Bananenschale

Früher war es in der Kunstszene schon aufsehenerregend, eine Banane an Gebäude zu malen, die irgendwie mit Kunst zu tun hatten. Der Bananensprayer Thomas Baumgärtel hat sich damit im Rahmen seiner Bemühungen um die Kultivierung der Bananenschale einen Namen gemacht. Seine Bananen waren für Eingeweihte mal eine Art Hinweis auf einen kunstaffinen Ort. Mittlerweile gibt es aber wohl jede Menge Trittbrettfahrer, und die gesprühte Banane findet sich als Massenware an gefühlt jeder zweiten Hauswand.

Ein Nachwuchskünstler hat jetzt Joseph Beuys‘ Arbeit mit vergänglichen Materialien („Fettecke“) und Thomas Baumgärtels gesprühte Bananenbilder in einem einzigen, in seiner Einfachheit genialen Werk zusammengeführt und an einem Ort, der eigentlich einer ganz anderen Art der künstlerischen Betrachtung dient, diese hochinteressante Installation präsentiert:

bananenschale

Auf eine tiefergehende Analyse möchte ich an dieser Stelle vorerst verzichten. Allerdings scheint mir, dass wir von diesem – bisher anonym agierenden – Künstler noch Großes erwarten dürfen.

Alternativ müsste man sich mit den folgenden Fragen auseinandersetzen: Warum isst jemand auf dem Klo Bananen? Hat da jemand zuviel Das Gespenst der Freiheit von Luis Buñuel geschaut? Hätte als Performance natürlich auch irgendwie mit Kunst zu tun.

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6 Kommentare on “Bananenschale”

  1. Nesselsetzer sagt:

    Der Clou an dem Bananenbild sind doch die drei Klorollen rechts, sie bilden eine lange verbiindung zu den unten platzierten Klorollen und demzufolge eine Einheit mit den drei Abstellhähnen oben und geben somit eine überaus charismatische Verbindung zu der einzigartig eingefassten Edelstahlkugelkappe über dem küntlerisch aufwendig gestaltetem Klodeckel. Das in Verbindung mit der fantastischen Gleichförmigkeit des keramischen Stufenkunstwerkes (enorme künstlerische Leistung: nur eine Stufe!!!1!11) ergibt sich ein extrem künstlerisch geformtes Gesamtwerk, nur durchbrochen von der eijnzigartigen gegenläufigen Form und Farbe der explizit platzierten Bananenschale. Ein Hoch auf das ausgezeichnete Gesamtkunstwerk!

    Ich hätte Kunstkritiker werden sollen, stimmt´s? 😉

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  2. gnaddrig sagt:

    Bravo, bravo! So schön hätte ich das nicht formulieren können! Vielleicht könntest Du Dir da wirklich ein zweites Standbein aufbauen 😉

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  3. […] (mehr oder weniger stilisierte) Bananen per Schablone an Hauswände sprühen oder pinseln, ist ein alter Hut. Auch wenn das mal als eine Art Kunstprojekt angefangen hatte, gibt es mittlerweile so viele […]

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  4. […] werden es überhaupt sehen. Sowas kann Geheimtipp- oder Kultcharakter entwickeln, wie seinerzeit die Banane an ausgewählten Hauswänden. Wenn natürlich die Sprüche gut genug […]

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  5. […] alle verfügbaren Oberflächen mit Che Guevara (wirklich, Herr Kry, war das wirklich nötig?), der Banane oder sonstwelchen Standards vollklecksen. Stattdessen könnten ernstzunehmende Künstler statt zur […]

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  6. […] nicht so selbstverständlich, wie man das gern hätte. Viel zu oft hinterlassen Benutzer dort mutmaßliche Kunstwerke oder tatsächliche Schweinereien, was dann bei nachfolgenden Benutzern auf Missbilligung stößt […]

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In den Wald hineinrufen

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