Wegwerfkultur

Geschäft in der Innenstadt, ebenerdig, nicht allzu groß. An der Kassentheke taucht ein etwa sieben- oder achtjähriger Junge auf. Etwas zerzauste Haare, offene Winterjacke und ein Gesicht mit, sagen wir, Gebrauchsspuren. Diese schmuddeligen Spuren, die Kinder bis weit ins Grundschulalter sehr oft davontragen, wenn sie weihnachts- oder jahrmarktübliche Süßigkeiten essen. Passend dazu trägt er in der Hand einen Holzsstab, auf dem Zuckerwatte, ein kandierter Apfel oder so etwas gewesen sein könnte.

Taucht also an der Kasse auf, hält seinen Holzsstab hoch und fragt den Kassierer in ausgesucht höflichem Ton: Wo haben Sie hier so etwas wie einen Mülleimer?

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2 Kommentare on “Wegwerfkultur”

  1. noemix sagt:

    Gern gelesen. Habe Ihren Text auch meiner Frau gezeigt, auch sie fand ihn rührend.

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  2. gnaddrig sagt:

    Das freut mich! Ich selbst bin direkt im Laden geschmolzen…

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In den Wald hineinrufen

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