Rauchmaschine

Neulich bin ich auf der Suche nach ganz was anderem zufällig* auf dieses Video der Smoking machine by Kristoffer Myskja gestoßen. Klasse Idee, wunderbares Gerät!

Ich persönlich mag Pfeifenrauch am Liebsten. Zigarrenrauch finde ich fast immer und fast überall ausgesprochen unangenehm, schlimmer finde ich nur kokelnde Hanfprodukte. (Übrigens weniger, weil es mich stört, dass Leute sich mit irgendwelchem Dreck das Hirn zerschießen oder weil Bekiffte tierisch nervig sein können, das trifft beides auf Besoffene genauso zu. Ich finde einfach den Geruch von dem Zeug furchtbar unangenehm.) Zigarrettenrauch ist meistens erträglich, sofern ich den Rauch nicht ins Gesicht geblasen kriege oder von der Seite vollgeräuchert werde. Zigarrillos rangieren meist irgendwo zwischen zigarrenartig unangenehm und zigarrettenartig egal. Pfeifenrauch dagegen finde ich normalerweise angenehm. Wenn etwa im Raucherbereich am Ende des Bahnsteigs jemand eine Pfeife raucht, füllt das den halben Bahnsteig mit Wohlgeruch. Das passiert eher selten, aber wenn, dann genieße ich das.

Nun rauche ich selbst nicht und will damit auch nicht anfangen. Natürlich könnte ich einen sympathischen und gepflegten Pfeifenraucher als Raumluftaromatisierer einstellen, aber das würde meine finanziellen Möglichkeiten mit Sicherheit übersteigen. Da lasse ich mich lieber von Kristoffer Myskjas rauchender Maschine inspirieren und denke mir einfach eine ähnlich gestrickte automatische Tabakspfeife aus.

Da wären mehrere Ansätze denkbar. Man könnte eine echte Pfeife mit Tabak befüllen und rauchen. Allerdings kann man zumindest hölzerne Pfeifen nicht zu lange am Stück befeuern, und eine größere Zahl Pfeifen zu rotieren erscheint mir zu aufwändig. Wie es mit Meerschaum- oder Tonpfeifen ist, weiß ich nicht. Ein kleiner Stahltopf wäre auf jeden Fall robuster und damit für den Dauerbetrieb günstiger.

Andererseits geht es ja nicht um das Vergnügen eines Rauchers beim Nuckeln an der Pfeife, sondern um die möglichst gleichmäßige Produktion angenehm riechenden Rauchs. Da wäre eine herkömmliche Tabakspfeife weniger geeignet. Stattdessen bräuchte es eine Konstruktion, die die kontinuierliche Verbrennung von Tabak ermöglicht.

Man könnte Tabak mit einem kleinen Greifarm in kleinen Prisen aus einer Schale in die Flamme befördern lassen. Dann bräuchte man allerdings einen vermutlich aufwändigen Mechanismus zum Öffnen und luftdichten Verschließen des Tabakvorrats, sonst trocknet der Tabak aus, und das dürfte den Geruch beeinträchtigen. Müsste mal jemand eine Versuchsreihe starten. Da wäre es wohl besser, den Tabak aus einem einigermaßen luftdicht geschlossenen Vorratsbehälter durch ein Rohr an eine Flamme oder Glutstelle zu schieben. Dabei müsste man etwa durch Wahl geeigneter Materialien und eine entsprechende Bauform dafür sorgen, dass nicht das ganze Rohr und der Vorratsbehälter allzusehr aufgeheizt aufgeheizt werden.

Vielleicht könnte der Tabak in kleinen gepressten Kügelchen zugeliefert werden, die wie in einer dieser Kugeluhren in regelmäßigen Abständen von einer Klappe freigegeben werden, eine Art Murmelbahn hinabrollen, kurz vor Erreichen der Flamme einen Schalter umlegen, woraufhin ein Greifarm die Kugel greift und zwecks besserer Brennbarkeit zerfasert und an der Glutstelle abliefert.

Im Sommer könnte man dem Tabak sicher irgendetwas beimischen, das Mücken vertreibt. Oder jemand denkt sich eine Mischung ätherischer Öle mit irgendwelchen Zusätzen aus, die nach Pfeifenrauch riecht. Allerdings hätte das soviel Charme wie Kaubonbons der Geschmacksrichtung „Grüntee-Pfirsich“ oder ein seitenweiser Nachdruck der Gutenbergbibel im Goldenen Blatt. Da warte ich lieber, bis mal wieder jemand eine echte Pfeife raucht. Das hat auch den Vorteil, dass ich mir nicht die Wohnung verqualmen muss.

* Für diesen Sachverhalt wäre eigentlich das Wort Serendipität angebracht. Allerdings weigere ich mich, das zu benutzen. Ich verabscheue dieses Wort von Herzen. Es ist – obwohl es natürlich ein sehr nützliches Konzept bezeichnet – von so abgrundtiefer Abscheulichkeit, von so unsäglicher Bescheuertheit, dass mir die Worte fehlen. Ich könnte nicht einmal begründen, warum ich das Wort nicht abkann. Es ist einfach so, und ich werde mich in diesen Spalten also bis auf weiteres** ohne dieses Wort behelfen. Stattdessen benutze ich hier die Kategorie Blume am Wegrand, auch wenn sich das nicht ganz genau deckt.

** Bis auf viel, sehr viel weiteres. In absehbarer Zukunft wird es nicht ausreichend weiteres geben, um mir dieses Wort erträglich*** zu machen.

*** Ob es Umstände gibt, unter denen die Verwendung des Wortes das geringere Übel sein kann, weiß ich nicht. Ich bezweifle das erstmal.

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4 Kommentare on “Rauchmaschine”

  1. Nesselsetzer sagt:

    Ganz leicht ist eine solche Konstruktion zwar nicht, aber eine Förderschnecke oder Schneckenförderer zwischen Tabakbehälter und Stahlkocher (oder einer anderen pfeifenähnlichen Konstruktion) würde das Problem des Austrocknens des Tabaks lösen. Und mit der Geschwindigkeit der Förderschnecke ließe sich die Tabakzufuhr regeln (die synchron mit dem Ventilator läuft, der für die Luftzufuhr sorgt). Wann bekommen wir das fertige Modell zu sehen? 😉

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  2. gnaddrig sagt:

    Hm, ich sehe mich hier eher als Ideenlieferant. Die praktische Umsetzung wird in der Regel wer anders machen müssen. Feinmechanik ist nicht so mein Ding. Für den halbautomatischen Kuckuck, den ich mal aus Resten einer kaputten Kuckucksuhr gebastelt habe, habe ich meine diesbezüglichen Möglichkeiten vielleicht noch nicht restlos ausgeschöpft, aber allzuviel Reserve war da auch nicht mehr drin. Ich würde aber Lizenzen zu guten Bedingungen anbieten 😉
    Alternativ könnte man bei Myskja anfragen, was er für sein Gerät nehmen würde.

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  3. Pfeffermatz sagt:

    Ich hatte beim Video gehofft, dass der Automat – nach dem aufwendigen Anbringen und Anzünden der Zigarette – dass Ding mit einem superstarken Zug abfackelt. Ich weiß aber gar nicht, ob das so funktionieren würde…

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  4. gnaddrig sagt:

    Stimmt, Myskjas Maschine ist eher gemächlich. Aber hier zieht einer per Ventilator 380 Kippen in 3 1/3 Stunden durch, Brennzeit pro Stück etwa 15 Sekunden. Das ist schon beeindruckend.

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