Bei dem Tropfen einer Hütte – die Fehlerkrabbe schlägt wieder zu

Manche Leute können das, sich etwas Witziges aus dem Hut zaubern, aus den Fingern saugen, aus dem Ärmel schütteln. Direkt aus dem Stand, at the drop of a hat. Dieses betont beiläufig eingestreute englische Idiom lässt sich übrigens ganz leicht ins Deutsche übersetzen. Drop heißt Tropfen, Hat ist sicher falsch geschrieben, wir kennen uns ja aus. Hut heißt Hütte, und fertig ist die Kiste. Was das für ein Tropfen ist, weiß ich nicht. Vielleicht ist das Dach undicht, oder die Regenrinne verstopft, dann tropft es schonmal.

Manchmal spricht man fremdsprachliche, etwa englische, Wörter etwas eigenwillig aus, anders als Muttersprachler jedenfalls. Meistens ist das nicht so schlimm, für den Alltagsgebrauch reicht das allemal. Oder man hat mit Muttersprachlern zu tun, die einen ungewohnten Akzent haben. Da kann es dann zu witzigen Fehlinterpretationen kommen. Da hört man etwa im Neuen, weil jemand sich nicht recht auskennt und in the know falsch ausgesprochen hat (das stammt übrigens aus Mafalda, einem ziemlich liebenswerten Comic von Quino; das entsprechende Panel werde ich aus Copyrightgründen lieber nicht hier reinkopieren).

Oder wenn jemand aus Yorkshire error-pronefehleranfällig sagt, macht der ungeübte Hörer daraus unversehens error prawn – Fehlerkrabbe, und das ist bekanntlich ein ganz fieses, hartnäckiges Vieh.

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4 Kommentare on “Bei dem Tropfen einer Hütte – die Fehlerkrabbe schlägt wieder zu”

  1. Ich glaube, ich weiß, was du meinst. Freunde von mir sprechen oft einfach so die englische Sprache. Grammatikalisch oft sehr falsch, aber sie sind froh, weil sie sich „cool“ fühlen. Oft werden dabei auch Rap-Auszüge zitiert, die dann meist unter die Gürtellinie gehen. Da höre ich lieber zu Rock ’n‘ Roll in meinem Player ;-).

    Ich mag Krabben, am liebsten im Brötchen :-).

    Schöne Grüße
    Lars

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  2. gnaddrig sagt:

    Ja, wenn Englisch gesprochen wird, um cool zu sein, ist das meistens lästig und peinlich. Vor allem, wenn das Englisch der Leute eher so naja ist. Wenn es um tatsächliche Verständigung geht, finde ich es immer wieder total bewundernswert, wie Leute mit absolut rudimentären Englischkenntnissen Unterhaltungen bestreiten. Das ist dann echt cool.

    Und Krabben mag ich auch. Am besten frisch, gern auch ohne Brötchen 🙂

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  3. Pfeffermatz sagt:

    Mein Lieblings-Mafalda-Comic: 1. Mafalda liest Bibel: „Was du nicht willst, dass man dir tu‘, das füg‘ auch keinem anderen zu.“ 2. Mafalda schaut in die Gegend und überlegt. 3. „Schade.“
    Aber das ist am Thema vorbei… Aber leider fällt mir beim Tropfen einer Hütte keiner der dreihundertzweiundzwanzig Fehlinterpretationen ein, über die ich Laufe der Jahre gelacht habe.
    Ah, doch, wegen „Hut“: Eine Bekannte von mir sprach die Pizza-Kette „Pizza-Hut“ stets mit einem „Hut“ wie Kopfbedeckung also „Huht“ aus, statt wie „Hatt“ wie im englischen. So weit noch normal. Als ich sie aber darauf aufmerksam machte, bestand sie darauf, dass „Hut“, wie die Kopfbedeckung, korrekt wäre, da das Symbol der Kette eindeutig einen Hut darstelle. Tatsächlich stellt es wohl das Dach der besagten „Hütte“ dar, aber was soll’s.

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  4. gnaddrig sagt:

    Das führt sehr anschaulich die oft erhebliche Missverständlichkeit von Piktogrammen vor Augen. Trotzdem eine klasse Begründung, das mit dem Hut. 🙂

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In den Wald hineinrufen

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