Niedertracht für Fortgeschrittene

Am 9. November 1938 fand die Reichspogromnacht statt. Das war eine von der nationalsozialistischen Obrigkeit als „spontaner Ausbruch des gerechten Volkszorns“ inszenierte Gewaltorgie gegen Juden, die eine Spur der Verwüstung in ganz Deutschland hinterließ. Als Anlass diente das Attentat eines in Paris lebenden polnischen Juden auf einen Legationssekretär an der Deutschen Botschaft in Paris. Der Schuss war am 7. November gefallen, und am 9. November erlag der Legationssekretär seinen Verletzungen. Man nutzte also die Gunst der Stunde und ließ die Schläger von der Leine.

Ab dem 7. November kam es zu Ausschreitungen, der Höhepunkt war in Deutschland am 9. November, in Österreich am 10. November. Unzählige Menschen wurden angegriffen und zusammengeschlagen, mehrere hundert wurden ermordet oder in den Suizid getrieben. Mehr als 1.400 Synagogen und Versammlungsräume, viele tausend Wohnungen, Geschäfte und jüdische Friedhöfe wurden zerstört. Direkt anschließend begannen massenhafte Deportationen jüdischer Deutscher in eine Reihe von Konzentrationslagern, deren Kapazitäten man im Vorfeld entsprechend ausgebaut hatte. Die Details kann man nachlesen.

Dass die Pogromnacht beim besten Willen kein spontaner Ausbruch eines wie immer zu rechtfertigenden Volkszorns war, ist lange bekannt, und das zeigt sich auch an kleinen Details. Polizei und Feuerwehr waren angewiesen, während der Ausschreitungen nur nichtjüdisches Eigentum zu schützen. Jüdische Gegenwehr war mit Gewalt niederzuschlagen („sofort über den Haufen schießen“), man konnte es also richtig krachen lassen und tat das auch nach Kräften.

Interessanterweise beschränkten sich die Brandstiftungen weitgehend auf Gebäude, die beim Niederbrennen keine Nachbarhäuser gefährden konnten. Der angebliche Volkszorn wusste sich also durchaus zu beherrschen. Wo man nicht einfach Feuer legen konnte, ging man denn auch anders vor. Die Synagoge in Halberstadt etwa stand dicht an dicht mit den umliegenden Fachwerkhäusern. Ein Brand dort hätte also die übrige Stadt in Gefahr gebracht. Da man die Synagoge natürlich trotzdem nicht verschonen mochte, zwang man einfach die jüdische Gemeinde dazu, ihre Synagoge eigenhändig (und vermutlich auf eigene Kosten) abzureißen.

Andere Synagogen, beispielsweise in München, Nürnberg oder Dortmund, wurden bereits vorher im Lauf des Jahres 1938 abgerissen. Später verpflichtete man die nicht inhaftierten oder (zwangsweise) ausgewanderten jüdischen Deutschen, die durch die Ausschreitungen am 9. und 10. November entstandenen Schäden im Straßenbild auf eigene Kosten sofort zu beseitigen. Die eventuell fälligen Versicherungsleistungen steckte allerdings der Staat ein. Zusätzlich mussten die jüdischen Deutschen kollektiv eine sogenannte „Judenvermögensabgabe“ von einer Milliarde Reichsmark leisten, als Wiedergutmachung für die angeblich „feindliche Haltung des Judentums gegenüber dem deutschen Volk“. Außerdem nahm man ihnen so ziemlich sämtliches Eigentum ab und drängte sie aus dem Wirtschaftsleben. Mit der Pogromnacht begann die bürgerliche Vernichtung der jüdischen Deutschen im Ernst.

** * **

Die ganze Aktion war ein Ding von so unsäglicher Niedertracht, da komme ich einfach nicht mit. Wenn der deutsche Herrenmensch nicht anschließend noch einen Weltkrieg losgetreten und parallel dazu die Schoah durchgezogen hätte, wären schon die Pogromnacht, ihre unmittelbaren Folgen und die Reaktion der deutschen Gesellschaft allein Grund genug, sich für Land und Leute zu schämen. Das Außmaß an Gemeinheit ist nicht zu fassen. So springt man einfach nicht mit Menschen um.

