Jedenfalls nicht nach links

Komplexe Verkehrsregelungen klar und deutlich mit Schildern und in wenigen Worten darzustellen, ist nicht immer einfach. Dabei muss es ja gar nicht um so verworrene Szenarien wie dieses hier gehen. Schon in viel simpleren Situationen stoßen Beschilderer gelegentlich an ihre Grenzen. Irgendwo dazwischen muss dieser in Basel fotografierte Fall angesiedelt sein:

Verkehrsschild

Beim ersten Lesen dachte ich, das klingt fast wie: Rechtsabbiegen vorgeschrieben außer für Leute, die nicht rechts abbiegen. Das wäre aber so unsinnig, dass nicht einmal der vernagelteste Paragraphenhengst das bringen würde (hofft man). Bei genauerer Betrachtung merke ich erstens, dass die Ausnahme nur für bestimmte Verkehrsteilnehmer gilt: Radfahrer, Mopedfahrer, Taxen. Und zweitens dürfen diese genannten auch nicht fahren, wohin sie wollen. Wenn sie nicht rechts abbiegen wollen, dürfen sie geradeausfahren. Das Linksabbiegen ist ihnen wohl auch verboten.

Ich bin kein Verkehrsschildexperte und kenne auch die einschlägigen Richtlinien nicht (schon die für Deutschland nicht, für die Schweiz noch viel weniger), also weiß ich auch nicht, wie man dieselbe Ge- und Verbotskonstellation anders hätte beschildern können. Vermutlich hätte man mehr Schilder benötigt, ein Rechtsabbiegegebot mit Zusatzschild für die Allgemeinheit und ein Rechtsabbiege- und Geradeausfahrgebot für die genannten drei Gruppen von Verkehrsteilnehmern. Das wäre sicher nicht übersichtlicher geworden.

Von daher: Nichts zu meckern.

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6 Kommentare on “Jedenfalls nicht nach links”

  1. christahartwig sagt:

    Viele Verkehrsschilder mit viel Text, deren Befolgung von der Polizei strikt kontrolliert wird, würden Geschwindigkeitsbegrenzungen praktisch überflüssig machen. So muss man das auch mal sehen. – Verkehrsschriftsteller – auch kein schlechter Beruf …

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  2. gnaddrig sagt:

    Hmja, allerdings wäre es mir lieber, die hätten auch beim Langsamfahren noch ein gewisses Mindestmaß an Aufmerksamkeit für den Straßenverkehr übrig. Wenn Handy, Radio und Verkehrszeichendekodieren die gesamte Rechenleistung des Hirns aufbrauchen, ist das sicher nicht so gut…

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  3. noemix sagt:

    »Gewöhnlich glaubt der Mensch, wenn er nur Schilder liest, es müsse sich dabei doch auch was denken lassen.«
    (frei nach J.W.v. Goethe)

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  4. gnaddrig sagt:

    Nun, je kryptischer die Beschilderung, desto größer der Anreiz zum Denken. Schade nur, wenn – wie bei dem Parkverbot in Guntramsdorf – nichts Gescheites dabei herauskommen kann, weil es nur Denkmal von Dummheit oder hirnloser Paragraphenhörigkeit ist oder Folge des unbedingten Willens zum restlosen Aufbrauchen des Budgets.

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  5. smurfix sagt:

    hierzulande würde „geradeaus für BLA frei“ drunterstehen. Ein bisschen leichter erfassbar, insbesondere wenn ich nicht geradeaus will, denn dann kann ich schon nach dem ersten Wort aufhören zu lesen.

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  6. gnaddrig sagt:

    Stimmt, wie bei „Einfahrt verboten“ mit Zusatzschild „Linienverkehr frei“.

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