Rattengift

Nachdem ich letztens bereits ausgeführt habe, was ich von Katzen halte, ist heute der Hund an der Reihe. Hunde – man ahnt es sicher schon – mag ich auch nicht besonders. Oft finde ich sie lästig, manchmal eklig, meistens überflüssig. Ganz allgemein geht mir das laute Kuck-mal-hier-bin-ich-ist-das-nicht-toll auf die Nerven, mit dem viele Hunde durch die Welt gehen. Ich mag nicht beschnüffelt werden, ich mag keine Hundeschnauze im Schritt, ich mag keine Pfoten auf der Jacke, ich mag die Hände nicht abgeschleckt kriegen, und das Gesicht schon gar nicht. Angekläfft oder angeknurrt will ich nicht werden, und ich mag keine Sabberspuren, egal wo.

Natürlich gibt es schöne, saubere und gut erzogene Hunde und fähige Hundehalter, die ihren Liebling gut in der Hand haben. Bei uns in der Nachbarschaft wohnte bis vor ein paar Jahren ein Schäferhund, der seinem Herrn wirklich auf’s Wort gehorcht hat. Vor dem hatte meine damals knapp vierjährige Älteste keine Angst, obwohl sie nach einem traumatischen Erlebnis mit einem ganz anderen Hund eigentlich ziemlich panisch auf Hunde reagierte. Dieser Schäferhund war friedlich, zurückhaltend und so geduldig mit Kindern, wie ich das vorher noch nie erlebt hatte. So wünscht man sich Hunde! Überhaupt kann ich, wenn überhaupt, größere und kräftige Hunde am besten leiden: Schäferhunde, Collies, Huskys, ungefähr die Größenordnung. Loriots Mops finde ich albern, Boxer und Schnauzer hässlich, irische Wolfshunde zu groß, Windhunde absurd.

Was ich aber wirklich gar nicht mag sind die kleinen Kläffer, die nicht bellen sondern schrill keifen. Oft genug sind diese Kläffratten zu allem Überfluss auch noch langhaarige, oft zottelige Fellbündel, wo man den Kopf vor allem an dem vollgesabberten Fellbereich am einen Ende erkennt (Bichon Frisé etwa, Bologneser oder Affenpinscher, um nur einige zu nennen – in echt sind die nämlich selten so schön herausgeputzt wie auf den verlinkten Fotos). Es fällt mir ehrlich gesagt schwer, nachzuvollziehen, was jemand an solchen Tieren findet.

Nun glaube ich gern, dass die meisten Hundehalter ihre Tiere wirklich gernhaben, und ich will es niemandem missgönnen, sich per Haustier ein wenig Gesellschaft und Trost zu verschaffen. Ich akzeptiere natürlich, dass die Leute an ihren Lieblingen hängen, auch wenn ich die Viecher oft genug ziemlich abstoßend finde. Solange klar ist, dass ich mit den Tieren nichts anfangen kann und solange mein Wunsch nach möglichst gar keiner Tuchfühlung respektiert wird, störe ich mich auch weiter nicht an den Hunden. Wenn mir ein Ömchen rührselige Geschichten von ihrem Waldi erzählt, kann ich da durchaus mit – ich muss ja das Tier nicht mögen, um die Geschichte verstehen und mit der Frau mitfühlen zu können.

Mittlerweile dürfte deutlich geworden sein, dass Hunde einfach nicht so mein Ding sind. Trotzdem versuche ich normalerweise, mich in Gegenwart von Hundehaltern halbwegs zu benehmen. Die Leute können ja nichts dafür, dass sie komisch sind

Manchmal kommt es dabei aber zu Interferenzen. Neulich beim Einkaufen etwa standen zwei Frauen vor dem Supermarkt. Beide hatten je einen kleinen Kläffer an der zu langen Leine. An der Wand des Supermarktes lagen die üblichen Behälter mit Rattengift, und die beiden Viecher fingen an, sich dafür zu interessieren. Als die Frauen das mitkriegten, zogen sie ihre Lieblinge an den Leinen zurück und äußerten sich etwa folgendermaßen: „Nicht, weg da, das ist doch Rattengift!“

Beinahe wäre ich laut herausgeplatzt mit: „Na, das passt doch!“

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2 Kommentare on “Rattengift”

  1. Yadgar sagt:

    Also, ganz schlimm sind Möpse – schnaufende, röchelnde Qualzuchten mit rausquellenden Glubschaugen und einem Gesicht wie ein Auffahrunfall! Und das hysterische Gekatsche von den Viechern kann man nicht ernsthaft „Bellen“ nennen… und ausgerechnet diese Kaputthunde sind seit einiger Zeit total hip! Verstehe ich nicht…

    Schäferhunde haben mir zuviel Nazi-Appeal (FaSS, Himmler! FaSS! Mach GrrrrruSS, Himmler! Jaaa, so ist’s brrrrrrav!), Irische Wolfshunde stehen dagegen in meinen persönlichen Hunde-Charts auf Platz 2, direkt hinter… na ja, du kannst es dir sicherlich denken! „Absurd“ finde ich jedenfalls meine Platz-1-Hunde keineswegs, sondern absolut edel… und ich habe festgestellt, dass sie anders als andere Rassen gar nicht diesen ranzig-muffigen Hundegeruch an sich haben!

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  2. gnaddrig sagt:

    Das mit dem Geruch wäre natürlich ein Argument 🙂

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