht rütteln wollen. Aber die Monate. Immer abwechselnd 31 und 30 Tage, nur einmal folgen zwei lange Monate aufeinander. Und der ganz kurze Monat beliebig dazwischengesteckt. Das ist so unlogisch und unordentlich.

Ich plädiere für eine Neuordnung des Kalenders. Es gäbe zwölf Monate mit je 30 Tagen. Die könnten praktischerweise genauso heißen wie jetzt, dann muss sich niemand groß umgewöhnen. Die restlichen fünf, bzw. in Schaltjahren sechs, Tage werden als Rest unter dem Titel „Zwischen den Jahren“ in der Zeit von Weihnachten bis Neujahr abgelegt.

Es wäre natürlich etwas umständlich, die ganzen alten Daten umzurechnen (nein, ich schreibe nicht Datümer). Und wenn man die Monatsnamen beibehält, könnte man in den allermeisten Fällen nicht erkennen, ob ein Datum im alten oder neuen Format geschrieben ist. Das würde zu erheblichen Komplikationen führen. Andererseits, bei einer Neubenennung der Monate steht längeres Hickhack zu befürchten, das wird also auch nichts.

Vielleicht schaffen wir dann die Monate ganz ab und arbeiten mit Kalenderwochen? Aber KW 1 fängt natürlich nicht immer am 1. Januar an, und darum wären Daten wie x. Tag der Kalenderwoche 1 nicht stabil, außer man definiert Kalenderwoche neu. Wenn der Wochenanfang nicht immer auf denselben Wochentag fallen müsste, könnte Kalenderwoche 1 immer am 1. Januar anfangen. Dann wird es aber schwer, sich zu merken, auf welchem Wochentag die Woche im jeweiligen Jahr anfängt. Auch da wäre Chaos vorprogrammiert.

Da wäre es vielleicht besser, gleich ganz auf eine Gliederung des Jahres zu verzichten und einfach die Tage durchzunummerieren. Der 1. Februar wäre dann Tag 32, der 1. März Tag 60 usw. Der Schalttag würde dann jeweils am Jahresende als Tag 366 angehängt. Das würde die Darstellung von Daten erheblich vereinfachen, und wer unbedingt nostalgische Zöpfe tragen will, könnte sich das alles auch ganz einfach in die alten Monate umrechnen.

Gegeben in Wolkenkuckucksheim am 91. Tag des Jahres 2011


3 Kommentare on “Alles neu macht der Mai”

  1. […] Aber ich finde es völlig unlogisch, wie die Monate eingerichtet sind. Und noch unlogischer finde ich es, den Schalttag irgendwo mittenreinzuschieben. Immerhin hängt man ihn an den mit Abstand kürzesten Monat, das ist wenigstens ein kleiner Schatten von Vernünftigkeit, aber bei weitem nicht genug. Da wäre ein kleiner Umbau des Kalenders wäre da sicher keine dumme Idee, ich wäre voll dafür. […]

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  2. […] man sich bei Gelegenheit mal in Ruhe Gedanken machen und nach dem nächsten Weltuntergang eine hübsche Kalenderreform […]

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  3. […] finde ja unseren Kalender eher unübersichtlich und unnötig kompliziert. Aber eine Kalenderreform ist nicht in Sicht und niemand weiß, wie eine […]

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