Katzenplage

Keine Ahnung, wie es kommt, aber irgendwie ist es anscheinend so, dass es fast zum guten Ton gehört, Katzenbilder ins Internet zu kippen. Niedliche, lustige, schräge mit witzigen Überschriften oder Kommentaren versehene Bilder oder Filme. Lachende Babys werden auch gern genommen, aber Katzen räumen total ab. Überall findet man sie, es gibt ganze Webseiten extra für Katzenkram, und bei den unsäglichen LOLCats hat man sich sogar eine eigene Sprache für den Katzen-Content ausgedacht. Hätte, finde ich, nicht sein müssen. Jedenfalls erschließt sich mir der Witz nicht so richtig.

Diese Katzenplage im Internet kann nicht von ungefähr kommen. Viele Leute haben natürlich eine Katze zuhause, andere hätten gern eine. Manche Blogger kokettieren halbironisch mit dieser Mode und posten Katzenbilder als Pausenbild. Irgendwie bin ich auf Simon’s Cat gestoßen, ziemlich sehenswert. Dass bloggende Katzenhalter der Welt gelegentlich von ihren Tieren berichten, ist nur natürlich. Aber reicht das aus, um die Katze zum allgegenwärtigen zentralen Thema im jugendfreien Teil des Internets zu machen? Ich weiß ja nicht. Vielleicht stecken die deutschen Tierhändler und die Katzenfuttermafia dahinter, letztlich geht es ja fast immer um Geld…

Mein eigenes Verhältnis zur Katze ist, sagen wir mal, durchwachsen. Ja, ich finde junge Katzen auch niedlich. Ja, es kann nett sein, eine schnurrende Katze auf dem Schoß zu haben. Aber meistens gehen mir Katzen auf die Nerven. Wenn man nicht sehr aufpasst, hinterlassen die überall ihre Haare. Für dieses Problem haben mich wohl die überverwöhnten, in eine kleine Stadtwohnung gesperrten Monster einer Tante nachhaltig übersensibilisiert.

Mit der Stubenreinheit ist es manchmal auch so eine Sache, gerade bei verwaisten oder ausgesetzten Katzen, die jemand aus Goldenherzigkeit aufgesammelt und einem aufgedrückt hat. Die armen Tiere haben niemanden, der ihnen das beibringt. Auch sonst sind die manchmal komisch. Bei uns im Haus gab es mal so eine. Die war brezeldämlich, sie musste immer noch schnell durch die zufallende schwere Haustür witschen und hat die mehr als einmal volle Breitseite in die Rippen gekriegt. Auch hat sie es, wenn jemand schwer beladen die Treppe hochkam, jahrelang für eine gute Idee gehalten, demjenigen ausgiebig zwischen den Füßen herumzukriechen. Dabei war es nicht immer zu vermeiden, auf sie zu treten. Die Alternative wäre es gewesen, mit einem Bananenkarton voller Einkäufe die Treppe hinabzusegeln. Sie hat aber kein Stück draus gelernt. War ich froh, als die endlich weg war.

Katzenfutter riecht nicht besonders angenehm, vor allem wenn man die angetrockneten Reste wegmachen muss, die ihre Majestäten zu verschmähen geruhten. Katzen sind recht unberechenbar und ruinieren einem aus purem Daffke schon mal feinen Zwirn – einmal festgekrallt kriegt man die ja auch nicht mehr ohne Schaden vom Leib. Außerdem wollen sie immer raus oder rein, wenn gerade alle Löcher zu sind, und wenn man dann die Tür aufmacht, zieren sie sich und kommen ewig nicht.

Ein weiteres Problem ist, dass man damit rechnen muss, von der Katze erlegte Vögel, Mäuse u.ä. vor die Haustür oder auch in die Küche gelegt zu kriegen. Und wenn es tausendmal ein Zeichen von Zuneigung und Respekt ist, ich will kein Aas in der Wohnung! Und dann fangen sie an, draußen nach ihrer Liebsten zu brüllen, und hinterher paaren sie sich und das klingt noch schlimmer. Da wünsche ich mir – obwohl ich in Wirklichkeit niemals einer Katze absichtlich etwas zuleide tun würde – manchmal eine Schrotflinte!

Ich habe keine Katze und ich will auch keine Katze. Wenn ich mir aber eine Katze aussuchen müsste, dann am Ehesten die hier:

 

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7 Kommentare on “Katzenplage”

  1. Pfeffermatz sagt:

    Mein Verhältnis zu Katzen ist allergisch… aber eigentlich mag ich die Viecher, vielleicht weil sie eben einen selbstbewussten Charakter haben. Wir hatten eine Katze als wir Kinder waren, kein Problem – allergisch darauf reagierte ich erst, als ich ausgezogen war.
    Ansonsten begeistert mich deine Wortwahl: „brezeldämlich“, „aus purem Daffke“. Toll! Alles neu für mich 🙂

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  2. gnaddrig sagt:

    Freut mich! Wir bei gnaddrig ad libitum nehmen unseren Bildungsauftrag eben sehr ernst 😉

    Wir hatten auch eine Katze, als ich so im Grundschulalter war, und die habe ich geliebt. Im großen und ganzen liegen mir Katzen schon, deutlich mehr als Hunde. Vielleicht schreibe ich dazu auch mal was…

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  3. Stefan R. sagt:

    Ich kann jedenfalls sagen, noch nie einer Singlefrau begegnet zu sein, die Katzen besaß und nicht leicht einen an der Murmel hatte.

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  4. gnaddrig sagt:

    Hm, das sind natürlich nur anekdotische Daten. Dem müsste man vielleicht mal detaillierter nachgehen. Aber das ist für NIcht-Singles ein schwieriges Forschungsfeld…

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  5. […] ich letztens bereits ausgeführt habe, was ich von Katzen halte, ist heute der Hund an der Reihe. Hunde – […]

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  6. […] gibt es außer Katzenbildern noch mehr Dinge, bei denen mit großer Selbstverständlichkeit allgemein erwartet wird, dass man […]

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  7. Yadgar sagt:

    Also, Katzen sind einfach nur deliziös (nein, ich meine das nicht wie ALF!)… so einen schnurrenden Minitiger auf dem Bauch liegen zu haben, das ist schon was ganz Besonderes! Meine Eltern hatten 18 Jahre lang eine zierliche graugetigerte Katzendame, die uns ursprünglich zugelaufen war… aber sie dürfen durchaus auch etwas größer sein, so ab Maine Coon fangen sie an, Spaß zu machen, und unübertroffen ist natürlich Lynx [lynx | canadensis | pardinus | rufus]!

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In den Wald hineinrufen

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