Die Frühstückseimaschine

Wer zum Frühstück gerne gekochtes Ei hat, kennt das Dilemma: Wie kriegt man die Eier einigermaßen zuverlässig so gekocht, wie man sie gern hätte? Sie werden fast unweigerlich zu hart oder zu weich, oder die Schale kriegt einen Riss und das Ei läuft halb aus, bevor es fest wird und man hat dann buchstäblich gekochtes Wasser im Frühstücksei.

Eier sind ja nun Naturprodukte, und als solche sind sie trotz Sortierung nach Größen zu uneinheitlich, als dass man einfach so regelmäßig zielgenau den richtigen Weichheitsgrad hinkriegen könnte. Die Schale kann dicker oder dünner sein, das Dotter größer oder kleiner. Das Alter eines Eis beeinflusst möglicherweise das Verhalten im Kochtopf. Luftdruck, Wasserhärte, was weiß ich, was da noch alles mitmischt und Eierkochen für die Allermeisten zum Glücksspiel macht.

Wer nicht gerade Profikoch ist oder Eierkochgeek, hat keine Chance und muss sich immer mal mit zu hartgekochten oder zu weich gebliebenen Eiern zufriedengeben, vielleicht sogar welchen, wo das Eiweiß noch glibberig und halb durchsichtig ist. Blärgs.

Aber jetzt naht Abhilfe aus meiner Erfinderwerkstatt. Jetzt stelle ich hier die Frühstückseimaschine vor, die zuverlässig das perfekte Frühstücksei liefert. Ein Gerät, von dem Sie nie geahnt haben, dass Sie es brauchen könnten, das Sie aber schon nach wenigen Tagen nicht mehr missen möchten.

** * **

Die Frühstückseimaschine wird mit Wasser, Wasserzuschlagsstoffen und zu kochenden Eiern befüllt. Die Eier werden einzeln gewogen, durchleuchtet (Ultraschall, Röntgen oder Magnetresonanz, die Details sind noch nicht geklärt), u.U. wird auch der elektrische Widerstand gemessen. Dazu kommen Luftdruck, Legedatum der Eier und was mir sonst noch so einfällt. Aus diesen Daten wird das Verhalten des Eis beim Erhitzen abgeleitet. Die Temperatur des umgebenden Wassers bzw. der Temperaturunterschied an der Eierschale beeinflusst natürlich den Temperaturgradienten im Innern des Eis.

Je nach Wunsch des Frühstückers wird nun die ideale Zubereitungsart berechnet. Hohe Anfangstemperatur, später langsam oder stufenweise sinkende Temperatur. Oder vielleicht langsames durchwärmen bis kurz vor den Punkt, wo das Eigelb fest wird, dann kurz erhöhte Temperatur, um das Eiweiß durchzugaren.

Das fertig gekochte Ei wird dann abgeschreckt und – auf Wunsch – auf die gewünschte Art gepellt ausgegeben. Geköpft, halb  oder ganz gepellt, Zierschnitte an der Schalenkante sind möglich. DAs Ei kann auch in Scheiben oder Würfel geschnitten, längs oder quer halbiert oder in jeder anderen technisch machbaren Form ausgegeben werden. Wie bei den Eierschalen können – etwa bei Weiterverwendung als Russische Eier – die Schnittkanten von halbierten Eiern hübsch verziert werden. Guten Appetit!

** * **

Ich möchte außerdem diese Gelegenheit nutzen und auf einige weitere großartige Haushaltshilfen aus dem Hause gnaddrig aufmerksam machen:

Marmeladenbrotmaschine
Aufräumapparat
Schwebende Salzfässer

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10 Kommentare on “Die Frühstückseimaschine”

  1. knipserei sagt:

    Bevor Du mit der Entwicklung los legst. So ’ne Maschine gibt es schon: http://eizeit.at/index.php/eizeit
    Und falls Dir die 60 Euro zu teuer sind, man kann es sich auch hie ausrechnen lassen: http://eirechner.de/
    Nehme aber gerne einen Prototypen zum ausprobieren ab.

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  2. gnaddrig sagt:

    Klasse [bzw.: Heul, von der Realität rechts überholt und an die Wand gespielt!] 🙂 Wäre nie auf die Idee gekommen, nach sowas überhaupt zu suchen! Das geht immerhin schon in die richtige Richtung. Nur das mit dem Pellen und Schneiden fehlt noch, aber man kann wohl nicht alles haben, und das war sowieso nur Kasperei.

    Bei dem EiZeit-Dingens frage ich mich nur, wie ich mehrere Eier koche – berechnet das Gerät einen Durchschnitt? Oder eine Reihenfolge, wo ich die einzelnen (natürlich nicht exakt gleichgroßen) Eier nach bestimmten Kochzeiten aus dem Wasser nehmen soll?

