Assholocracy – Arschlöcher an der Macht

Geoffrey K. Pullum schreibt im Language Log über die Pläne des Milliardärs Donald Trump, bei der Nominierung des republikanischen Präsidentschaftskandidaten mitzumischen und unter Umständen selbst zu kandidieren. Der Gedanke bereitet Pullum erhebliches Unbehagen. Deshalb gefällt ihm ein Vorschlag seines Sohnes zur Sache. Man brauche, so Pullum junior, einen offiziellen Fachausdruck für den Sachverhalt „Herrschaft der Arschlöcher“: Assholocracy.

Sein Sohn habe recht, und das Rennen um die Nominierung des republikanischen Präsidentschaftskandidaten illustriere das Konzept sehr schön. Der Gedanke, dass jemand wie Donald Trump tatsächlich politische Macht gewinnen könnte, sei Grund genug, für Assholocracy zu stimmen, wenn die American Dialect Society im Januar wieder das Wort des Jahres wählt.

Leider sei das Wort bisher noch viel zu selten, als dass es Aussicht auf Erfolg hätte – seltene Wörter würden eher nicht zum Wort des Jahres gewählt. Deshalb solle man das Wort möglichst oft googlewirksam verwenden, damit die Zahl der Google-Treffer soweit steigt, dass das Wort eine Chance hat.

Irgendwie gefällt mir die Idee, darum schreibe ich auch hier darüber. Das Phänomen Assholocracy ist weltweit verbreitet. Also dürfte es weltweit den Bedarf für eine Benennung des Konzepts geben. Als Lehnwort ist es im Deutschen schwer auszusprechen, zumindest bei der Betonung werden die meisten sich verhaspeln. Darum braucht man Übersetzungen dafür.

Bloß, wie soll es auf Deutsch heißen? Die nächstliegende Übersetzung wäre Arschlochokratie. Das klingt etwas sperrig, müsste aber gehen. Arschokratie ist zwar kürzer, aber nicht wirklich schön. Mir fällt aus dem Stand auch nichts Pseudolateinisches oder -griechisches ein. Drecksackokratie wäre denkbar, gefällt mir aber auch nicht recht. Also Arschlochokratie, jedenfalls bis jemand was besseres vorschlägt. Vielleicht schafft sie es ja mal in den Duden…

Nachtrag:
Immerhin scheint die Strategie mit den Googletreffern zu funktionieren. Nach der Lektüre des Artikels im Language Log (14.12.2011, ca. 14 Uhr) habe ich für assholocracy 671 Treffer bei Google erhalten. Bei Veröffentlichung dieses Beitrags (14.12.2011, ca. 22 Uhr) gab es schon 1.640 Treffer. Und jetzt (15.12.2011, ca. 11:30 Uhr) sind wir bei ungefähr 3.600. Nur weiter so! Das nächste Wort des Jahres ist im Anflug.

Noch ein Nachtrag:
Mittlerweile (16.12.2011, 11:45 Uhr) gibt es für assholocracy schon 6.900 Treffer bei Google.

16.12.2011, ca. 21:00 Uhr:  8.210
19.12.2011, ca. 10:00 Uhr: 34.000
20.12.2001, ca. 10:30 Uhr: 41.500

22.12.2011, ca. 09:30 Uhr: 13.600 – Nanu?
22.12.2011, ca. 11:00 Uhr: 13.200 – Wie jetzt?
23.12.2011, ca. 10:30 Uhr: 13.500

30.12.2011: 11.800
02.01.2012: 13.300
13.01.2012: 14.900

09.02.2012: 12.300
16.02.2012: 10.100
27.02.2012:  9.770

06.03.2012:  9.190
16.03.2012:  2.360 – Jetzt geht es wirklich bergab…
04.04.2012:  2.630 – Abgefangen?