Auch das ist meiner Meinung nach ein Grund, den „Asylkritikern“ heute keinen fußbreit Boden zu geben und ihnen das Niederbrennen von Flüchtlingsunterkünften, die tätlichen Angriffe und die Lügenpropaganda und die ständige Hetzerei nicht durchgehen zu lassen. Es darf auf keinen Fall der Eindruck entstehen, Behörden, Polizei und Justiz seien auf dem rechten Auge blind. Institutionen, Organisationen, Parteien sollten sich deutlich distanzieren und dürfen auf keinen Fall mitzündeln. (Gut, bei rechtsextremen Vereinen gehört das zum Geschäftsmodell, aber die und ihr Personal sind ja für die Zivilisation sowieso nicht zu retten.) Gerade wer ostentativ ein C für Christlich im Namen führt, sollte sich eher an Leuten wie Dietrich Bonhoeffer, Martin Niemöller, Helmut Gollwitzer oder Julius von Jan orientieren als an der Haltung der Amtskirchen mit Figuren wie Otto Dibelius oder Martin Sasse. Kein auch nur halbwegs anständiger Mensch darf sich mit dem Pack gemeinmachen.

Wenn Berichte gestreut werden, wie angebliche Asylschmarotzer angeblich reihenweise Frauen und Mädchen vergewaltigen und die deutschen Behörden und Krankenhäuser das geheimhalten (müssen)(ein Beispiel hat Reichling hier dokumentiert); wie angebliche Asylschmarotzer angeblich in Supermärkten nehmen was sie wollen, ohne zu bezahlen, wie sie herumpöbeln und Einheimische sich deswegen nicht mehr in die Läden trauen; wie angebliche Asylschmarotzer sich angeblich weigern, Essen aus der Hand von Frauen (noch dazu Nichtmusliminnen!) entgegenzunehmen; wie angebliche Asylschmarotzer angeblich die Korridore ihrer Unterkünfte vollscheißen und den Putzfrauen das Wegputzen befehlen; angebliche Asylschmarotzer zur Begrüßung im Land der Melkkühe angeblich Smartphones, Markenkleidung und mehrere Tausend Euro erhalten – wenn ich das lese, geht mir der Hut hoch.

Das ist bösartige Lügenpropaganda, die zu 98% jeder Grundlage entbehrt und sich vielleicht zu 2% als groteske Übertreibung tatsächlicher Begebenheiten herausstellen könnte. An Bösartigkeit befindet sich das durchaus auf Augenhöhe mit dem, was in den 30er Jahren so publiziert wurde.

** * **

Zur Zeit der nationalsozialistischen Diktatur hat die deutsche Zivilgesellschaft gegenüber den Juden, gegenüber den von Deutschland grundlos angegriffenen Völkern und auch gegenüber sich selbst erbärmlich versagt. Dieses eine Mal ist mehr als genug, das darf sich nicht wiederholen, auch nicht annähernd. Auch nicht entfernt ähnlich. Es darf einfach nicht sein. Es hätte damals nicht sein dürfen, es darf heute nicht sein. Und dass es überhaupt nötig ist, so etwas heute in Deutschland zu schreiben zeigt, dass Deutschland noch lange nicht reif ist für einen Schlussstrich.

P.S.: Es geht mir in diesem Text vor allem um das Verhalten der Gesellschaft, nicht so sehr um das Verhalten von Staat und Regierung. Natürlich ist die politische Situation in Deutschland heute nicht mit der vor 77 Jahren vergleichbar. Es gibt – bei aller Kritik an einzelnen Aspekten staatlichen Handelns – keine Hetze oder Verfolgung von Flüchtlingen, ebensowenig von Juden oder anderen während der nationalsozialistischen Diktatur verfolgten Gruppen. Trotz gelegentlicher Pannen ist Deutschland heute ganz klar ein Rechtsstaat. Auch die oben angedeutete Zündelei mancher Politiker aus Regierungsparteien erreicht nicht annähernd das Niveau, das in den 30er Jahren gängig war (und sie ruft immer wieder erfreulich lauten Protest hervor).

Heute wie damals stellt sich aber die Frage, wie wir als Gesellschaft und wie wir jeder für sich mit den fremdenfeindlichen Auswüchsen umgehen, die leider mittlerweile zum Alltag in Deutschland gehören. Wie wir uns dazu stellen, ob wir – wie damals – wegsehen und hinterher nichts gewusst haben (wollen), oder ob wir den Hetzern paroli bieten und ihnen nicht unwidersprochen das Feld räumen. Ob wir ein Mindestmaß an, sagen wir, wehrhafter Anständigkeit praktizieren, oder ob wir der Niedertracht wieder erlauben, das Land zu übernehmen.


12 Kommentare on “Niedertracht für Fortgeschrittene”

  1. Yadgar sagt:

    Damals Juden… in Zukunft: ???

    Hier meine dystopische Zukunftsvision (von 2010, daher liegen die Jahresangaben heute bereits in der Vergangenheit):

    Die Anfänge der Standortsicherungsstaffel (SSS) liegen in jenen spontanen Zusammenschlüssen junger Männer der Mittel- und Oberschicht, die sich ab 2012 an Wochenenden zum »Hartzer klatschen« in sozialen Brennpunktvierteln wie München-Hasenbergl, Köln-Chorweiler oder Berlin-Marzahn verabredeten.

