Höhenflug und Absturz bei Google

Im Dezember hatte Geoffrey K. Pullum in einem Beitrag auf dem Language Log dafür geworben, das Wort „Assholocracy“ möglichst häufig zu verwenden. Er wollte damit erreichen, dass das Wort möglichst viele Google-Treffer erreicht und so Chancen hätte, von der American Dialect Society im Januar zum Word of the Year gewählt zu werden. Das hat – wie wohl zu erwarten war – leider nicht geklappt, aber immerhin hat es zum most outrageous word gereicht.

Seit Mitte Dezember habe ich die Entwicklung der Google-Treffer für das Suchwort Assholocracy hier ein wenig verfolgt. Zunächst stieg die Trefferzahl sehr schnell, am 20. Dezember war sie schon bei 41.500. Dann kam der Absturz – am 22. Dezember waren es nur noch 13.600, danach ist die Zahl bis in den Februar hinein zwischen 12.000 und 15.000 geschwankt, um dann weiter zu sinken. Ende Februar ging es unter 10.000, und heute liegt die Trefferzahl bei 2.360.

Ich kann mir nicht erklären, wie das kommt. Es heißt, das Internet vergesse nie, und Google schon gar nicht. Eigentlich müsste die Trefferzahl also mindestens gleichbleiben oder langsam steigen. Gut, das Wort hat sich nicht zum Modewort gemausert, aber es wird sicher noch gelegentlich benutzt. Da würde ich erwarten, dass die Trefferzahl wenigstens stabil bleibt oder langsam steigt. Dass zwischen dem 13. und dem 20. Dezember die Trefferzahl zunächst von etwa 100 auf über 41.000 hochschnellte mag vielleicht ungewöhnlich sein, ist aber erklärbar – wenn genug Leute drüber schreiben, schlägt sich das natürlich im Google-Index nieder. Dass aber gleich darauf, nämlich zwischen dem 20. und 22. Dezember, fast 28.000 Texte mit Assholocracy gelöscht worden sein sollen, kann ich mir dann doch nicht vorstellen.

Eine Google-Suche führt zu dieser Anfrage aus dem Juli 2010 in den Google Product Forums: Less or reduction of google hits over time. Eine Antwort steht weder in der Antwort von danielroofer, noch in den Diskussionen, die er zum Thema verlinkt hat. Schade, es hätte mich wirklich interessiert.

Tatsache ist: Assholocracy stirbt. Leider nur das Wort, nicht das Phänomen…

Nachtrag (17. September 2012): Die im Artikel genannte Anfrage im Google-Forum ist – wie zu erwarten war – in Vergessenheit geraten und nicht beantwortet worden. Schade, hätte mich wirklich interessiert.

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One Comment on “Höhenflug und Absturz bei Google”

  1. […] ein paar Monaten hatte ich mir ein paar Gedanken dazu gemacht und sogar in einem Forum bei Google nachgefragt, wie die beobachteten Schwankungen […]

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