Rettungs- und Fluchtweg

Direkt vor dem Ausgang eines mehrstöckigen Elektromarktes wird gebaut. Der Platz ist eingezäunt, und der Weg am Gebäude entlang ist nur gut zwei Meter breit. Für eine schnelle Evakuierung des Ladens reicht das nicht. Darum hat man einen zusätzlichen Flucht- und Rettungsweg ausgeschildert, der über die Baustelle führen soll:

rettungs_und_fluchtweg_schild

Das Konzept des Rettungs- und Fluchtwegs dürfte den meisten Leuten wenigstens im Prinzip bekannt sein. Die zugrundeliegende Idee ist ja auch nicht so kompliziert: Wo viele Menschen auf engem Raum unterwegs sind, muss man die im Notfall schnell und geordnet aus dem Weg schaffen können. Züge, Busse, Flugzeuge, Festwiesen, Konzertsäle, Kaufhäuser müssen schnell evakuiert werden können. Je geordneter das möglich ist, desto eher lassen sich Massenpaniken vermeiden.

Je besser die Fluchtwege beschildert sind und je freier diese Fluchtwege sind, desto besser. Ausreichend dimensionierte Fluchtwege für die Menschenmenge und benutzbare Rettungswege für Rettungskräfte retten im Notfall Menschenleben. Spätestens seit der Katastrophe auf der Loveparade in Duisburg 2010 ist die Problematik wohl auch einer breiten Öffentlichkeit bekannt.

Deswegen habe ich überhaupt kein Verständnis dafür, dass irgendwelche Knallköpfe diese extra ausgeschilderten Fluchtwege mit Fahrrädern vollstellen, sei es aus Gedankenlosigkeit, aus Bequemlichkeit oder Nur mal schnell, ich bin ja gleich wieder weg. Jedenfalls finde ich es schon ganz schön dreist, die Räder direkt unter das Schild zu stellen:

rettungs_und_fluchtweg

Das Rad unter dem Schild ist immerhin nicht am Drahtzaun festgeschlossen, das schicke Gerät ohne Schutzblech links daneben aber schon. So oder so, wenn der Laden schnell geräumt werden muss oder Panik ausbricht, machen sich die Räder vor dem Zaun gar nicht gut. Dummvolk! Regt mich tierisch auf, sowas!

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6 Kommentare on “Rettungs- und Fluchtweg”

  1. […] mich jetzt nicht Diebe und ihr Tun, sondern Rettungs- und Fluchtwege. Neulich hatte ich mich hier über Leute aufgeregt, die ihre Fahrräder kackfrech direkt unter ein Schild mit dem Text Rettungs- […]

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  2. […] besser gesagt, mir fallen sie oft auf, wenn ich einfach nur ganz harmlos durch den Tag gehe (z.B. hier oder […]

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  3. JB sagt:

    Sowas ist wirklich nicht schön.

    Andererseits ist das Schild aber auch nicht besonders gut gemacht. Zum einen fehlt komplett ein Notausgang / Fluchtwegschild. Es wird auch nicht die typische grüne Farbe verwendet. Zum anderen viel zu textlastig. Genau dafür gibt es ja die neue ISO 7010. Es gibt einfach viele Leute, die Texte nicht lesen können / wollen / verstehen. Und da sind klare Piktogramme besser.
    siehe: http://www.rettungsschilder.eu/normen

    Auch das Parkverbotschild für die Fahrräder finde ich nicht optimal. Lieber einen roten Kreis mit einem Fahrrad und einem roten Querbalken – eben das typische Verbotsschild. Und dann das ganze noch eine Nummer grösser.

    Gute Ausschilderung würde den Menschen helfen. Die restlichen Knalltüten muss man dann eben das Rad „abschleppen“.

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  4. gnaddrig sagt:

    Das stimmt, besonders gut ist das Schild nicht gemacht. Wenn das wirklich als Fluchtweg gemeint ist, kann das besser kenntlich gemacht werden. Ich bin mir auch nicht sicher, wie benutzbar der Fluchtweg im Ernstfall gewesen wäre – dahinter wurde eine U-Bahn-Haltestelle gebaut und die meiste Zeit war da eine ziemlich tiefe Grube, wo keine Menschenmenge durchgekommen wäre. Das ganze wirkt undurchdacht.

    Geärgert hat es mich trotzdem, dass regelmäßig Leute ihre Fahrräder direkt unter dem Schild anzuschließen. Das Halteverbotsschild sollte verständlich genug sein, auch wenn es etwas mickrig geraten ist…

    Was die gute Beschilderung angeht, gebe ich Dir völlig recht: Bedienungsanleitungen, alle Crowd-Control-Maßnahmen und Beschilderungen sollten so einfach, einleuchtend und eindeutig sein, wie möglich, damit im Ernstfall möglichst wenig Zeit mit Überlegen verloren geht und möglichst wenig Leute in der falschen Richtung unterwegs sind. Leider ist das leichter gesagt als getan, und es scheint bei vielen auch nicht wirklich wichtig genug zu sein.

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  5. […] Leute, die ihre Räder wild in der Gegend abstellen, ganz egal, ob es dort stört, Eingänge oder Fluchtwege versperrt o.ä. An manchen Stellen wuchern die Fahrräder, obwohl es jede Menge Platz gibt, wo man […]

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  6. […] kommt ja immer wieder vor, dass Notausgänge und Flucht- und Rettungswege irgendwie vollgemüllt oder zugeparkt werden. […]

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In den Wald hineinrufen

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