    Dabei kamen auch in jener frühen Phase bereits regelmäßig Schusswaffen zum Einsatz; bald verlegte man sich auf das Eindringen in Wohnungen von Sozialleistungsempfängern insbesondere in Hochhäusern, um dort Einrichtungen zu verwüsten, Säuglinge und Kleinkinder aus den Fenstern zu werfen sowie mittels Brandbeschleunigern Feuer zu legen.

    Ein beliebter Zeitvertreib war auch »Mongos matschen« – dazu traf man sich auf den Grundstücken von Heimen für körperlich und geistig Behinderte, zumeist angesichts der angespannten finanziellen Lage dieser Einrichtungen mit stillschweigender Duldung der Betreiber. Beim »Mongos matschen« kam es zu regelrechten motorisierten Treibjagden auf die zumeist völlig hilflosen Behinderten, die gewöhnlich mit deren Tod unter den Reifen der dazu verwendeten Oberklasselimousinen (beliebt waren insbesondere BMWs der 7er-Reihe) endeten. Gelegentlich wurden auch Behinderte mit Armen und Beinen an die hinteren Stoßstangen zweier Autos gefesselt und dann durch zeitgleiches Anfahren bei lebendigem Leib in Stücke gerissen („tear job“).

    Da es sich bei den Mitgliedern dieser Todesschwadronen häufig um Studenten der Betriebs- und Volkswirtschaftslehre handelte, waren es vor allem Theoretiker der sogenannten Österreichischen Schule des Liberalismus (Hayek, von Mises, Friedman) und neosozialdarwinistische Denker (Sloterdijk, Sarrazin), die den ideologischen Unterbau dieser Exzesse lieferten.

    Nach dem Arbeitslosenpogrom in Frankfurt-Ginnheim vom 13. Juni 2013 (31 Tote, 105 Verletzte) und dem darauf folgenden Wahlsieg der Koalition aus Sarrazinisten und NPD wurden die bis dahin formell illegal operierenden Todesschwadronen als »Standortsicherungsstaffel« (SSS) unter ein bundesweit einheitliches Kommando gestellt.

    (zitiert nach PROLOCAUST – Die Vernichtung der europäischen Unterschichten 2011-2025, Band 1, S. 168, Humanitäres Exilkomitee (Hrsg.), Tunis 2046)

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  2. gnaddrig sagt:

    Da war der Zeitrahmen vielleicht etwas sportlich gewählt, ganz so weit sind wir glücklicherweise noch nicht.

    Solche Dystopien versuche ich mir normalerweise zu verkneifen. Das hat ja fast schon was von The Running Man von Stephen King…

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  3. Yadgar sagt:

    Ich kann noch schlimmer… viel schlimmer: http://www.assoziations-blaster.de/blast/Standortballast.1.html

    oder auch:

    Auf dem weitläufigen Parkplatzareal vor dem Standortoptimierungscenter
    Fulda-Waldesruh treffen sechs Reisebusse ein, vollbesetzt mit Leuten,
    denen man ansieht, dass sie sich normalerweise keinen Urlaub leisten
    können – Dosenbierbäuche spannen sich über Wühltisch-Shorts, es riecht
    nach billigem Parfum, einige junge Männer tragen stolz ihre
    Sonnenbankbräune und die frisch gestählten Kampfsport-Muskeln zur Schau.

    Die Stimmung ist fröhlich, um nicht zu sagen ausgelassen, dank der im
    vergangenen Jahr unter dem Titel »Agenda 2020« beschlossenen
    Vergünstigungen für Sozialhilfeempfänger dürfen viele der Buspassagiere
    zum ersten Mal in ihrem Leben die ihnen zugewiesenen Schlichtwohngebiete
    verlassen, mancher Knirps im löchrigen T-Shirt und mit verwaschener
    Baseballkappe auf dem Kopf stellt erstaunt fest, daß die Wälder des
    oberhessischen Berglandes tatsächlich sattgrün sind und nicht bloss
    olivgrau wie die Pixelbäume in den Videospielen auf den ausgebleichten
    LCD-Schirmen der Billighandys aus dem ARMKAUF-Laden im heimatlichen
    Ghetto…

    …und jetzt auf Staatskosten volle zwei Wochen in einer hypermodernen
    Ferienparkanlage inmitten unberührter Natur, mit allem, was das Herz
    begehrt, Spaßbäder, Fitnessclubs, Discos, für die Älteren gemütliche
    Cafés und Kneipen, Daddelhallen, Indoor-Skiing, Bungee-Jumping,
    natürlich einem großen Multiplex-Kino und, der letzte Schrei der
    Entertainment-Branche, das Mindplug-Movieland, wo man mittels
    bioelektronischer Implantate perfekt in die Rolle von Filmhelden
    schlüpfen und die atemberaubendsten Abenteuer erleben kann!

