Ordnung wie gedruckt

Wir haben eine Bastelkiste, in der wir unser Bastelmaterial aufbewahren – Buntpapier, Fotokarton, Filz, Glitzerkram, Farbe, Klebstoff, Glasperlen, was weiß ich. Der Bestand ist im Laufe der Jahre erheblich gewachsen, und in der Kiste ist es unübersichtlich geworden. Deshalb haben wir jetzt mal versucht, den Inhalt ein wenig zu sortieren. Kleinkram sollte in durchsichtige Ziploc-Tüten. Farbdöschen oder -fläschchen in Pappschachteln oder durchsichtige Plastikdosen, Stifte ebenso. Dabei sollte gleiches mit gleichem einsortiert werden, es geht ja darum, die Sachen einfach auffindbar zu machen.

Nun hatten wir ein paar kleine Pappschachteln unterschiedlicher Formate und die eine oder andere Tupperdose zur Verfügung, um das Zeug ordentlich unterzubringen. Aber leider ist es mit diesen Behältnissen so, dass die oft knapp zu klein sind. Man kriegt die vorhandenen fünf Flaschen und drei Dosen Farbe und die zwei Lackstifte mit Müh und Not und viel Zirkelei gerade so drin unter, aber wenn eine Farbe dazukommt oder ein als Ersatz für eine verbrauchte Farbe gekauftes Gebinde ein anderes Format hat, passt es nicht mehr.

Und wenn man die so überladene Schachtel auch nur zu scharf anschaut, fällt was raus. Ordnung geht anders, also her mit der nächstgrößeren Schachtel. Die ist nun wieder viel zu groß, da klötern die paar kleinen Dinger drin herum wie die Groschen in der Spendenbüchse am Anfang der Sammeltour. Und der ungenutzte Raum in der Schachtel fehlt dann für andere Sachen, das geht also auch nicht so gut.

Jetzt wäre es doch elegant, wenn man einfach maßgeschneiderte Schachteln hätte. Gut, ich kann mich dransetzen und welche aus Pappe selberbasteln. Habe ich bei einer Reihe von Gelegenheiten auch schon gemacht – Fächer in Spieleschachteln eingebaut, damit man die Spielsteine sortiert aufbewahren kann. Bei Siedler von Catan mit der einen oder anderen Erweiterung zum Beispiel erspart einem das eine Menge Sortiererei, wenn man die Sachen gleich nach Erweiterungen sortiert aufbewahren kann und diese Sortierung auch transportbeständig ist.

Allerdings ist es manchmal nicht so einfach, für eine gegebene Menge Gegenstände verschiedener Formen und Abmessungen das ideale Schachtelformat zu finden. Platz- und Materialverbrauch sollen möglichst gering sein, der Zugriff auf den Inhalt möglichst einfach, und die Außenmaße sollten mit den übrigen vorhandenen Schachteln so zusammenpassen, dass man die ganzen Schachteln gut in dem Bastelkarton unterbringen kann. Je nachdem, was man alles dort aufbewahrt, kann das schon recht anspruchsvoll sein, und da kommt jetzt meine neueste Idee ins Spiel:

Vielleicht könnte man…

Warum lässt man sich die nötigen Schachteln nicht ausdrucken? Man bräuchte dazu neben Computer und Drucker eine Kamera, Gesichtserkennungssoftware und eine Datenbank mit den Maßen der bereits vorhandenen Schachteln und lose aufbewahrten Gegenstände. Dazu Material für die auszudruckenden Behältnisse.

Man würde dann die in einer neuen Schachtel unterzubringenden Gegenstände mit der Kamera scannen. Die Software vermisst die Dinger, analysiert die Formen und berechnet daraus das günstigste Format für die benötigte Schachtel. (Da wäre eine Reihe von Parametern denkbar, die man nach Belieben priorisieren könnte. Man würde sich dann je nach Vorgaben für einen Punkt auf einer Linie zwischen übersichtlich und platzsparend entscheiden müssen, oder zwischen einfach und kompliziert.)

Aus den so ermittelten Maßen könnte man mit einem vermutlich sehr simplen Programm einen Bauplan für eine Pappschachtel automatisch erstellen lassen, den man dann auf Fotokarton, Tonkarton oder dickere Pappe drucken könnte. Entsprechende Software gibt es wahrscheinlich sogar schon irgendwo. Dann muss man das Ding nur ausschneiden, falzen und zusammenkleben. Wer es moderner mag, besorgt sich einen 3D-Drucker. Die machen ja in letzter Zeit immer wieder von sich reden. Nur dass diesmal keine Handfeuerwaffe ausgedruckt werden soll, sondern eine Plastikschachtel mit Deckel.

Man könnte sicher auch eine App entwickeln, die die ganze oben beschriebene Funktionalität einfach ins Smartphone packt, sodass man nicht einmal neue Hardware braucht. Auch die zur Verwaltung nötige Datenbank würde schon ein Einsteigerhandy sicher mühelos stemmen, allzugroß und komplex müsste die ja gar nicht sein.

Alternativ könnte man auch die vorhandenen Behältnisse erfassen und einfach die optimale Verteilung der sortiert aufzubewahrenden Gegenstände auf diese Behältnisse berechnen lassen. Damit ließen sich sicher auch Kühlschränke, Kühltruhen, Vorratsschränke, Speisekammern, Kellerräume usw. verwalten. Sogar die Möblierung von Wohnungen könnte man damit planen. Ungeahnte Möglichkeiten tun sich da auf, vielleicht sollte ich mir einen Patentanwalt suchen oder ein paar App-Entwickler.

Happy End in Sicht?

Nächstes Jahr veranstalten dann Facebook und Google ein Wettbieten, um mir das Start-up abzukaufen, ich werde reich und berühmt, ich weiß gar nicht, was ich mit dem ganzen Geld alles anstellen soll. Naja, erstmal versuche ich, die Bastekiste in bewährter Low-Tech-Manier, also händisch, in den Griff zu kriegen. Reichwerden nehme ich später in Angriff, vielleicht…


One Comment on “Ordnung wie gedruckt”

  1. […] Besuch? Einfach das nötige Geschirr und Besteck ausdrucken. (Den Drucker hat man seit letztem Jahr sowieso.) Hinterher in die Spülmaschine, und wenn es nicht mehr benötigt wird, kann man es einschmelzen […]

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