04.05.2012:  3.180 – vorsichtiger Optimismus?
22.05.2012:  2.880 – eher nicht…
22.07.2012:  2.410 – wirklich nicht

15.08.2012:  1.870 – der schleichende Niedergang geht weiter
07.09.2012:  1.580 – das sieht nicht gut aus
17.09.2012:  1.700 – Dieses ständige auf und ab macht mich ganz fertig…

06.10.2012:  1.180 – wieder runter
25.10.2012:  1.800 – und wieder rauf

22.01.2013:  1.820

28.03.2013:  1.300

14.05.2013:  1.170

19.07.2013:  1.110

07.08.2013:    871 – es geht langsam aber stetig abwärts

24.11.2013: 46.000 – was ist denn jetzt los? Da schaut man mal ein Vierteljahr nicht vorbei, und schon spielen die Zahlen verrückt…

15.01.2014: 62.500 – gleich nochmal ein Drittel draufgeschlagen, sehr merkwürdig, das. Immerhin ist dieser Artikel nach zweimal Wiktionary, dann Language Log und Fail Blue Dot der fünfte Treffer, das ist doch mal Prominenz…

14.07.2014: 75.100 – da hätte ich beizeiten (zwischen März und August 2013) Aktien kaufen sollen…

08.10.2014: 81.200 – am Ende waren es doch nur 136 Treffer, auf Seite 14 war Schluss.

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11 Kommentare on “Assholocracy – Arschlöcher an der Macht”

  1. […] Mitte Dezember habe ich die Entwicklung der Google-Treffer für das Suchwort Assholocracy hier ein wenig verfolgt. Zunächst stieg die Trefferzahl sehr schnell, am 20. Dezember war sie schon bei […]

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  2. gnaddrig sagt:

    Es würde mich interessieren, wie diese Zahlen zustandekommen. Bestimmt hat Google mal wieder an einem Algorithmus herumgeschraubt…

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  3. […] knapp drei Jahren war mir aufgefallen, dass die Anzahl der Google-Treffer für das Wort assholocracy merkwürdige Schwankungen durchlief. […]

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  4. […] P.P.S.: Hätten wir das geahnt, damals… […]

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  5. Yadgar sagt:

    Wenn schon griechisch, dann bitte konsequent: Koprokratie! Herrschaft der Scheiße!

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  6. gnaddrig sagt:

    Das versteht ja wieder niemand. Wer kann schon klassisches Griechisch?

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  7. Aristobulus sagt:

    *räusper*
    Das Scheinwort „Assholocracy“ ist übrigens weder Griechisch noch Englisch, weil, wenn’s wenigstens Englisch wäre, dabei ein Assholo eine sprachliche Rolle spielen müsste.

    Jener Pullumsche Blogeintrag damals 2011, der Trump damit versucht hat anzuzielen, war übrigens reine Propaganda auf die ganz und gänzer Irreale. Assholocracy?
    Derjeneige, der dazu der real Zeit kratierte, der also horrsch (geschtorckenes Werrp), war Obama. Der im Jahr zuvor nichts getan hatte, um die iranische Führung unter Druck zu setzen, während der Studentenproteste dort. Nichts! Weswegen die iranische Führung in aller Ruhe Tausende verhaften ließ, die noch heute in iranischen Gefängnissen schmoren, wenn man sie nicht gleich umgebracht hat.
    Warum hat Asshole-Obama nichts getan, keine Drohung ausgesprochen, keine CIA-Unterstützung dieser Studentenproteste überlegt, kein Kriegsschiff in den persischen Golf beordert? Rein auf Gründen von Islamophilie, vulgo Assholocracy.
    Ebenso, wie er zwei Jahre zuvor (2009) übereilt alle US-Truppen aus dem Irak abgezogen hat. Warum hat er das getan: Damit dort die Muslimbruderschaft Einfluss geinnen sollte. Das tat sie, und Tausende wurden umgebracht, und dann entstand eben dorten der IS.
    Sowas passiert, wenn ein Assholocrate wie Obama am Ruder ist, um derlei zu tun.