    Am Eingang nimmt die Neuankömmlinge ein Komitee aus jungen, unentwegt
    lächelnden Parkangestellten in schicker grün-gelber Einheitsmontur in
    Empfang, geleitet sie durch poppig-bunt gestaltete glasüberdachte
    Wandelgänge zum zentralen Restaurant, wo bereits ein üppiges Büffet
    wartet… Speisen, die die meisten der Gäste noch nie in ihrem Leben
    gesehen haben, das Personal übersieht nachsichtig die seltsamen
    Tischmanieren, wie will man als Billigstlöhner in einer kommunalen
    Beschäftigungsgesellschaft auch wissen, wie Scampis korrekt geöffnet
    werden…

    Auch für Getränke ist reichlich gesorgt, Bier, Wein und härterer Sprit
    fließen in Strömen, und schon bald wäre ein erheblicher Teil der
    Reisegruppe nicht mehr fahrtüchtig – wenn man sich denn den legalen
    Erwerb eines Kraftfahrzeuges leisten könnte.

    Schließlich ist es an der Zeit, sich von dem Alkohol- und Kalorienrausch
    zu erholen, hilfreiche Geister weisen den ermatteten Ausflüglern, von
    denen manche sich schon kaum mehr auf den Beinen halten können, den Weg
    zu den Schlaftrakten, großen quadratischen Räumen mit dreistöckigen
    Etagenbetten, die seltsamerweise alle nur entlang der Wände aufgestellt
    sind, während in der Mitte des Räume eine große Fläche frei gelassen
    wurde.

    Und dann dieser seltsame Geruch… also, bei ARMKAUF gibt es diese Art
    Reinigungsmittel nicht! Aber egal, war doch schön bis jetzt…
    Wer halbwegs klar im Kopf geblieben ist, schafft es noch, sich zum
    Schlafen umzuziehen, viele aber fallen in ihren Straßenkleidern sofort
    auf die Betten und sinken in kurzer Zeit in seligen Schlummer.

    Unterdessen beugen sich in einem fensterlosen Kontrollraum Operatoren
    konzentriert über Monitorkonsolen, für jeden Schlafraum ein Monitor, die
    Anspannung in ihren ansonsten emotionslosen Gesichtern löst sich, als
    nach und nach unter allen Monitoren die Warnlampen von rot auf grün
    umspringen. Wieder ein Transport, bei dem alles glatt läuft, nicht wie
    vor zwei Monaten, als offensichtlich ein paar arbeitslose Akademiker
    dabei waren, die erstens schon nicht so recht betrunken zu bekommen
    waren und dann im Schlafraum womöglich eine Ahnung bekommen hatten…
    paranoides Intellektuellengesocks halt!

    Alle Warnlampen sind jetzt grün, das Narkosegas hat seine volle Wirkung
    entfaltet… der Leiter der Operatorengruppe drückt einen Knopf an
    seiner Konsole, auf den Monitoren sieht man jetzt, wie sich in allen
    Schlafsälen der Fußboden in der Mitte öffnet, zur Seite fährt und einen
    sich zu einer etwa drei Meter dicken Röhre verengenden großen Trichter
    aus glänzendem Stahlblech freigibt, dessen Ränder bis zu den entlang der
    Wände aufgereihten Betten reichen.

    Gleichzeitig hört man von tief unten ein anschwellendes dumpfes Dröhnen
    und Knirschen, als würde ein riesiges motorgetriebenes Räderwerk langsam
    anlaufen.

    Nun beginnen sich die Liegeflächen der Betten zur Mitte des Raumes hin
    zu neigen, bald schon fallen die ersten Schlafenden aus den Betten – und
    unweigerlich in den riesigen Stahltrichter, wo sie ins Dunkel der Röhre
    stürzen.

    Vollgefressen, oft betrunken und auf jeden Fall vom Narkosegas betäubt,
    läßt auch der Schmerz des Aufschlagens auf die Trichterwandung niemanden
    erwachen, es würde ihm sowieso nichts mehr nutzen.

    Denn alle aus den Schlafsälen führenden Stahlröhren enden nach etwa zehn
    Metern über einem gewaltigen zylindrischen Hohlraum, zwanzig Meter im
    Durchmesser und vierzig Meter tief, in dem mächtige, in Reihen
    angeordnete Mahlräder, Extrudierschrauben und Rührwerke inzwischen auf
    vollen Touren laufen.

