Bleischwer

Kleine Kinder stellen ihre Gläser erfahrungsgemäß fast immer zu nahe an den Rand des Esstisches und meistens auch in den Schwenkbereich der Ellenbogen. Das führt immer wieder zu Unglücken, die eigentlich vermeidbar sind: Gläser werden umgestoßen (natürlich vorzugsweise volle), fluten den Esstisch und verderben Essen (wer mag schon Kartoffelbrei mit Apfelsaft oder Salat mit Milch). Oder sie werden vom Tisch gefegt und zerschellen am Boden.

Es ist erstaunlich, wieviel Aufwand es kosten kann, alle Scherben und klebrigen Stellen zu entfernen, vor allem, wenn ein aufgeregtes, wütendes, weinendes oder erschrockenes Kind auf dem Stuhl herumflattert und entweder sofort getröstet werden muss oder unbedingt mithelfen will (aber natürlich wieder keine Hausschuhe anhat). Esstische mit kleinen Kindern sind Murphys Spielplatz und Finagles Paradies.

In diesem Zusammenhang ist mir eine zusätzliche Verwendungsmöglichkeit für meine Magnetschwebetechnik am Esstisch eingefallen: Durch einfaches Umpolen des Magnetfelds könnte man Gegenstände am Tisch fixieren statt sie schweben zu lassen. Gläser oder Tassen von kleinen Kindern etwa.

Wenn man einen entsprechend ausgerüsteten Esstisch hat und dazu passendes Geschirr benutzt, könnte man in der Steuerungssoftware ein Profil für Kleinkinder anlegen. Das System würde die Bewegungen des Kindes über Bewegungsmelder, Kameras oder per Induktion feststellen, analysieren und dann Gläser und Tassen an den für Kleinkinder eingerichteten Plätzen am Tisch immer magnetisch fixieren, sobald das Kind sie loslässt. Sobald das Kind nach dem Glas greift, würde das System sie natürlich freigeben. Wenn ein Kinderellenbogen sich schnell auf das Glas zubewegt, könnte das System das Glas auch schnell und kleckerfrei aus dem Weg gleiten lassen. Die relevanten Bewegungen schnell genug zu analysieren und darauf zu reagieren dürfte technisch kein Problem mehr sein.

Mit ausreichend robuster Hardware und entsprechend abgestimmter Software wird man auf diese Art die allermeisten Unfälle vermeiden können. Unter Umständen könnte das System sogar ein bereits kippendes oder fallendes Glas magnetisch auffangen und sanft auf dem Tisch abstellen, zumindest wenn es noch nicht zu weit gekippt ist. So könnte das Überschwappen verhindert oder zumindest verringert werden. Das käme einer Revolution des Essens mit Kleinkindern gleich. Unzählige Eltern könnten dem sicheren Nervenzusammenbruch entgehen. Und auch ohne Kleinkinder im Haushalt könnte mancher Erwachsene davon profitieren. Es ist ja nicht so, als würde man ab Erreichen der Volljährigkeit nie mehr ein Glas umkippen oder so.

Jetzt müssste sich nur noch jemand finden, der die technischen Details klärt und das ganze baut. Vorher ist allerdings erstmal Wochenende ohne Magnetschwebetechnik.

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In den Wald hineinrufen

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