Aus fremden Welten

Wir leben in interessanten Zeiten. Die moderne Technik ermöglicht uns immer detailliertere Einblicke in die Welt, im Kleinen wie im Großen. Während man durch raffinierte Methoden physikalische Grenzen umgehen und mit dem Lichtmikroskop kleinere Dinge sichtbar machen kann, als nach dem (nach wie vor gültigen!) Abbe-Limit möglich sein sollte, fliegen menschengemachte Objekte immer weiter in den Weltraum hinaus und liefern mit immer besseren Instrumenten immer detailliertere Daten von Orten, die noch vor Hundert Jahren völlig unzugänglich waren.

Eine sehr schöne Darstellung dessen, was man so beobachten kann, gibt es übrigens in The Scale of the Universe 2, da kann man sich bis zur Planck-Länge hineinzoomen und in der anderen Richtung so weit zurücktreten, dass das gesamte beobachtbare Universum im Bild ist. Es gibt überall Erklärungen, was man sieht. Sehr unterhaltsam, sehr empfehlenswert. (Und die Musik kann man ausschalten!)

Die Raumsonden Voyager 1 und Voyager 2 etwa funken lange nach Ende der ursprünglich geplanten Missionen immer noch beständig Daten zur Erde. Voyager 2 ist übrigens das Gerät, das laut Pressemeldungen seit vielen Jahren praktisch jährlich das Sonnensystem „dieses mal aber wirklich“ verlässt, ein wenig zum Ärger von Leuten, die sich damit auskennen.

Die Sonde Rosetta umkreist den Kometen Tschurjumow-Gerassimenko irgendwo in den Weiten des Weltalls und hat den Lander Philae dort abgesetzt – einen Apparat mit Messgeräten und Kamera, der wegen Problemen mit der Stromversorgung derzeit nicht aktiv ist, aber irgendwann doch genug Strom zusammenkriegen könnte, um Bilder herzufunken. Rosetta liefert jedenfalls ständig Daten.

Die Sonde Dawn liefert Bilder vom Jupitermond von Ceres (das ist ein Zwergplanet im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter, der Himmelskörper mit den auf den Fotos entdeckten mysteriösen hellen Flecken). New Horizons – ein anderer Schrank voll Messgeräte – ist gerade an Pluto vorbeigeflogen und funkt seitdem spannende Bilder zur Erde. Verschiedene Teleskope liefern mithilfe verschiedener technischer Kniffe immer bessere Bilder vom Weltall, und sogar Hobbyfotografen können mit vergleichsweise simplen technischen Mitteln erstaunliche Ansichten auf die Platte bannen.

Nach einer längeren Pause hat jetzt auch das Weltraumteleskop Holzauge wieder ein spektakuläres Bild geliefert:

kraterlandschaft_detail

Es handelt sich um einen Himmelskörper in demselben Universum, in dem das legendäre Holzauge Flat Field entstanden ist. Einen Schritt zurückgetreten sieht man die zugehörige Galaxie sehr schön:

kraterlandschaft_ueberblick

Es ist noch nicht bekannt, ob das der erste Gehversuch eines Nachwuchsgottes auf dem Olymp der Lackierer ist, oder ob geplant ist, den Roller im Steampunk-Stil zu tunen.

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5 Kommentare on “Aus fremden Welten”

  1. Ronny sagt:

    Eine kleine Korrektur:
    Ceres ist ein Zwergplanet (der größte) im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter und damit kein Mond.

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  2. gnaddrig sagt:

    Stimmt. Da schlägt man einmal was nicht nach und zack ist es falsch. Danke jedenfalls für den Hinweis!

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  3. Achim sagt:

    Scale of the Universe ist eine feine Sache – vor allem wenn man eigentlich ein langweiliges Sitzungsprotokoll schreiben soll 🙂

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  4. Pfeffermatz sagt:

    Jo, klasse Seite „Scale of the universe“! Danke für den Link 🙂

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  5. gnaddrig sagt:

    Gern doch 🙂

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