    Mit dumpfem Klatschen schlagen die Körper der Schlafenden auf den groben
    oberen Mahlrädern auf und werden sogleich von ihnen zerrissen,
    Kleiderfetzen, Blut, Fleischstücke, Knochensplitter und Gehirnmasse
    spritzen durch die Kaverne, ein kleines Mädchen mit blonden Zöpfen hat
    sich, noch unversehrt, im Führungsgestänge des Schredderwerks verfangen,
    die Kleine muß offensichtlich aufgewacht sein, ihr Wimmern dringt durch
    das Tosen der Maschinerie, kein Problem für die Operatoren im
    Kontrollraum, eine Rüttelfunktion wird aktiviert, schon verliert das
    Kind das Gleichgewicht, stürzt zwischen die rasenden Zahnräder und
    vergeht in Sekunden.

    Und auch alle anderen, die vor zweieinhalb Stunden noch voller
    gespannter Freude auf ihren langersehnten Urlaub waren, werden innerhalb
    von kaum vier Minuten unter markerschütterndem Dröhnen und Kreischen zu
    einer formlosen, blutig-schleimigen Masse zermalmt.

    Aber dies ist noch nicht das Ende. Auch ein teilweise staatlich
    subventionierter Standortoptimierungscenter muss Gewinne erwirtschaften,
    folglich wird der Menschenbrei aus der Schredderkaverne keineswegs als
    unnützer Sondermüll entsorgt, vielmehr tritt jetzt modernste
    Biotechnologie auf den Plan.

    Zunächst einmal wird diese nicht sehr appetitlich anzusehende Pulpe auf
    langen Förderbändern zu einer Reihe von Autoklaven transportiert, wo
    unter Druck, mäßiger Hitze und unter Zuhilfenahme spezieller
    gentechnisch optimerter Bakterienkulturen die wertvollen
    Proteinbestandteile herausgelöst, abgefiltert und in einen Trockenofen
    geleitet werden.

    Aus der Restmasse werden in weiteren Autoklaven und Zentrifugen die
    Mineralstoffe entfernt, bis nur noch eine wäßrige Fettemulsion
    übrigbleibt. In Anbetracht der Ernährungsgewohnheiten der Unterschichten
    machen Fette einen erheblichen Masseanteil der Pulpe aus, was ihre
    Verwertung als Brennstoff begünstigt. Nachdem der Fettemulsion das
    Wasser entzogen wurde, werden diese Fette folglich der Verbrennung
    zwecks Stromerzeugung zugeführt und sichern so einen Teil des
    Energiebedarfs von Fulda-Waldesruh.

    Am anderen Ende der Produktionsanlage kommt nach diversen Trocknungs-
    und Veredelungsprozessen der Lohn des ganzen Aufwandes zum Vorschein:
    feinstes Humaneiweiß-Komprimat, die optimale Kraftnahrung für die
    Leistungselite des Standortes Deutschland! Schon seit einiger Zeit hatte
    sich nicht nur in Managerkreisen herumgesprochen, dass es zur Steigerung
    der geistigen Leistungsfähigkeit wie auch der Stressresistenz kein
    effizienteres und besser bekömmliches Mittel gibt als menschliches
    Körpereiweiß!

    Leider war man bis zum Inkrafttreten der Agenda 2020 auf Importe aus den
    Ländern Osteuropas und der »Dritten Welt« angewiesen, in der Regel von
    fragwürdiger Qualität, die Proteinausbeute war einfach zu gering, ferner
    konnte nie der Verdacht ausgeräumt werden, dass im Auftrag feindlicher
    Mitbewerber dem Komprimat Schadstoffe begemischt wurden.

    Dies alles gehört nun glücklicherweise der Vergangenheit an, auf
    Beschluss der Europäischen Kommission wurden in allen Staaten der Union
    ein Netz von Standortoptimierungscentern eingerichtet, durch die bereits
    heute (Sommer 2021) die vollständige Unabhängigkeit Europas von
    ausländischen Humanproteinlieferungen erreicht wurde!

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  4. schnecke sagt:

    Lieber Gnaddrig, es tut mir Leid, dass Dein toller und empatischer Artikel zum 9. November von einem Kotzbrocken mit sadistischen Gewaltphantasien kommentiert wird, die literarisch wertloser Schund sind und eine ungeheuerliche Abgeschmacktheit als Reaktion auf Dein Thema.

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  5. […] Den ganzen hervorragenden Text bitte bei ihm direkt lesen. […]

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  6. gnaddrig sagt:

    Danke für das Lob, Schnecke und aebby!

    Yadgars ersten Text hatte ich als „bestimmte Tendenzen und Entwicklungen weitergedacht und extrem auf die Spitze getrieben“ aufgefasst. Dass es Leute gibt, die bei so einer Standortsicherungsstaffel mitmachen würden, kann ich mir grundsätzlich schon vorstellen. Ansätze lassen sich gelegentlich beobachten, obwohl das eher überzeugte Rechtsextreme sind als dekadente Sprösslinge der oberen Zehntausend.