    Aber von solchem, Faktischem!, wollte die Propaganda gegen Trump nie was wissen, denn die wollte sich lieber in der Fantasie vom bösen Milliardär suhlen. Weil das mehr Spaß macht.

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  8. gnaddrig sagt:

    Seufz. Ich weiß, Du findest Trumpf wahnsinnig toll. Obama nicht so.

    Es gibt aber auch sonst noch tausend wichtige Leute, die Mist gebaut, Wichtiges unterlassen, Falsches gemacht und überhaupt danebengelangt haben. Und? Soll man die erst mal alle aufzählen, bevor man Deinen blonden pausbäckigen Chorknaben kritisieren oder scheiße finden darf? Wenn Du Dich erst über jeden Regierungschef aufregen willst, der die iranische Führung damals nicht zurechtgewiesen oder unter Druck gesetzt hat (und die vielen anderen vergleichbaren Regime, die vergleichbares oder oft genug Schlimmeres verbrochen haben), kriegst Du Probleme mit dem Blutdruck.

    Und gesetzt den Fall, Obama hätte den Mullahs was gesagt, glaubst Du, die hätten auch nur einen Studenten weniger eingesperrt? Doch eher im Gegenteil, meinst Du nicht? Oder hätte er dort gleich einmarschieren sollen, um dem Spuk ein Ende zu bereite? Iran (wie sein Vorgänger das im Irak so eindrucksvoll vorgemacht hat) in eine blühende Demokratie verwandeln, die Herzen der Bevölkerung gewinnen und so?

    Ist Trump anders (egal ob besser oder schlechter, kompetenter oder unfähiger), weil sein Vorgänger und seine Minister damals den Mund nicht aufgekriegt haben?

    Was die Truppen im Irak angeht: Der Abzug war so und zu dem Zeitpunkt hirnrissig. Aber wenn das Asshole Bush nicht im Irak auf Schnitzeljagd nach den berühmten Massenvernichtungswaffen von Asshole Hussein gegangen wäre, hätte niemand sich über den Verbleib amerikanischer Truppen im Irak und den ganzen anderen von Dir genannten Scheiß Gedanken machen müssen. Das passiert, wenn Assholes wie Dubbya am Ruder sind oder – selbst ahnungslos – sich von Assholes wie Cheney, Rumsfeld et al. die Griffel führen lassen usw. usf.

    Ob Obama die Truppen in der Absicht abgezogen hat, der Muslimbruderschaft mehr Einflussmöglichkeiten zu geben und sowas wie den IS heranzuzüchten? Ich weiß ja nicht. Da würde ich eher die leider typische US-Überheblichkeit vermuten, die glaubt, in jedem Brei auf dem Planeten rühren zu müssen und ganz selbstverständlich davon ausgeht, alles Recht dazu zu haben. Wenn in X-Land jemand an den falschen Baum pinkelt, schicken die USA Truppen, wenn in Y-Land jemand auf die falsche Pauke haut, verhängen die USA Sanktionen, und wer danach mit X- oder Y-Land Handel treibt, darf nicht mehr mit den USA; die treten manchmal fast so auf als glaubten sie dass ihnen die Welt gehört.) Die Überheblichkeit, die Erde wie die olympischen als Spielfeld zu betrachten, wo sie nach Belieben Figuren hin- und herschieben und an allen möglichen Parametern herumspielen können. Und weil man die Gebrauchsanleitung nicht liest und sich auf oftmals zweifelhafte Experten mit oftmals ganz eigenen Interessen verlässt, kommen dann solche Desaster dabei heraus.

    Schon die islamische Revolution in Iran war ja nicht zuletzt das Ergebnis amerikanischer Einmischungen und Manipulationen, die aus dem Ruder gelaufen und in den Graben gefahren sind (oder war das auch Absicht von Obamas damaligen Vorgängern, mit dem Ziel, die Verbreitung des Islam zu fördern?). Ein erheblicher Teil der internationalen Spannungen und Konflikte, die wir heute sehen, lassen sich zu teilweise erheblichen Teilen auf all die Assholes zurückführen, die in den letzten fünf oder sechs Jahrzehnten im Oval Office gesessen haben.

