Über den Wolken

Drei Mädchen, so 13 oder 14 Jahre alt, flattern gutgelaunt durch den Zug, von einem Ende des Zuges ans andere und zurück, auf der Suche nach zusammenhängenden Sitzplätzen.

Auf dem Weg durch den Zug singen sie Über den Wolken von Reinhard Mey. Mit Lücken im Text. Mit angeschrägten Passagen, wo die Melodie an die Grenzen des verfügbaren Stimmumfangs geht. Mit Aussetzern und ungeplanten polyphonen Episoden, wenn die eine oder andere den rhythmischen Faden verliert oder über ein im Gang abgestelltes Gepäckstück stolpert, deswegen erschreckt aufhört zu singen und dann neu ansetzt. Umrahmt von Lachsalven und einer gleichzeitig geführten Unterhaltung über die Platzsuche, die weiteren Pläne für den Tag und Details zu Text und Melodie des gewählten Liedes.

Insgesamt eine ziemlich lebhafte Darbietung, nicht besonders laut, wirklich nicht aufdringlich, aber eben auch nicht gerade vornehm zurückhaltend. Und das beste ist: Kein böses Gesicht bis zum Horizont, dafür haben viele im Zug gelächelt. So gehört das.


4 Kommentare on “Über den Wolken”

  1. marana41 sagt:

    „Verdammt, verdammt, nicht schlecht, Herr Specht.“ (Zitat ,so oder so ähnlich, aus dem Film „Das Boot“ – Regie: Wolfgang Petersen von 1981)

    Von “ cuentacuentos“ bei blog.de über Christa Hartwig bei WordPress habe ich als selbst Verzogene hierher gefunden.

    Ich komme wieder.
    Gruß marana (Z3 oder 41)

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  2. christahartwig sagt:

    So ein Blick aus der Luftaufsichtsbaracke hat was, gell? Übrigens ist „Über den Wolken“ für Frauen- oder Mädchenstimmen scheinbar nicht gemacht. Mir gerät es auch immer an einem Ende zu tief, am anderen zu hoch.

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  3. gnaddrig sagt:

    Ja, es gibt so Lieder, da hakt es immer irgendwo. Herzlich willkommen, christahartwig und marana 🙂

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  4. aurorula a. sagt:

    Irgendjemand hat davon mal eine Parodie gestrickt über Sparmaßnahmen; ich weiß aber nicht mehr, wer das war ):
    Mit so schönen Zeilen wie:
    Am RasenmäÄäher – ayayay – muß die Freiheit wohl grenzenlossein? Von dem Hals bis zu den Ohren – sagt man – werden alle gleichgeschoren, sagtman; und dann würde was uns groß und wichtig eerscheint plötzlich nichtig und klein.
    oder
    In der Wirtschaft nach und naaaach; noch die letzten Lichter dimmen…

    Das hätten die drei Zugsängerinnen aber bestimmt nicht halb so schön gesungen 🙂

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In den Wald hineinrufen

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