    Zum Glück ist bislang keine Gesellschaft in Mitteleuropa degeneriert genug, dass so etwas mehrheitsfähig wäre oder tatsächlich geduldet würde. Und das mit der Humanproteinproduktion macht mich ratlos – das ist derart übersteigert, dagegen waren die nicht eben für ihre Zimperlichkeit oder ihre Achtung des Menschen bekannten Nazis ein Kindergeburtstag, und auch sonst ist keiner da auch nur auf Sichtweite drangekommen.

    Mich interessiert auch eher, was man tun kann, die Hetzer und Schläger möglichst wenig zum Zug kommen zu lassen und weniger, wie schlimm es unter Umständen in irgendeiner denkbaren Zukunft noch werden könnte.

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  7. aurorula a. sagt:

    Und das mit der Humanproteinproduktion macht mich ratlos – das ist derart übersteigert, dagegen waren die nicht eben für ihre Zimperlichkeit oder ihre Achtung des Menschen bekannten Nazis ein Kindergeburtstag, und auch sonst ist keiner da auch nur auf Sichtweite drangekommen

    Yadgar-Plag könnte ja meinen, zuviel Soylent Green geguckt.

    Leider besteht der Unterschied zu den Nazis hauptsächlich in der Technologie. Gewollt hätten die soetwas schon, wenn man sich anschaut was sie getan haben. Und sich anhört, was sie drüber gesagt haben, wie sie das gesagt haben; und vor allem wie sie das gesehen haben was sie getan haben. Von Väterchen Stalin über Pol Pot, Idi Amin, Che Guevarra, Charles Taylor, Mao … und wie die großen Massaker-Initiatoren alle heißen – gewollt haben sie alle, nur am weitesten und industriell-effektivsten durchgezogen haben es die Nazis. Dafür haben sie fleißig mit dem massakriert was sie denn hatten. Und nicht nur im zwanzigsten Jahrhundert, und nicht nur die ‚großen Namen‘; jeder Massaker-Beteiligte will das: mit den Massaker-Opfern (abschlachtenabschlachtenabschlachten) umgehen als wären sie keine Menschen. Das heißt ‚Entmenschlichung‘, gemeint ist nicht etwa eine der Täter. Ob die Opfer nun im siebten Jahrhundert Banu Quraisa heißen oder in Medina wohnen, oder im zwanzigsten Jahrhundert Tutsi sind oder keine ‚wahren‘ Kommunisten; ob irgendwas dazwischen; ob man im einundzwanzigsten in ihnen ‚Hexen‘ sieht oder Ulrike Meinhof etwas sagt wie: „Der Bulle vor Dir ist ein Schwein, kein Mensch – und natürlich soll geschossen werden!“ – die wollen alle. Lest mal die Hamas-Charta oder schaut PA-Fernsehen. Die wollen alle. Auch wer sich im Sommer 2014 auf deutschen Straßen umgehört hat („Juden ins Gas!“ und ähnliches) konnte sehen daß der Wunsch durchaus da ist. Auch die Schreier von 2014 wollten, wenn sie denn könnten.

    In Stanley Milgrams berühmtem Experiment waren viele der Probanden völlig aufgelöst – Milgram schrieb das Gewissensbissen zu, nach denen sie aber dann komischerweise doch nicht gehandelt haben. Eugen Sorg ist in seinem Buch „Die Lust am Bösen“ weniger diplomatisch und attestiert ihnen, daß sie wider Willen merken: es macht ihnen verdammt nochmal Spaß! Das aufgelöste ist weil sie nie von sich gedacht hätten daß ihnen sowas spaßmacht und das darf es ja eigentlich nienienie, aber verdammt macht das Spaß. Ich tendiere eher dazu Sorg rechtzugeben als Milgram: das würde jedem spaßmachen, der Wunsch ist immer da. Es kommt nur drauf an, wie jemand damit umgeht und welcher Vorwand ihnen genügt.
    Vorstellen zumindest ohne es zu wollen oder gar zu tun können sich das alle immer prima (siehe Yadgar) – Drehbücher des Grauens gibts im menschlichen Hirn gratis.

    *Pessimist sei*

    Deswegen meine ich auch nicht, daß ein Überschuss an Hamasniks und IS-lern eine Gesellschaft bereichert und werde angesichts der Kontrollen ob den welche dabei sind (=keine Kontrollen; der IS sagt auf arabisch sogar offen, daß sie ihre Kämpfer auf diesem Weg nach Europa schicken) durchaus paranoid. Und nur weil man paranoid ist heißt das ja noch lange nicht daß man nicht wirklich bedroht wird, hier in Europa.

