Vegane Bioböller

Neulich ist mir was Witziges passiert. Wir hatten Kartoffeln im Ofen. Nicht in Alufolie gepackt, nicht geschält und mit Öl bestrichen, sondern einfach in der Schale. Machen wir gelegentlich, und wenn man die schön lange drinlässt werden die besonders gut.

Nun sind die seit einer Weile im Ofen und es fängt an, gut zu riechen. Ich will also mal checken, ob die schon durch sind, nehme ein Messer, steche eine Kartoffel an und das Ding explodiert. Mir sind feine Kartoffelflocken ins Gesicht geflogen, in den Ärmel bis halb zum Ellenbogen, meine Haare waren voll Kartoffelflocken, mein Pullover, der ganze Ofen und der Küchenboden auch. Auf dem Blech lag die geplatzte Schale mit einem Rest zerfaserter Kartoffel drin.

Ich war eher baff als erschrocken. Auch nicht verletzt, das Zeug war so fein zerstäubt, dass es beim Auftreffen schon fast abgekühlt war. Nennenswerte Durchschlagskraft hatten die Fragmente nicht, weil sie so leicht waren, und als Brillenträger kriege ich bei solchen Gelegenheiten auch nichts direkt in die Augen geschossen.

Jemand (Ok: ich!) hatte wohl vergessen, die Dinger vorher mit der Gabel anzustechen. Blöd, aber dass die intakte Schale so robust ist, dass sich da derart viel Druck aufbauen kann, dass so eine Explosion möglich ist, das hätte ich nicht gedacht.

Kurz danach ist übrigens noch eine Kartoffel ohne äußere Anregung hochgegangen. Nicht ganz so spektakulär, die hat nur ein kirschengroßes Stück rausgeschossen.

Mein Ratschlag: Kartoffeln nicht in dunkel lackierten oder ungekühlten Fahrzeugen transportieren…


8 Kommentare on “Vegane Bioböller”

  1. marana41 sagt:

    Ne, wat nich all jifft.

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  2. gnaddrig sagt:

    Genauso ist das.

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  3. schnecke sagt:

    Deinen Ratschlag: Kartoffeln nicht in dunkel lackierten oder ungekühlten Fahrzeugen transportieren…
    hab ich nicht verstanden. Wären die nicht hochgegangen, wenn du sie hell und kühl transportiert hättest?

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  4. gnaddrig sagt:

    Nein, aber wenn man sie in dunkel lackierten, ungekühlten Fahrzeugen transportiert, könnten da bei Sonnenschein (mit, zugegeben, reichlich Optimismus) so hohe Temperaturen entstehen, dass die ganze Kartoffelladung sich anlässlich eines Schlaglochs pulverisiert wie die eine Kartoffel bei mir im Ofen. Anders gesagt: Sind ungekühlte Kartoffeltransporte rollende Bomben?

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  5. aebby sagt:

    oha, schon wieder was gelernt 😉 … und ich dachte zuerst Du schreibst was über Silvester

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  6. Ronny sagt:

    Mein Gedanke wäre ja, dass sich eine Wasserdampfblase in der Kartoffel bildet, die dann (durch anstechen oder spontan) explosionsartig austritt. Das bedeutet aber auch, dass die Kartoffel innendrin etwa 100°C haben muss. In einem Auto wo dieser Zustand erreicht wird, sollte man nicht mehr fahren 😀

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  7. gnaddrig sagt:

    So ungefähr wird das wohl sein, Ronny. Mit etwas gutem Willen kann man die Temperatur im Auto hinkriegen. Aber hast recht, betreten würde ich das Gefährt dann nicht wollen.

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