Die Lampe

Heutzutage begegnen einem im Alltag überall Piktogramme, stilisierte Darstellungen von allem möglichen. In Handys und Computern werden Icons verwendet, deren Inhalt wegen Platzmangel oft sehr stilisiert daherkommt. Oft geht das auf Kosten der Verständlichkeit.

Meine Jüngste unternimmt seit einiger Zeit erste Gehversuche am PC. Wir haben da ein paar Spiele, die sie gelegentlich spielt. Neulich hat sie mir ganz erfreut und etwas aufgeregt mitgeteilt: Wenn man auf die Lampe drückt, kann man ohne Ton spielen!

Die Sorte Lautsprecher, die in Windows auf der entsprechenden Drucktaste abgebildet ist, kommt im Alltag so nur selten vor, gerade in der Erlebniswelt einer Sechsjährigen, und ich kann gut verstehen, dass sie das Ding als Lampe interpretiert.

Nun weiß ich nicht, wie man Schall und Lautstärke bildlich auf einem Icon so darstellen soll, dass eine Sechsjährige es versteht. Vielleicht ein schreiendes Gesicht? Vielleicht sind wir hier aber auch schon an der Grenze dessen angelangt, was man in so kleinen Bildern an Information allgemeinverständlich verpacken kann.

In Wirklichkeit sind solche Icons natürlich nur Gedächtnisstützen. Man braucht ein gewisses Weltwissen, um die Bilder richtig interpretieren zu können. Und teilweise muss man die Dinger wie Vokabeln auswendiglernen, um sie richtig benutzen zu können. Die Verwendung solcher Icons verbessert dann nur bedingt die intuitive Benutzbarkeit. Stattdessen ermöglicht sie die platzsparende Unterbringung der benötigten bzw. gewünschten Drucktasten auf der natürlich nicht unendlich weiten Fläche, die zur Verfügung steht.

Immerhin zeigt dieses Beispiel, dass man beliebigen Symbolen beliebige Bedeutungen zuordnen kann, ohne dass die Benutzbarkeit beeinträchtigt wird. Sonst hätte meine Tochter sich gewundert, wieso mit einer Lampe die Lautstärke gesteuert wird, anstatt diese neu entdeckte Funktion einfach zu benutzen.


4 Kommentare on “Die Lampe”

  1. Pfeffermatz sagt:

    Auch als Telefon-Piktogramm wird noch häufig die Darstellung eines Fernsprechapparats verwendet, welches ein Kind oder Jugendlicher von Heute noch nie zu Gesicht bekommen hat, also ein Standgerät mit Knochenhörteil, eventuell sogar mit Wählscheibe.

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  2. gnaddrig sagt:

    Stimmt, oder nur der Knochenhörer. Beides völlig veraltet, kennt wahrsscheinlich kaum wer mit Geburtsjahrgang nach 1995.

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  3. noemix sagt:

    Das seltsame Ding, was auf dem Piktogramm*) oben aus dem Handy heraussteht, als Antenne zu identifizieren, gelingt wahrscheinlich auch nur mehr jemand der es noch aus der Steinzeit kennt ; )

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  4. gnaddrig sagt:

    Allerdings. Ein am Gerät vergessenes Datenkabel kann es auch nicht sein, das macht man ja auch schon seit Jahren per WLAN oder Bluetooth, wenn man nicht sowieso alles in der Cloud hat und automatisch synchronisiert.

    Allerdings wäre das Bedienkonzept mit sechs Tasten interessant…

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