Unerwartet – die Geschichte

Neulich bei mir im Blog. Ich bastele nichtsahnend an einem Beitrag, sichere eine vorläufige Version meines Textes und sehe dabei, dass der weiße Balken am aktuellen Ende der Statistik erstaunlich weit nach oben gegangen ist. Also werfe ich einen Blick in die Statistik, und es stimmt, in der letzten halben Stunde sind ungefähr soviel Seitenaufrufe hereingekommen wie sonst an einem guten Tag.

Naja, denke ich, kommt vor. Hatte ich schonmal im vergangenen Juni, als mein Erste-Hilfe-Artikel bei Alltag im Rettungsdienst online ging. Und als im Oktober jemand meine Wirtschaftsflüchtlinge auf Facebook geteilt hatte. Beide Male war es längst nicht so extrem, aber da kamen jeweils an einem Tag immerhin dreimal so viele Aufrufe wie normal.

In der Zwischenzeit hatte sich die Zahl der Zugriffe nochmal fast verdoppelt. Insgesamt kam an diesem Abend soviel Traffic zusammen wie sonst in einem mittleren Monat. Und am nächsten Tag gleich nochmal. Das hat gereicht, den betreffenden Beitrag für zwei Tage in die deutschsprachigen Top Posts bei WordPress.com zu katapultieren, was deutlich oberhalb meiner normalen Preisklasse rangiert. Höchststand war immerhin Platz 11.

Der nächste Blick ging dann auf die Referrerliste in der Statistik. Beim Abklappern der ganzen Referrer stellte sich heraus, dass eine Nachrichtenseite meinen Beitrag in ihren Newsfeed aufgenommen hatte. Mittlerweile habe ich erfahren, dass die Betreiberin des Blogs Politik im Spiegel meinen Text dort eingereicht hatte, weil sie ihn so gut fand. Diesen Newsfeed haben nun eine ganze Reihe Blogs auf der Startseite eingebaut, und von denen haben einige den Artikel rebloggt. Von dort kamen dann die vielen Zugriffe zustande.

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Interessant ist, dass von den vielen Hundert Lesern dieser beiden Tage keiner hier kommentiert hat. Ob von denen jemand bei mir hängengeblieben ist, weiß ich natürlich nicht. So detailliert ist die WordPress-Statistik nicht, dass ich einzelne Leser identifizieren könnte. Aber seit mein Text aus dem Newsfeed rausgefallen ist, benimmt sich der Traffic wieder wie vorher, ohne sichtbare Spuren.

Einerseits fand ich die vielen Seitenaufrufe ganz nett, andererseits sind die für sich genommen wenig wert. Jemand, der mit zittrigem Mausfinger surft, kann auch in kurzer Zeit beträchtlichen Traffic generieren. Aber mich interessieren ja nicht die reinen Klickzahlen, sondern die Leser, denen mein Text vielleicht was gibt oder die sich zum Nachdenken anregen lassen. Und darüber gibt die Klickstatistik natürlich keine Auskunft. Da wären ein paar Kommentare hilfreich gewesen.

Außerdem ist mein Text unter anderem auch auf Blogs aufgetaucht, mit denen ich eher nicht so viel anfangen kann. Meinen Text in den Händen von Leuten zu sehen, deren Blog ich kaum je besucht hätte und mit denen ich eigentlich nichts anfangen kann, ist schon komisch, aber das gehört wohl dazu. Da kann ich gar nichts gegen tun, zumal die korrekt zu mir als Quelle verlinkt haben. Wahrscheinlich geht es Prominenten aller Art ständig so, wenn Zitate und Fotos von ihnen in allen möglichen und unmöglichen Zusammenhängen auftauchen und oft genug für alles mögliche missbraucht werden. Merkwürdiges Gefühl jedenfalls.

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Haben die meinen Text überhaupt richtig verstanden? Werde ich jetzt in Schubladen gesteckt, in die ich ganz gewiss nicht hineinmöchte? Keine Ahnung, und wer sich hier ein wenig umschaut, wird sicher bald merken, wes Geistes Kind ich nicht bin. Davon abgesehen hoffe ich, dass ich – wenn ich schonmal über Politisches schreibe – meine Meinung so gut auszudrücken schaffe, dass sie nicht so ohne weiteres missverstanden werden kann.

Egal, hier geht es jedenfalls weiter wie bisher – ganz nach meinem Belieben, schön querbeet und ohne Gewähr was Themen und Frequenz angeht, und eigentlich immer mit niedrigem Bullshit-Index.

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One Comment on “Unerwartet – die Geschichte”

  1. […] sich schon die Möglichkeit einer solchen Fehletikettierung anfühlt, habe ich neulich erst selbst erfahren.) Gerade zu negativen Urteilen über Leute sollte man, meine ich, durch möglichst informiertes und […]

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