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  8. aurorula a. sagt:

    Nachklapp, a propos Eugen Sorg und a propos wozu Schauergeschichten:

    Eugen Sorg war als Reporter im Bosnienkonflikt (aus dieser Tätigkeit entstand das oben zitierte Buch). Im Rahmen dessen hat er viele Schauergeschichten erzählt bekommen. Von den Serben, die einen Bosniaken ermordet, gekocht und seiner Mutter serviert haben sollen (Tantalus lässt grüßen). Propaganda von den ’schmutzigen Händen auf der serbischen Frau‘. Undsoweiterundsofort. Gestimmt haben diese Schauergeschichten nicht (auch wenn sie so erzählt wurden als ob): sie wurden in Umlauf gebracht um die andere Seite als jemanden darzustellen, dem alles zuzutrauen ist. Um infolgedessen Hemmungen ab- und aggressive Stimmung aufzubauen.

    Etwa wie diese Geschichten (Sorg zitiert ein paar Beispiele) kommt mir Yadgars Geschichte vor. Was sie/er damit tatsächlich bezweckt weiß ich nicht und kann darüber auch nicht spekulieren; dazu Hemmungen abzubauen ‚Bio’deutsche als fähig zu sehen zum Monstersein – wenn man sie denn nicht sorgfältig das ‚refugees welcome‘ lehrt; als könnten sie das nicht von sich aus – dazu taugt sie schon. Die erste Hälfte noch eher als die überzogene zweite, aber bei jeder Schlammschlacht bleibt immer etwas hängen, gelle? 😉
    Das Problem daran ist: es wird sich immer jemand finden, der danach handelt. Und wenn dieser jemand nur hinter vorgehaltener Hand sagt die Biodeutschen, so wie sie nach dieser Geschichte (ja wohl) könnten haben es doch zum Teil selbst verdient in einem Fall wenn Flüchtlinge ihnen gegenüber (sexuell) gewalttätig werden…

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  9. gnaddrig sagt:

    Magst recht haben, aurorula. Dass es viele Leute gibt, die mitmachen würden, glaube ich gern. Dass mancher Nazi (und mancher von den anderen Schlächtern, die Du nennst) vielleicht viel rücksichtsloser agiert hätte und weitergegangen wäre, kann ich mir schon vorstellen. Dass sie es nicht taten, kann verschiedene Gründe haben. Manche werden an die Grenzen des technisch oder organisatorisch Machbaren gestoßen sein. Andere werden an die Grenzen dessen gestoßen sein, was sie ihrer jeweiligen Bevölkerung (oder ihren nicht hinreichend ideologisierten Mitstreitern) zumuten konnten bzw. zumuten zu können glaubten.

    Es gibt nämlich auch noch in der härtesten Diktatur mit gehirngewaschenen Zombie-Untertanen Grenzen dessen, was geht. Überschreitet die Obrigkeit die Grenze lange und weit genug, bricht das System zusammen (vielleicht gibt es einen Aufstand oder Massenflucht oder es versinkt alles im Chaos weil Regimeschergen abspringen, was weiß ich, bin kein Staatstheoretiker).

    Nicht umsonst hat man in Nazideutschland versucht, Details aus Vernichtungslagern eher nicht an die große Glocke zu hängen; die Bevölkerung konnte sich einreden, nichts zu wissen als dass die Juden, Kommunisten, Roma usw. einfach weg waren, vermutlich ausgewandert oder so; man musste sich damit nicht auseinandersetzen, wenn man nicht wollte. Auch einiges an Umbau der Gesellschaft hatten „die Nazis“ für nach dem Krieg aufgehoben, um die Bevölkerung nicht zu überfordern.

    Auch ist es ein Unterschied, ob man die Motivation aus Hass oder aus allgemeiner Menschenverachtung und Profitgier zieht. Hass kann man anheizen und kanalisieren, wie Jahrhunderte von Pogromen, Lynchmorden und ähnlichen Eruptionen der einen oder anderen Spielart von Volkszorn oder ideologischem Sendungsbewusstsein zeigen. Hass macht blind und dumm und kann eine gewaltige Dynamik entfalten.

    Menschenverachtung dagegen funktioniert anders. Da ist diese Art Dynamik normalerweise nicht drin.

    In Yadgars Szenario mit der Humanproteinproduktion gibt es ja keinen brennenden Hass, sondern nur kalte Reduktion „des Menschenmaterials“ auf den materiellen Nutzen, den es bringt (sei es als Arbeitskräfte, sei es als Rohstoffreservoir). Die als unnütz Eingestuften werden eiskalt abgewickelt und verwertet (wieso man sie dann überhaupt noch aufwändig bewirtet anstatt sie schon in den Bussen zu vergasen oder zu vergiften, weiß man nicht; wieso die Zurückbleibenden nicht merken, dass die Urlauber nie zurückkommen, steht auch in den Sternen).

