Picknick 2.0

Neulich beim Essen haben wir uns über Märchensachen unterhalten. Unter anderem kam die Rede auf das Tischlein-deck-dich. Sehr praktisch, sehr nützlich, aber doch eher unhandlich. Ich meine, wer schleppt schon überall ein Tischchen mit sich herum, und wenn es nur ein kleiner Beistelltisch ist. Das ist so 18. Jahrhundert, das geht heute nicht mehr.

Wir haben dann gemeinsam eine neue Version entwickelt. Man hätte statt eines Tisches den Korb von Rotkäppchen. Auf den Zuruf Körbchen fülle dich würde sich das Ding mit den Speisen füllen, die sonst auf dem Tischlein zu stehen gekommen wären. Man hätte also immer ein gepflegtes Fünf-Sterne-Picknick inklusive Decke, Geschirr und Besteck dabei und wäre damit von Einzel und Gastronomie unabhängig. Man könnte auf die Weise sogar die Polizeistunde in Baden-Württemberg umgehen und auch nach 22 Uhr noch alkoholische Getränke zum Außer-Haus-Verzehr erwerben, hah!

Nun ist so ein Korb natürlich auch recht sperrig, vor allem wenn eine anständige Menge Essen hineinpassen soll. An dem Tisch hatten wir uns ja gestoßen, weil der so nach gut preußischem nur keine Umstände machen riecht, da wäre es irgendwie absurd, wenn wir jetzt klaglos einen riesigen Picknickkorb durch den Alltag schleifen. Also müssten man den irgendwie verkleinern und auf ein handliches Format bringen.

Das ist aber kein Problem, wir bewegen uns ja hier sowieso im Reich des Fantastischen und des Wünschens. Der Korb kann also alle Eigenschaften haben, die wir gern hätten. Er müsste deshalb auch keine feste Größe haben, sondern könnte seine Maße kontextabhängig ändern.

Der Korb wäre sinnigerweise eigentlich ein Ring, irgendein Modeklunker. Den könnte man am Finger tragen und hätte die Hände frei. Will man essen, zieht man ihn vom Finger, und auf den Zuruf Körbchen fülle dich wächst er – je nachdem, wieviele Personen zugegen sind – auf die passende Größe und füllt sich dann mit Essen und Trinken, gern auch auf Bestellung (das ursprüngliche Tischlein-deck-dich müsste lernen, um konkurrenzfähig und akzeptabel zu bleiben, weil vieles, was zu Zeiten der Gebrüder Grimm kulinarisch gängig war, heute nicht mehr so gut ankäme). Vielleicht wären sogar ein Klapptisch und Stühle dabei.

So gehen Märchen heute!

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3 Kommentare on “Picknick 2.0”

  1. Yadgar sagt:

    Ich würde eine japanische Bento-Box bevorzugen… aber mit 24/7-Sushi-Service per Lieferdrohnen! Die zugehörige Smartphone-App würde ein virtuelles Sushifließband zeigen, auf dem endlos die leckersten Makis, Futomakis, Nigiris und California Rolls vorbeigleiten, ein Tipp mit dem Finger auf die jeweilige Portion, Mengenangabe per Spracheingabe, und schon kommt die Drohne angeschwirrt! Überall auf der Welt, rund um die Uhr!

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  2. gnaddrig sagt:

    Ha, das Smartphone als Tischlein-deck-dich. Groß genug sind die gängigen Modelle ja. Vielleicht gibt es das Körblein auch in einer Sushi-Version…

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  3. Pfeffermatz sagt:

    Mein erster Gedanke, als die schriebst, das Körbchen könnte jede Form haben, war auch “app“.

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In den Wald hineinrufen

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