Paranoia

SIE sind – hatte ich ja schon mehrfach angemerkt – immer und überall.

Jetzt wieder, auf dem Weg zum Bahnhof:

paranoia

Offensichtlich waren SIE diesmal nicht schnell genug, sodass ich sie sehen und sogar fotografieren konnte. Vielleicht war das aber auch eine gezielte Warnung – wir haben Euch alle immer im Blick.

Wenn man genauer hinschaut, kann man übrigens weitere beunruhigende Details sehen:

paranoia_ergaenzt

Irgendwie wundert es mich überhaupt nicht, dass die üblichen Verdächtigen seit dem Tag nach dem Unglück in gewohnter Unbefangenheit darüber fantasieren, dass der Absturz des Germanwings-Airbus ein inside job sein müsse, dass finstere Mächte, die Regierung (egal welche) oder im Zweifel einfach SIE dahinterstecken müssten.

Angeblich hätten deutsche Nachrichtenportale bereits am Tag vor dem Unglück Berichte über den Absturz gebracht. „Die Welt“ wurde in diesem Zusammenhang genannt. Auch habe es zahlreiche andere Ungereimtheiten gegeben, das Bild sei deshalb recht eindeutig.

Das unappetitliche, bereits anlässlich früherer Flugzeugunglücke (Pazifik, Ukraine) kolportierte Märchen, es hätten sowieso nur Leichen im Flugzeug gesessen, weil dadurch irgendetwas vorgetäuscht bzw. vertuscht werden sollte, darf jetzt natürlich nicht fehlen. (Wo man mal eben 150 passende Leichen hätte beziehen können und wie man die in das Flugzeug hätte bringen können, ohne Aufsehen zu erregen, wird natürlich nicht erklärt. Andererseits, SIE sind ja bestens vernetzt und bekanntermaßen völlig skrupellos, die hätten das schon hingekriegt. Das mit den Chemtrails schaffen  SIE ja auch, insofern erübrigt sich eine detailliertere Erklärung sowieso.)

Vermutlich hat die Verschwörungstheoretiker-Community eine Checkliste mit unsinnigen und geschmacklosen Unterstellungen, die sie zu passenden Anlässen arbeitsteilig möglichst schnell und möglichst vollständig abarbeiten – man hat ja einen Ruf zu verlieren. Dass die Hinterbliebenen mit dem Verlust und den – wie es aussieht – ungeheuerlichen Umständen schon genug auf dem Teller haben und nebenbei viel zu oft von professionellen sogenannten Witwenschüttlern belästigt werden, muss einen Verschwörungstheoretiker ja nicht hindern. Die Welt muss gewarnt werden, bevor SIE uns alle in willenlose Zombies verwandeln oder was auch immer das aktuelle Szenario jetzt ist. Da kann man nicht zimperlich sein, und Menschenverstand kann man bei diesen Spinnern erfahrungsgemäß sowieso nicht erwarten. Bei Empathie dürfte ebenfalls Fehlanzeige sein.

Die Aluhutindustrie boomt jedenfalls, vielleicht kann man da ein bisschen Geld verdienen. Ich könnte mit einer Faltanleitung für garantiert dichte Aluhüte anfangen. Oder besser mit bullshitresistenten Kotztüten…

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One Comment on “Paranoia”

  1. […] habe ich schon wieder ein Gesicht gesehen, wo eigentlich keins sein […]

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In den Wald hineinrufen

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