Im Wald

Aus Asterix und die goldene Sichel weiß ich, dass es in der Nähe von Paris den Bois de Boulogne gibt, irgend so ein Stück Wald. Nichts gegen den Deutschen Wald natürlich, aber immerhin. Die Bäume von Boulogne oder so. Mittlerweile ist das mehr Park als Wald, recht hübsch übrigens.

Wenn jemand in dem zugehörigen Pariser Vorort Boulogne-Billancourt eine Boygroup gründen würde, könnten die sich Boys de Boulogne nennen. Das wäre eine (vermute ich) vage altertümelnde Schreibweise, also urfranzösisch und sprachreinhaltungspolitisch nicht zu beanstanden und dabei trotzdem international verständlich. Man könnte das für des Französischen nicht Mächtige wie mich sicher auch eindeutschen, etwa als Die BologneseBoulonnais-Jungs

Wenn – Achtung, ich kann wirklich kein Französisch und referiere hier nur Wörterbuchwissen – die Kommune Boulogne Schulden hat, sind die das Doit de Boulogne. Die Verordnungen, Erlasse, Regelungen u.ä. der Gemeindevewaltung von Boulogne bilden zusammen die Loi de Boulogne. Neben dem Einfluss von Berlin, London oder Paris könnten – vielleicht eher in lokalpolitischen Zusammenhängen – auch die Poids de Boulogne eine Rolle spielen: Wenn Boulogne auf den Tisch haut, hört Hauts-de-Seine gut zu. Und wenn Boulogne nicht unter freiem Himmel bleiben will, kann man den Toit de Boulogne drüberbauen (daher dann auch die erwähnten Schulden). Die Seele, das Wesen, das Selbst von Boulogne wäre natürlich der Soi de Boulogne.

Bei Poids de Boulogne könnte man mit einigem Wohlwollen noch behaupten, es sei eine Halbschwester des Holoreims, wo aufeinanderfolgende Verszeilen gleich klingen, aber unterschiedlich geschrieben werden und unterschiedliche Bedeutungen haben. Die übrigen Wortbasteleien hier sind dagegen nur durchgereimte Zeilen zu Bois de Boulogne, das sind so entfernte Verwandte des Holoreims. Und wenn der Abend (soir – reimt sich auch fast auf bois) über Boulogne hereinbricht, herrscht der Froid de Boulogne.

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4 Kommentare on “Im Wald”

  1. Pfeffermatz sagt:

    Nicht zu vergessen das „Moi de Boulogne“, das „bolonesische Ich“.

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  2. gnaddrig sagt:

    Vielen Dank für die Ergänzung. Wenn noch einer mitmacht, können wir nach Boulogne fahren und sind dann die Trois de Boulogne 😉

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  3. Herr Ösi sagt:

    Okay … und zum Frühstück gibts dann eine Portion „Fois de Boulogne“ – bolonesische Leber

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