    Und was mir fehlt ist die Temperatur des Kochwassers. Einfach volles Rohr ist nicht gut, dann wird das Eiweiß außen zu hart, so gummiartig. Wenn man es bei niedrigerer Temperatur kocht, bleibt es weicher und ist dann angenehmer zu essen. (Die Physik davon kann man hier nachlesen.)

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  3. Pfeffermatz sagt:

    Dein Erfindungsreichtum ist beeindruckend! Ich hätte jetzt an einen Grillthermometer gedacht, den man bis ins Eigelb stechen kann und irgendwie garantiert, dass das Ei nicht ausläuft. Aber auch fehlt natürlich das Pellen, Schneiden, Würfel, Salzen…

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  4. gnaddrig sagt:

    Tja, the sky is the limit. Man muss sich nur erlauben, groß genug zu denken. Das geht vor allem dann gut, wenn von vornherein klar ist, dass man nicht liefern muss 😉

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  5. knipserei sagt:

    bei dem EiZeit Ding musst Du, wie bei der anderen Adresse, dick mit Edding die Zeit aufs Ei schreiben, dann im Abstand von 10 Sekunden die Eier ins Wasser geben und dann berechnen, welches Du wann wieder sekundengenau hinaus holen musst … ist doch ganz einfach und macht die Frühstückzubereitung doch nur spannend.
    Im Ernst, irgendwo – hab’s aber nicht gefunden – habe ich gelesen, dass das perfekte Ei machbar ist, dauert nur so um die 3 oder 4 Stunden und man muss natürlich sekündlich auf die richtige Temperatur achten.

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  6. gnaddrig sagt:

    Ich würde umgekehrt die Eier versetzt ins Wasser tun und dann zeitgleich rausholen. Das ist doch wesentlich einfacher, zumal wenn die Kochzeiten sich nur um wenige Sekunden unterscheiden und man es in der Zeit nicht schafft die Dinger anständig abzuschrecken und wegzulegen.

    Zum stundenlangen Eierkochen könnte man sich einen Topf besorgen/bauen, der die Temperatur entsprechend konstant hält.

    So weit würde ich aber, glaube ich, nicht gehen. Man muss eben wissen, wie wichtig einem bestimmte Dinge sind. Es gibt Grenzen…

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  7. […] Frühstück habe ich es nicht so wirklich, da brauche ich eher etwas Süßes. Kürzlich hat aber gnaddrig eine Frühstückseimaschine vorgestellt, und da fiel mir ein, daß ich ja bereits eine im Schrank habe. Mit diesem Gerät, fachtechnisch […]

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  8. […] Mai hatte ich dieses uralte Problem der Menschheit durch die vielbeachtete Erfindung der Frühstückseimaschine endlich […]

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  9. tremichl sagt:

    Mit EiZeit kann man bis zu 9 Eier gleichzeitig zubereiten! Es wird die Größe (Masse) automatisch geprüft, und wenn der Unterschied kleiner 10g ist (= gleiche Gewichtsklasse) kann man alle Eier gleichzeitig kochen. Jedes Ei einzeln beschriften ist Unsinn!

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  10. gnaddrig sagt:

    Unsinn? Ich bim empört 😉

    Je nachdem, wie genau man es mit dem Ergebnis nimmt, kann ein Gewichtsunterschied von 10g schon einen relevanten Unterschied machen (ähnlich wie Phileas Fogg in Jules Vernes „In 80 Tagen um die Welt“ seinen Kammerdiener feuert, weil der ihm das Rasierwasser ein halbes Grad zu kalt auf den Tisch gestellt hat oder so ähnlich).

    Es ist also eine Frage der Genauigkeit (um nicht zu sagen: Pingeligkeit), und da kann man die Toleranzen immer noch ein bisschen enger setzen, wenn man denn will.
    Dass das in der Praxis völlig unsinnig ist, sollte sowieso klar sein. Ich würde mal vermuten, dass sogar zwei exakt gleich große und gleich schwere Eier aus demselben Stall, die auch genau gleich große Dotter haben, bei exakt gleicher Zubereitung geringe Unterschiede aufweisen. Es dürfte außer Größe, Gewicht, Alter, Dicke der Schale usw. wie bei allen Naturprodukten noch Faktoren geben, die eine gewisse Ungleichheit zur Folge haben. Ob man diese (vermutlich messbaren) Unterschiede beim Essen überhaupt bemerken würde, weiß ich nicht. Wahrscheinlich eher nicht.

    Mein gekränktes Erfinderherz blutet, aber es stimmt natürlich: Im echten Leben dürfte EiZeit beim punktgenauen Weich-, Hart- oder Sonstwiekochen von Eiern keine Wünsche offenlassen, wenn man es so wichtig nehmen will.

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