    Ich sehe wirklich nicht, wieso Trump jetzt auf einmal die große Lichtgestalt sein soll.

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  9. Aristobulus sagt:

    Bist Du Grünwähler, Gnaddrig?
    Auch, Falls nicht, machst Du jetzt viele Fässer auf, reichlich durcheinandrige und sehr pauschale Fässer, viele antiamerikanische Fässer. Auf die möchte ich nicht eingehen – a) weil ich auf sowas nicht eingehe, und b), weil sie ohnehin Dein taktischer Gegenangriff sind, nicht?
    Weil Du davon ablenken möchtest, dass es ja hier um etwas Anderes ging, nämlich um die , assholisierende, unpersonelnde Propaganda gegen Trump von Anfang an, jaja die Lichtgestallt, die ich ganz (mit drei A, na sag mal?) toll finde. Muss ich ja wohl, bloß indem ich gegen diese blinde Art der Dämonisierung bin.

    Dämonisierende Progaganda.

    Also etwa die gleiche Tonart, die in Deinen antiamerikanischen Sätzen drinsteht, dämonisierend, dass die USA überall Schachfiguren hin- und herschöben, ja die typische US-Überheblichkeit, und gar an der iranischen Revolution sollen die USA Schuld sein, sagst Du.
    Andere sagen das Selbe, tauschen jedoch nur ein Substantiv gegen ein anderes aus: Bei denen steht statt USA die Zionisten.

    Gnaddrig, Guter, sind wir nicht zu alt und zu nett und vor Allem zu ästhetisch für diesen Schmajss? 🙂
    Drum lass ich es jetzt gutsein und überlasse Dir das Schlusswort.

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  10. gnaddrig sagt:

    Ja, alt und nett und ästhetisch, da haste recht 🙂

    Antiamerikanisch ist das nicht, das sind meiner Meinung nach alles valide Kritikpunkte, bei denen ich natürlich das, was die USA richtig gemacht bzw. wo sie anderen die Eisen aus dem Feuer geholt haben (z.B. im 2. Weltkrieg) nicht erwähnt habe (aber kann man immer alles umfassend von allen Seiten beleuchten? Dann würde alles immer viel zu lang!). Allein schuld an der iranischen Revolution wohl nicht, aber ihr Verhalten in der Region dürfte die deutlich beflügelt haben.

    Der Kommentar stellt nicht meine Gesamtmeinung zu den USA dar, es war tatsächlich eine Art Konter, etwas zugespitzt wohl, aber doch nicht völlig daneben. Dämonisieren muss man den Trump gar nicht, der entlarvt sich früher oder später selbst, wenn er das nicht schon gründlich getan hat. Man wird sehen.

    Dir eine gute Nacht!

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  11. aurorula a. sagt:

    Seufz. Ich weiß, Du findest Trumpf wahnsinnig toll. Obama nicht so.
    Obama war der mieseste Präsident den die USA je hatten, insofern ist es für seinen Nachfolger keine große Kunst, besser zu sein. Was Trump angeht bin ich derselben Meinung wie Pat Condell: ich finde ihn nicht soooo wahnsinnig toll, kandidierte jemand vernünftiges würden ihn viele nichtmal zweimal anschauen, ich auch nicht – er ist nur besser als jemand der Emails abhört, Steuern hinterzieht, Skandale vertuscht, Abgeordnete aufgrund ihres männlichen Gechlechts diskriminiert, und als Außenministerin eine Katastrophe war die mit Toten endete (in Benghazi).

    Drum lass ich es jetzt gutsein und überlasse Dir das Schlusswort.

    Ich schiebe vorher noch ein Wort von Nick Clegg ein ( https://aurorula.wordpress.com/2015/01/09/die-einzig-wahre-antwort/ ) über die Vermischung von Sachen in der Politik und schließe mich dann an. 🙂

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