Schießstand für Odysseus

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Kaum jemand wird heutzutage noch zwölf Streitäxte herumstehen haben, und extra für eine so spezielle Kunstschschießübung lohnt sich die Anschaffung wohl auch nicht. Stattdessen kann man den Meisterschuss hier an einer Strecke von sechs Stahlpollern mit je zwei Durchgangspunkten üben:

schießstand_odysseus_kontext

Ich bin mir nicht sicher, ob ich fasziniert bin von der Präzision, mit der diese Poller hier gesetzt wurden – millimetergenaue Präzision ist bei einer solchen Begrenzung eigentlich nicht von allzugroßer Bedeutung, man will ja nur verhindern, dass jemand mit dem Auto irgendwo hinfährt, wo er nicht soll – oder ob ich enttäuscht bin, weil ein Pfeil, der da durch soll, ja doch ein bisschen korkenziehern muss.

Und bevor jemand voreilig Loblieder auf deutsches Handwerk, deutsche Gründlichkeit usw. anstimmt, auf der Baustelle hatten, soweit ich mich erinnere, vor allem Südosteuropäer gearbeitet.

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13 Kommentare on “Schießstand für Odysseus”

  1. Pfeffermatz sagt:

    Wir haben so Poller auf dem Platz vor meinem Büro, und die, die automatisch hoch und runter gehen (wenn ein Auto durch will), werden andauernd ausgegraben und ersetzt oder repariert. Und dafür muss jedesmal der Pflaster aufgemacht werden.

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  2. gnaddrig sagt:

    Stelle ich mir witzig vor, solche mobilen Poller. Hohes Epic-Fail-Foto-Potenzial…

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  3. aurorula a. sagt:

    Dafür könnten wenigstens die Löcher bei solchen Pollern noch einen Sinn bekommen – für die Computersteuerung. Das wäre zwar unnötig kompliziert, aber wenn unter dem Boden im Steuer-Klump eine Lichtschranke eingebaut ist, die durch den Poller kein Signal senden kann, durch das Loch aber schon – dann weiß der Computer beim Weg-Freimachen daß der Poller ganz versenkt ist sobald die Lichtschranke das Loch „sieht“.
    Geht auch viel einfacher, muß nicht bei jedem Poller an der gleichen Stelle sein, und die Poller oben sind auch garnicht versenkbar – aber wenigstens könnten die Löcher noch für irgendwas gut sein. 🙂

    Ich vermute, da sollte eine Aufhängung für etwas anderes befestigt werden (Sperrkette o.ä.?), die dann dem Budget oder dem „eigentlich brauchen wirs doch nicht“ zum Opfer gefallen ist. Warum man dann erst mühsam die Poller ausrichtet und dann nichts damit tut kann bestimmt der Bürgermeister von Schilda sagen…

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  4. gnaddrig sagt:

    Vermutlich sind das Standardpoller, die man mit oder ohne Versenktechnik verbauen kann. Die Löcher werden tatsächlich zur Befestigung von Ketten o.ä. vorgesehen sein. Oder sie sind zur besseren Handhabung da – Stahlstange durch, die dann an den Kran gehängt, lässt sich das einfacher setzen als wenn da drei Mann von Hand ranmüssen und das Ding heben. Was weiß ich. Extra gebohrt hat man die sicher nicht. Und dass sie so schön ausgerichtet sind, finde ich angenehm – einfach wild kreuz und quer gestellte Poller würden mir ziemlich auf die Nerven gehen 😉

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  5. aurorula a. sagt:

    Kommt drauf an, wie alt sie sind, die Kreuz- und Querpoller. Wenn sie ein paar hundert (oder vielleicht sogar tausend) Jahre auf dem Buckel haben, aus Stein und Teil eines aufregenden Gebäudes das gerade von Archäologen ausgebuddelt wurde, dann gibt es sogar Leute die Eintritt zahlen um sich von den Pollern nerven lassen zu dürfen 🙂

    Schade um die in Syrien 😦

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  6. gnaddrig sagt:

    So richtig alt sind die hier nicht. Hast recht, schade um die Zerstörung in Syrien und anderswo zwischen Casablanca und Karatschi. Die letzten 15 Jahre waren keine gute Zeit für Baudenkmäler…

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  7. Achim sagt:

    Stelle ich mir witzig vor, solche mobilen Poller. Hohes Epic-Fail-Foto-Potenzial

    Kuckstu Youtube, gibt es bestimmt eine Menge Überwachungsvideos dieser Art, z.B.: https://www.youtube.com/watch?v=Guz3ggtz_X0. Da ist Schadenfreude erlaubt, oder?

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  8. gnaddrig sagt:

    Genau an solche Sachen hatte ich da gedacht, Achim. Die sind aber auch dämlich, die Leute.

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  9. aurorula a. sagt:

    Schaut eher nach schlimmen Unfällen aus teilweise. Mit jemandem der schaut und die Poller von Hand hochfährt wäre das nicht passiert (und wenns der Busfahrer ist, der eine Fernbedienung hat)
    Kann ja auch keiner bremsen so plötzlich – eigentlich sind die automatischen Poller ein Unfall der drauf wartet passieren zu können. Schließlich muß man damit rechnen daß sich vielleicht jemand mal hinter dem Bus her da reinverirrt, oder nicht?
    Zumindest genausogut mit Warnlichtern rauf hinweisen wie bei einem Bahnübergang sollte die Sadt sie eigentlich schon…

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  10. gnaddrig sagt:

    Ich kenne die Stellen natürlich nicht, aber ich vermute, dass die Stellen angemessen beschildert sind. Und schon daraus, dass die versuchen, noch schnell hinter dem Bus durchzuwitschen lässt vermuten, dass die Leute schon wissen, dass sie da nicht durchdürfen und dass die Poller wieder hochfahren. Dass die Leute dann sehr unsanft gebremst werden stimmt natürlich, aber das würde ich wirklich unter „selbst schuld“ verbuchen.

    Fragt sich, warum da keine Schranke verbaut wurde.

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  11. aurorula a. sagt:

    Ps: in Salzburg scheint die Stadt ein Hobby draus gemacht zu haben:

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  12. Achim sagt:

    Also in „meinen“ Beispielen sieht es zumindest bei dem ersten Fall nach klarer Blödheit aus. Das Fahrzeug steht vor dem Poller, setzt zurück und versucht dann, hinter dem Bus noch hineinzuschlüpfen. Wenn das funktionieren würde, könnte man sich die Poller sparen.

    Irgendwo in Frankreich, ich glaube Avignon, gibt es auf diese Weise abgesperrte Busspuren. Da ist dann mit einer roten Ampel kombiniert: Der Transponder am Bus schaltet erst die Ampel grün und versenkt danach den Poller. Wer auf den sich hebenden Poller fährt, hat vorher die rote Ampel missachtet…

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  13. aurorula a. sagt:

    Preisfrage: wie kommt – falls das funktioniert hätte – das Auto dann eigentlich wieder raus aus der Busspur?

    Derweil die Salzburger 2010 viel Freude an ihren Pollern hatten… (ca.25 Unfälle in drei Wochen)
    Da muß ich gnaddrig rechgeben: eine Schranke wäre besser.

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