Dosiermaschine

Manche Leute essen zum Frühstück Cornflakes, ich auch gelegentlich. Es ist aber gar nicht so einfach, da alles richtig hinzukriegen.

Wenn man nämlich Cornflakes in eine Schüssel tut und Milch drübergießt, sehe ich da zwei Probleme: Erstens ist es schwierig, das richtige Verhältnis von Cornflakes und Milch zu finden – entweder bleibt am Ende wahnsinnig viel Milch übrig, mit der man dann nur bedingt was anfangen kann oder mag, oder die Cornflakes bleiben fast völlig trocken. Zweitens sind die ersten paar Löffel Cornflakes, die man isst, noch schön knusprig, die letzten Löffel der Portion dann völlig durchgeweicht und matschig. Nicht jeder mag es, wenn die Cornflakes so durchweicht sind (da musste ich an Meg Ryan in Harry und Sally denken, wie sie über ihre ideale Hochzeitstorte spricht, wo die Soße extra gereicht wird, weil nicht jeder es mag, wenn die Soße den Kuchen durchweicht oder so ähnlich, habe jetzt keine Lust, die Stelle zu suchen).

Zum Glück naht Abhilfe aus meiner Erfinderwerkstatt: Die geniale Cornflakes-Dosiermaschine würde beide Probleme lösen.

Das wäre ein formschön gestalteter Kasten mit einem Cornflakesbehälter und einem Milchtank. (Denkbar wäre auch ein Modell, das verschiedene Zerealien vorhält oder auch die auf Zerealienpackungen immer wieder vorgeschlagenen Alternativen zur Milch: Joghurt, Fruchtsaft u.ä. Über Joghurt könnte man vielleicht noch reden, obwohl mir das nicht flüssig genug wäre. Aber isst wirklich wer freiwillig Müsli mit Fruchtsaft? Ich stelle mir das schauderhaft vor. Höchstens wäre das eine Möglichkeit, unauffällig einen Frühschoppen Rotwein an der Haushaltsöffentlichkeit vorbei in den Magen zu schmuggeln, aber wenn es um den Alkohol geht, könnte man den auch in Form von schnapsversetzter Milch oder Batida de Coco o.ä. auch haben. Hm, Müesli mit Batida, das könnte sogar auf schräge Art beinahe genießbar sein. Naja, Batida ist ja nun auch milchbasiert. Passt.)

Aber zurück zur Dosiermaschine. Man hält den Löffel unter den Dosierstutzen und bekommt einen Löffelvoll Cornflakes drauf. Anschließend wird die richtige Menge Milch fein drübergesprüht. Im Ergebnis sind die Cornflakes gleichmäßig benetzt, aber noch knusprig. Die Milchmenge lässt sich natürlich nach Belieben einstellen, von trocken bis dass der Löffel überläuft. Auch die Temperatur ließe sich einstellen, von Gefrier- bis Siedepunkt.

Man würde mit der Maschine jede Menge Arbeit sparen. Das Ding wäre natürlich selbstreinigend, da müsste man nur einmal alle paar Wochen Reinigungsmittel in den entsprechenden Tank geben und das Abwasser weggießen. Man würde Geschirr sparen – eine Schüssel pro Mahlzeit und Person. Außerdem würde man sich den Aufwand des Tischdeckens weitgehend sparen – die Maschine könnte einen Besteckkorb haben, wo dann Löffel drinstehen. (Oder es wäre ein 3D-Drucker angeschlossen und man könnte sich zum Essen schnell einen Löffel aus kompostierbarem Material ausdrucken.)

Die Dosiereinheit wäre drehbar und könnte mehrere Personen am Tisch bedienen. Per Gesichtserkennung wüsste das Gerät, wen es jeweils vor sich hat und könnte die individuellen Einstellungen abrufen und korrekt bedienen.

Wie seinerzeit der Fernseher könnte so ein Apparat die Geselligkeit im Familienkreis fördern. Essen würde zum Life-Style-Event mit hohem Unterhaltungswert. Einzige Gefahr: Man isst zu viel, weil es zu viel Spaß macht…

 

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11 Kommentare on “Dosiermaschine”

  1. vilmoskörte sagt:

    Au ja, Müesli mit Batida!

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  2. maranaZ3 sagt:

    Ja kernig, das braucht der Mensch, das ist fast so hübsch, wie die dämlichen Kaffeemaschinen mit den ach so wunderbaren Kaffeekapseln, die selbst kochenden Thermomix-dingens oder die Smoothie-makers. Ich weiß zwar nicht, wie und was man mit den technischen Highlights anfängt, aber ich finde sie dennoch blödsinnig. Oma-thinking eben.

    🙂

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  3. gnaddrig sagt:

    Also bitte, mit der Einstellung würden wir immer noch unsere Höhlenwände mit Ruß vollkritzeln, statt hochaufgelöste Digitalfotos um die Welt zu schicken. Ein kleines Bisschen mehr Fortschrittsbegeisterung sollte schon sein! You’d better start swimmin‘ or you’ll sink like a stone, for the times they are a-changin‘ und so.

    Aber stimmt, diese Kaffeekapselmaschinen brauchts nicht wirklich 😉

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  4. Karl sagt:

    Wenn die Kapseln wenigstens auch recycelten Flugzeugen wären …

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  5. gnaddrig sagt:

    Oh ja, Starfighter zu Kaffeekapseln. Und wenn die Nachfrage das Angebot übersteigt, muss man zunehmend Kampfflugzeuge einschmelzen. Hätte was, wenn alle mitmachen!

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  6. Pfeffermatz sagt:

    Ich hadere mit deiner Cornflakes-Maschine. Abgesehen davon, dass ich persönlich keine Milch trinke, auch nicht auf Cornflakes, stört mich die Tatsache, dass die Cornflakes auf den Löffel geschüttet werden. Erstens befürchte, dass ein Großteil der Flocken vom Löffel herunterfällt, aber zweitens und vor allem halte ich das Eintauchen des Löffels in die gefüllte Müslischale für einen wesentlichen Teil des morgendlichen Cornflakes-Genusses. Aber den Milchversprüher kann man ja trotzdem verwenden. Auch wenn ich den mit Kaffee füllen würde…

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  7. gnaddrig sagt:

    Hmja, das hatte ich natürlich nicht bedacht – den Löffel in die Schale zu tauchen und die richtige Menge Cornflakes herauszuheben ist natürlich ein Erlebnis, eine Serie von Sinneseindrücken, die bei meiner Maschine völlig fehlt. Dass man das vermissen kann, sehe ich ein. Gute Erfindungen gehen gar nicht so leicht…

    Aber Kaffee auf Cornflakes? Schauder!

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  8. Arnim Sommer sagt:

    Hm – in Dänemakr gibt es Trinkjoghurt…

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  9. gnaddrig sagt:

    Ja schon, aber trotzdem, falsche Konsistenz, finde ich. Anders gesagt: Ich bin in der Hinsicht ein völlig uneinsichtiger, geradezu fundamentalistischer Milchpurist 🙂

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  10. In Schweden habe ich einmal aus sprachlicher Unkenntnis Dickmilch über mein Müsli geschüttet. Einer der Fehler, die man EINmal macht. Aber Batida de Coco … ich bin Quartalsmüsli-Esser, hoffentlich kann ich mir das bis zur nächsten Müsliphase merken.

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  11. gnaddrig sagt:

    Oh ja, Essenkaufen im Ausland ist auch eine reichhaltige Quelle von, sagen wir, interessanten Begebenheiten.

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