29. Februar

Ein Glück habe ich nicht am 29. Februar Geburtstag. Dann hätte ich nämlich im Schnitt nur ungefähr alle vier Jahre Geburtstag. Natürlich würde ich jedes Jahr ein Jahr älter werden, wie alle. Aber einen 29. Februar gäbe es nur alle vier Jahre. Dieses Jahr zum Beispiel nicht. Gestern wäre mein Geburtstag noch „morgen“ gewesen, heute hätte er zwar „gestern“ nicht stattgefunden, wäre aber trotzdem schon vorbei – am 1. März ist der egal wie lange Februar eben Vergangenheit. Pech gehabt, Schaltjahreskind.

Dass ich dann an jedem 29. Februar gleich vier Jahre älter würde, wäre ein schwacher Trost. Als Kind würde ich jedes Mal mich über die drei vergangenen geburtstagslosen Jahre ärgern, mit den entgangenen Geburtstagstorten und -geschenken, Geburtstagsfeiern usw. Und in reiferem Alter würde ich mich vielleicht jedes Mal ägern, gleich wieder vier Jahre älter zu sein.

Dabei ist das mit dem einen Geburtstag alle vier Jahre natürlich Unsinn. Ich hätte ja am 60. Tag des Jahres Geburtstag, egal ob der nun 29. Februar heißt oder 1. März. Und alle, deren Geburtstag nach diesem 60. Tag liegt, würden ihre Geburtstage jedes Schaltjahr einen Tag zu spät feiern, weil alle Daten nach dem 29. Februar um einen Tag in Richtung Jahresende verschoben werden. So ist Heiligabend normalerweise am 358. Tag des Jahres, in Schaltjahren aber am 359. Tag. Unlogisch, finde ich.

Man hat ja am x. Tag des Jahres Geburststag, egal wie der heißt. Der 29. Februar ist der 60. Tag des Jahres, oder andersherum: Normalerweise heißt der 60. Tag des Jahres 1. März, nur in Schaltjahren heißt er 29. Februar. Die Tatsache, dass sich der Geburtstag an diesem Tag jährt, ändert sich durch die Benennung des Tages kein bisschen. Das Schaltjahr ist ja in Wirklichkeit auch nicht länger als die anderen Jahre (Gemeinjahre). Das mit den Schaltjahren ist nur ein Buchhaltungstrick, mit dem man erreicht, dass die Kalendertage immer um Mitternacht beginnen und sich der rechnerische Tagesanfang nicht jedes Jahr um ungefähr 6 Stunden verschiebt.

Denn eigentlich ist jedes Sonnenjahr (ich nehme mal das gängige tropische Jahr) 365 Tage, 5 Stunden, 48 Minuten und ein paar Sekunden lang, für das Jahr 2000 waren das 45,261 Stück, aber das variiert wohl. Man erkauft sich den Jahres- und Tagesanfang um Mitternacht durch Hin- und Herschieben der ungeraden Reste, und das ist ein durchaus verständlicher Tausch – besser einmal alle vier Jahre so tun, als gebe es einen Tag mehr, als sich jedes Jahr die krummen Zeiten für den Datumswechsel merken (einmal um 5:48, im Jahr danach um 11:56, im Jahr danach um 17:44 usw.; die Sekunden ignoriere ich mal).

Aber ich finde es völlig unlogisch, wie die Monate eingerichtet sind. Und noch unlogischer finde ich es, den Schalttag irgendwo mittenreinzuschieben. Immerhin hängt man ihn an den mit Abstand kürzesten Monat, das ist wenigstens ein kleiner Schatten von Vernünftigkeit, aber bei weitem nicht genug. Da wäre ein kleiner Umbau des Kalenders wäre da sicher keine dumme Idee, ich wäre voll dafür.

Und wenn wir schon dabei sind, könnten wir die idiotische, demnächst wieder anstehende Zeitumstellung auf die Sommerzeit auch gleich mit abschaffen. Eine Reihe von Ländern hat das schon gemacht, es geht also. Die Welt dreht sich auch ohne Sommerzeit weiter, und es werden nicht aufhören Sommer und Winter, Saat und Ernte und so.

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2 Kommentare on “29. Februar”

  1. […] die Länge der einzelnen Monate könnte man sich bei Gelegenheit mal in Ruhe Gedanken machen und nach dem nächsten Weltuntergang eine hübsche Kalenderreform […]

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  2. […] es dazu nicht wirklich was Wichtiges oder Neues zu sagen gibt, nutze ich die Gelegenheit, mich am heutigen seltenen Datum ganz kurz zu Wort zu melden. Pfeifen im Walde. Ich blogge, also bin ich. […]

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