Gut ausgestattet

In dem Erste-Hilfe-Kurs von neulich hat die Referentin nebenbei das Buch Erste Hilfe für Kinder von Franz Keggenhoff vorgestellt. Das ist nicht über Erste Hilfe an Kindern, sondern es richtet sich an Kinder ab 9 und erklärt ihnen, wie sie selbst Erste Hilfe leisten können.

Meine Töchter haben das Buch regelrecht verschlungen. Genauer gesagt, die Große hat es der Kleinen vorgelesen. Stabile Seitenlage hatte die Ältere in der Schule, und die haben sie dann an mir zusammen ein paarmal geübt (da hatte ich keine Wahl). Das hat sehr gut geklappt.

Aber das ganze ist nicht nur Theorie und trockenes Üben, es hat auch schon eine echte Anwendung gegeben. Meine Jüngste hat sich vorhin beim Toben die Nase angehauen. Die Folge war mittelstarkes Nasenbluten. Die Älteste ist sofort los, hat Taschentücher geholt und der Kleinen Anweisungen gegeben, wie sie sich halten soll usw. Alles aus dem Gedächtnis genau wie’s im Buch steht.

Ich habe dann auch mitgemacht (und die Aufmerksamkeit wieder mehr vom nicht ganz so dringlichen Wegwischen der Blutflecken auf Tisch, Sofa und Boden auf das zunächst viel wichtigere Stillen der Blutung gelenkt). Aber hinterher hat sie dann ganz stolz bemerkt: Wenn ich allein mit ihr gewesen wäre, hätte ich das auch geschafft!

Da hatte sie recht, sie hat alles richtig gemacht und hätte ihre kleine Schwester auch allein vorbildlich versorgt. Ich war gerührt und stolz.

Besagte kleine Schwester hat das Buch übrigens seit Wochen auf dem Nachttisch liegen und liest immer wieder drin. Lesen kann sie noch nicht wirklich, aber sie ist auf dem besten Weg dahin. Außerdem kennt sie den Inhalt weitgehend auswendig und benutzt die Bilder und den Text eher als Gedächtnisstütze.

Weil sie jetzt weiß, dass Kinder auch Ersthelfer sein können, hat sie sich eine originalverpackte Mullbinde organisiert und eine Plastikmaske für Atemspende bei mir abgestaubt. (Das Ding ist in einer kleinen Plastikkapsel verstaut, die sie sowieso nicht aufkriegt. Sowas wird als Schlüsselanhänger verkauft und ist eher Alibi als ernstzunehmendes Werkzeug. Andererseits, wenn man jemand übel Zugerichtetes vor sich hat, kann das die Atemspende sicher erleichtern und dient dann wie Gummihandschuhe, die sich gut in einer dieser gelben Plastikkapseln aus Überraschungseiern verstauen lassen, vor allem dem Eigenschutz).

Die beiden Sachen trägt sie jetzt voller Überzeugung in der Hosentasche mit sich herum, für den Fall der Fälle. Man weiß ja nie, wann man es mal braucht…

Bücher:
Franz Keggenhoff: Erste Hilfe für Kinder, Coppenrath, (ISBN 9783815753729)

Zum Weiterlesen für Erwachsene und als Nachschlagewerk:
Harald Karutz, Manfred von Buttlar: Kursbuch Erste Hilfe, dtv, (ISBN 9783423344913)

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