    Yadgars Szenario setzt eine allgemeine Verrohung und Abstumpfung voraus, eine Art neoliberale Revolution, die praktisch die gesamte Gesellschaft dazu bringt, das zu dulden oder mitzumachen. Solches Vorgehen dauerhaft geheimzuhalten ist unmöglich, man muss also entweder der Bevölkerung einen Weg zum „aufrichtigen Selbstbelügen“ anbieten, damit die Leute sich vormachen können, nichts gewusst zu haben, oder man muss die Leute dazu bringen, dass sie diese Art der Verwertung einer ganzen Bevölkerungsschicht billigen oder sich wenigstens nicht dran stören.

    Ich weiß nicht, für wie realistisch ich das halten soll (übrigens ohne mir Illusionen über das Wesen des Menschen zu machen, die Barbarei lauert unter einer arg dünnen Schicht Zivilisation), und es ist auch ganz etwas anderes als hassgetriebene Blutorgien wie die Reichskristallnacht, über die ich ja ursprünglich schrieb.

    Und, um das noch aufzugreifen, man muss sicher nicht mehr zeigen, dass der Mensch im allgemeinen, der Deutsche im besonderen und letztlich jeder Einzelne zu furchtbaren Gräueltaten fähig ist. Die bekannte Geschichte der Menschheit liefert hinreichend Belege dafür.

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  10. Yadgar sagt:

    Abstumpfung und Verrohung: in meinem dystopischen Horrorszenario stelle ich mir auch vor, dass es für die härtest arbeitenden Leistungsträger-Eliten in der kargen Freizeit nach der 120-Stunden-Woche als quasi-pornographisches Entspannungsprogramm so etwas wie „Prolocaust TV“ gibt: Live-Cams direkt aus den Schredderanlagen von Fulda-Waldesruh! Und dazu knabbern sie ihre Humanprotein-Chips…

    Es würde mich übrigens nicht wundern, wenn es seinerzeit zum internen Gebrauch innerhalb der SS auch Filmaufnahmen von Massenvergasungen in den Vernichtungslagern gegeben haben sollte…

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  11. gnaddrig sagt:

    Solche Filmaufnahmen könnte es gegeben haben. Und was die Unterhaltung der Leistungseliten angeht, die haben sich ja im KZ-Gulag durchaus vergnügt. Es sind Fälle bekannt, wo SS-Offiziere jüdische Häftlinge zum Spaß misshandelten. Patrick Reid berichtet in einem seiner Colditz-Bücher (The Colditz Story oder The Latter Days), wie ein SS-Mann einen alten Juden weglaufen ließ, seinen scharfen Wachhund auf ihn hetzte und ihn ein bisschen auf dem Häftling herumkauen ließ, den Hund dann zurückrief und das Spiel von vorn beginnen ließ. Einfach so, weil er konnte und er es offensichtlich genossen hat.

    Das war aber das Privatvergnügen einer Einzelperson, selbst ausgedacht und realisiert. Kein staatliches oder auch nur ansatzweise offizielles Unterhaltungsprogramm (auch wenn solche Dinge vielfach vorgekommen sein dürften und auch wenn die NS-Obrigkeit da inhaltlich nichts gegen gehabt haben wird und höchstens aus PR-Gründen Bedenken geäußert hätte.)

    Von daher ist es hinsichtlich der Täter vielleicht nicht so übersteigert wie ich zunächst gedacht hatte. Nur die breite Akzeptanz für die Details sehe ich immer noch nicht.

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  12. Yadgar sagt:

    @aurorula a.
    „dazu Hemmungen abzubauen ‘Bio’deutsche als fähig zu sehen zum Monstersein – wenn man sie denn nicht sorgfältig das ‘refugees welcome’ lehrt“

    Ach du meine Güte… mein Text „Fulda-Waldesruh“ ist noch älter als der über die „Standortsicherungsstaffeln“ – ich habe ihn erstmals 2003 oder 2004 im deutschsprachigen Usenet (de.soc.politik.misc, de.talk.tagesgeschehen) im Vorfeld der „Agenda 2010“ und der Hartz-Reformen veröffentlicht – Flüchtlinge waren damals kein Thema, und auch das Islamthema war damals noch nicht so hochvirulent wie heute (PI wurde 2004 gerade erst gegründet). Nein, die Stoßrichtung dieser „Brutal-Satire“ war und ist eindeutig der Neoliberalismus oder besser Marktfundamentalismus mit seiner Reduktion von Menschen zu „Kosten auf Beinen“, ganz sicher nicht die Diffamierung ethnisch Deutscher als massenmordende Psychopathen! Komm mal runter…

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In den Wald hineinrufen

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