Werwolf

Warum heißt der Werwolf eigentlich Werwolf? Die Herleitung nach Pfeifer, derzufolge sich das Wort zusammensetzt aus althochdeutsch/altsächsisch/altenglisch wer ‘Mann’ und dem in demselben Wörterbuch unter Wolf behandelten Substantiv, ist natürlich völlig haltlos.

Wenn es, wie man weiß, mehrere Jahrhunderte des Mittelalters gar nicht gab, können natürlich auch etymologische Erklärungen, die auf Sprachzeugnisse aus dieser Zeit zurückgreifen, nicht korrekt sein. Wahrscheinlich hat es das Althochdeutsche, das Altsächsische und das Altenglische in der vorgespiegelten Form nie gegeben. Walther von der Vogelweides Lyrik hat möglicherweise Konrad Kujau in den Pausen geschrieben.

Egal, ich kann hier jedenfalls enthüllen, warum der Werwolf nun Werwolf heißt. Die Herleitung ist gleichzeitig ein Plädoyer für einen stringenten Orthographieunterricht, die heute gängige Schreibung beruht nämlich im Wesentlichen auf einem Rechtschreibfehler aus der Frühzeit des Neuhochdeutschen. Außerdem dient die Enthüllung der Pflege meines inneren Kindskopps und ist mir deshalb sehr wichtig.

Und warum heißt der anthropo-lupine Metamorph jetzt Werwolf? Ganz einfach, wenn wir gerade Vollmond hätten, dann wäre er jetzt ein Wolf. TröötTadaaa…

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7 Kommentare on “Werwolf”

  1. danawahr sagt:

    Autsch… 😀
    By the way: Der Schneefall vor dem weißen Hintergrund gibt Deinem Blog einen sehr idyllischen Touch. 😉

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  2. gnaddrig sagt:

    Ich weiß, tut weh, musste aber raus 🙂

    Und den Schnee gibt’s bei WordPress.com umsonst dazu, war letztes Jahr auch schon. Kann man unter Einstellungen -> Allgemein ganz unten einstellen. Nette Spielerei, finde ich. Allerdings fehlt mir eine Funktion, die die Farbe der Schneeflocken dem jeweiligen Hintergrund anpasst. Dass die Schneeflocken also vor Fotos die Farben derselben annehmen, vor Buchstaben schwarz werden usw. Das kommt vielleicht mit der nächsten WordPress-Version…

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  3. Pfeffermatz sagt:

    Sehr interessant, aber leider falsch. Das Wort „Werwolf“ kommt ursprünglich aus dem altenglischen „Queer Wolf“, weil es das Mittelalter doch gab und man – zumindest in England, Werwölfe komisch (also „queer“, was damals noch nicht die zusätzliche Bedeutung „schwul“ hatte) fand. Daraus wurde per Gleichklang das Altdeutsche „Querwolf“, was sich später zu Werwolf verkürzte (damals wurde auch „Qürg“ zu „Würg“). Per Lautverschiebung wurde so auch der Roh-Querwolf zu einem Rock-Werwolf, aber das ist eine andere Geschichte.

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  4. gnaddrig sagt:

    Hm, Queser-Bergland, Querder Bremen, Quählscheibe. Aber warum heißt es dann nicht Wittengelee? Werkopf? Oder hat sich der Querkopf über Werkopf zum Wirrkopf queiterentquickelt?

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  5. Pfeffermatz sagt:

    Quas quillst du eigentlich? Gegen meinen quissenschaftlichen Bequeis werschießen? So ein Watsch! Ich sage trotzdem: Soisses, quomit „wod erat demonstrandum“ gelten tut.

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  6. gnaddrig sagt:

    Mir geht’s nur ums Meckern. Und ums Rechthaben. Das Leben kann so einfach sein 😉
    Außerdem ist es erfreulich einfach, ganze Sätze ohne den Buchstaben que zu schreiben, da kann man das Problem ohne besondere Anstrengungen elegant umschiffen…

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  7. Yadgar sagt:

    In Solingen gibt es tatsächlich sogar eine Hauptverkehrsstraße, die „Werwolf“ heißt: http://www.openstreetmap.org/search?query=Solingen%20Werwolf#map=17/51.16724/7.08838

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In den Wald hineinrufen

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