Die Anschaltemaschine

Neulich hatte ich ein paar Zeilen über sinnlose Maschinen geschrieben, vor allem über die Ultimate Machine von Claude Shannon. Leider erinnert die bei der Frivolous Engineering Company als Bausatz erhältliche Ausschaltemaschine mit den schwarzglänzenden Plastikteilen und dem von innen beleuchteten Acrylglasfinger viel zu sehr an den billigen Neuschrott, den man in Andenken- und Schnickschnackläden so kriegt: zigarrettenförmige Feuerzeuge, wie geschmolzene Marshmellows über die Tischkante tropfende Wecker, elektrische Frühstückseiaufklopfer, streichholzschachtelgroße Fotoapparatimitate, die auf Knopfdruck einen Blitz und das Geräusch des Verschlusses einer Spiegelreflexkamera von sich geben. Alles ganz hübsch, verspielt, albern, aber eigentlich nicht besonders exzentrisch – etwas, das in Millionenauflage aus China oder sonstwoher importiert wird, kann kaum als eigenwilliger Ausdruck der individuellen Besonderheiten gelten.

Man hat mir deshalb vorgeschlagen, anstelle der Ausschaltmaschine doch eine Einschaltmaschine zu bauen. Das Gerät wäre neben oder unter einem Lichtschalter etwa im Wohnzimmer angebracht. Statt das Licht wie bisher von Hand einzuschalten, schaltet man die Einschaltemaschine ein. Daraufhin öffnet sich eine Klappe und eine weißbehandschuhte Hand schaltet ganz stilvoll das Licht ein. Zum Ausschalten des Lichts bräuchte man dann eine zweite derartige Maschine, nur eben spiegelverkehrt, sodass man sie auf der anderen Seite des Schalters anbringen könnte. Oder man baut eine natürlich etwas kompliziertere kombinierte Ein- und Ausschaltmaschine, die sich merkt, ob sie das Licht gerade ein- oder ausgeschaltet hat, und beim nächsten Mal den jeweils anderen Schaltvorgang ausführt.

Das hätte Stil – man schaltet nicht wie der Pöbel das Licht selbst ein und aus. Man hält sich auch nicht wie irgendwelche prolligen Snobs Dienstpersonal dafür. Man ist fortschrittlich und greift auf innovative technische Lösungen zurück, für die Ingenieurskunst Made in Germany wohl nicht ganz zu unrecht weltberühmt ist.

Ich bin jedenfalls völlig dafür, so eine Maschine zu bauen. Eigentlich wäre es natürlich am besten, ich würde das mal eben so erledigen und hier gleich einen Fotobeweis mitliefern. Aber leider habe ich gerade keine weißbehandschuhte Hand übrig (mein Schaufensterpuppenlieferant ist im Urlaub), und die mechanischen Details des Apparats sind noch, sagen wir, etwas dunstig. Ich muss mich da gelegentlich mal inspirieren lassen. Und dann weiß ich immer noch nicht, ob ich das so ohne weiteres in der gewünschten Eleganz gebaut kriegen würde. Möglicherweise wird die Welt das Licht noch ein Weilchen von Hand ein- und ausschalten müssen.


2 Kommentare on “Die Anschaltemaschine”

  1. Brett sagt:

    After google translation, it sounds like the author didn’t like the Machine that Frivolous Engineering sells. Like a cheap gypsy or Chinese souvenir???!!?

    The Google translation almost sounds racist.

    And the author goes on to say he has a better idea for a machine, but doesn’t have the skills to build it??!!!???

    Aren’t Germans supposed to have superior engineering, construction and logic skills?

    Oops, that might be considered a racist comment. And I wouldn’t want to accuse the author of any of those things.

    Please understand that I only speak English and am reading a google translation…perhaps a real person could translate this post for me! Maybe the author was joking, or using satire.

    Cheers,
    Brett @ Frivolous Engineering!

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  2. gnaddrig sagt:

    Hi Brett,

    welcome to gnaddrig ad libitum. I was indeed joking, and I guess reading between the lines isn’t Google translator’s forte exactly. I haven’t got anything against the Ultimate Useless Machine as sold by Frivolous Engineering. On the contrary, I do like it! There are far too many rational and boring things in this world, and I’m all in favour of slightly bizarre stuff like this 🙂

    The bit about cheap souvenirs is easily explained: There are lots of shops (at least in Germany) that sell “funny” stuff somewhere between souvenirs and lifestyle products, like Salvador-Dalí-style alarm clocks that look as if they were molten, or lighters looking like a cigarrette, or machines that open boiled eggs. Stuff that often comes in screaming colours and glossy packaging, is often of rather low quality (and overpriced at the same time), is often utterly useles (which is not necessarily a bad thing), and often pretends to be excentric when in reality it is not (by the time some originally excentric gadget is imported from China by the truckload it has ceased to be excentric, the same way a joke is usually long past its sell-by date by the time it appears on bumper stickers).

    Frivolous Engineering’s kit looks nice and shiny, and I have nothing against the design itself (especially the glass finger illuminated from within is cool!), but it reminded me a bit of stuff that can be found in one of the shops mentioned above. This wouldn’t be bad as such, but it set me off thinking about inventing something equally useless and bizarre, and that led to this blog post about a similar machine that would be used to throw another switch, for example the light switch in a room (so you wouldn’t switch the light on manually, but have your machine do it for you, only of course you must switch the machine on first). And – to get away from the shiny plastic stuff – it would be made of wood, and there wouldn’t be a glass or acrylic finger, but a hand in a white glove, all in fake fien de siècle style.

    So it was more like taking Frivolous Engineering’s idea and running with it than trying to make it look bad.

    Cheers,
    gnaddrig

    As an afterthought: Maybe a steampunk version of the Ultimate Useless Machine would be a nice idea?

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