Zauberwörter

Manchmal werden Wörter aus ihrer ursprünglichen Wortart in andere Wortarten verpflanzt und sind dann mit gleichem Aussehen und Klang parallel in mehreren Wortarten vertreten. Das kommt vor allem im Englischen häufig vor, und dort treibt es manchmal kuriose Blüten, etwa to adhocimprovisieren oder to gaslight – jemanden durch psychologische Spielchen verunsichern und verrückt machen (Definition).

Auf Deutsch geht das nicht ganz so leicht, ist aber grundsätzlich auch möglich. Zaubern etwa muss kein Verb sein, es kann auch ein Adjektiv sein – zaubern – aus Zauber, analog zu eisern, tönern, gläsern usw.

Und zaubernd, was eigentlich das Partizip Präsens von zaubern ist, könnte man sich bestimmt auch ander erklären, etwa dass das die im bayerisch-österreichischen Kulturkreis übliche Art ist, von einem imaginären Herrn Bernd Zau zu sprechen – Horst Seehofer wird zum Seehofer Horst, Bernd Zau wird zum Zau Bernd. Das wird dann von einer mangelhaften Rechtschreibprüfung fehlinterpretiert und zu zaubernd verschlimmbessert und von einem unaufmerksamen Korrekturleser übersehen, und fertig.

Zauberwörter könnte übrigens auch ein Nachname sein, abgeleitet von einem imaginären süddeutschen Flecken Zauberwört.

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In den Wald hineinrufen

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