Motivation

Hausaufgaben erfreuen sich, darf ich mal so pauschal behaupten, ziemlich durchgehend erheblicher Unbeliebtheit. Sogar bei großem Interesse am betreffenden Fach und hohem Lernwillen machen die meisten Schüler nicht wirklich gerne Hausaufgaben. Schon gar nicht, wenn es besseres zu tun gibt, also praktisch immer.

Montag? Da steht noch die ganze Woche bevor, da kann ich mir nicht auch noch die Hausaufgaben zumuten. Dienstag? Nö, heute nicht. Mittwoch? Auch nicht. Donnerstag? So kurz vorm Wochenende nicht mehr. Freitag? Nix da, erstmal von der langen Schulwoche erholen. Samstags? Nicht echt, oder? Ist doch Wochenende. Sonntag ist Sonntag, da macht man aus Prinzip nichts. Außerdem muss man sich für den gefürchteten/verabscheuten Montag sammeln.

Gut, manchmal ist man so im Schwung, dass man die paar Aufgaben schnell zwischen Essen und Spielen wegschafft, aber das ist nicht der Normalfall. Und es ist ziemlich unabhängig von der Schwierigkeit der Aufgaben. Wenn, dann hängt es eher an der Menge der Aufgaben, mehr schreckt stärker ab. Egal. Praktisch jedes Schulkind hat zumindest gelegentlich Phasen, wo es richtig schwerfällt, sich an die Hausaufgaben zu machen.

(Studenten haben das auch noch – in den Wochen vor wichtigen Prüfungen haben Studenten in der Regel die blitzsaubersten Zimmer bzw. WGs, die geputztesten Schuhe, schreiben die lang aufgeschobenen Briefe an aus den Augen geratene Freunde usw. Und ähnliche Verhaltensmuster lassen sich gelegentlich auch bei Angestellten bis hoch ins mittlere Management beobachten.)

Ganz egal, für wen die Aufgaben sind, Lehrer, Dozent, Prüfungsamt, Chef, irgendwann ist Abgabe, und dann muss geliefert werden, sonst gibt’s Ärger. Aber bis dahin lässt man die Zeit nach Kräften möglichst langsam verfließen (Kind: Mir ist langweilig – Elternteil: Räum Dein Zimmer auf oder mach Hausaufgaben. – Kind: Och nö, geht schon *flitzt weg*).

Kurz zusammengefasst kommt dann so etwas dabei heraus:

Für Schimpfen, Klagen, Aufschieben und Vermeiden sowie u.U. hinhaltendes Vorbereiten der Arbeit aufgewendete Energie:
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Für die tatsächliche Bearbeitung der Aufgaben aufgewendete Energie:
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6 Kommentare on “Motivation”

  1. ausgesucht sagt:

    … ein Hoch auf die Prokrastination. 😀

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  2. gnaddrig sagt:

    Ja, da sind ja ganze Bücher drüber geschrieben worden. Bestimmt sind auch Bücher als Prokrastinationsmaßnahmen geschrieben worden, wer weiß…

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  3. ausgesucht sagt:

    Ich stelle mir gerade vor: das Schreiben dieser Bücher ist erst einmal aufgeschoben 😉

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  4. gnaddrig sagt:

    Genau. Erstmal das Papier zurechtrücken, den Bleistift spitzen, nochmal Kaffee holen. Die Vögel zwitschern so schön vor dem Fenster. Die Blume braucht wieder Wasser…

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  5. Pfeffermatz sagt:

    DISCLAIMER: Das oben beschriebene gilt natürlich nicht für Hausaufgaben im Fach Mathematik, die machen erstens Spaß, gehen zweitens schnell, und viertens gibt es doch kaum „besseres zu tun“. Und drittens habe ich vergessen…

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  6. gnaddrig sagt:

    Natürlich gilt, wie immer bei solchen Sachen: Anwesende selbstverständlich ausgenommen 😀

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