Geprüft

spielhallentuev

Der Dachverband „Die Deutsche Automatenwirtschaft e.V.“ lässt die ihm angeschlossenen Spielhallen vom TÜV Rheinland prüfen. Die Spielhallen des Dachverbandes „Die Deutsche Automatenwirtschaft e.V.“ werden vom TÜV InterCert Saar geprüft.

Oder von beiden im Wechsel? Oder von beiden gleichzeitig – Quis custodiet ipsos custodes und so? Oder sind die beiden Organisationen identisch, hervorgegangen aus mehreren zusammengelegten TÜV-Einheiten, oder kürzlich umbenannt von der einen zur anderen Benennung? Oder man will den pfälzischen Spielhallen keine saarländischen Prüfer zumuten oder den saarländischen keine pfälzischen – man weiß ja, dass die ein heikles Verhältnis zueinander haben, Pfälzer und Saarländer. Aber egal, irgendwer prüft da jedenfalls, ganz bestimmt. Echt!

Nicht klar ist mir allerdings (kommt vor bei Außenwerbung), was diese Werbung erreichen soll. Leute in die TÜV-geprüften Spielhallen locken? Den Dachverband und die eigenen Spielhallen von der nicht TÜV-geprüften schmuddeligen Konkurrenz absetzen? Überhaupt dran erinnern, dass man noch existiert? Ich sehe jedenfalls nicht so recht, inwiefern man glaubt, dass dadurch ein Anreiz zum Betreten einer Spielhalle geweckt wird.

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5 Kommentare on “Geprüft”

  1. Nesselsetzer sagt:

    Die TÜV-Werbung ist nichts weiter als ein Trick, um einen selbstverständlichen und vom Gesetz vorgeschriebenen Vorgang werbetechnisch auszunutzen.

    Nach der deutschen Spielverordnung (ja, die gibt es tatsächlich, und sie regelt nicht nur eine garantierte Gewinnausschüttung, sondern auch angeblichen Schutz vor Spielsucht…) müssen alle aufgestellte Spielautomaten regelmäßig „alle 2 Jahre durch einen vereidigten und öffentlich bestellten Sachverständigen oder einer von der PTB dafür zugelassenen Stelle, wie derzeit z. B. dem TÜV Rheinland, überprüft werden“. Zitat aus Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Spielautomat#Gesetzliche_Regelung_in_Deutschland

    Eine ungeprüfte schmuddelige Konkurrenz dürfte es somit eher nicht geben. Dass der Betreiber des Unternehmens jedoch mit zwei verschiedenen TÜVs wirbt, mag eher daran liegen, dass der Betrieb mal vom einen oder vom anderen TÜV geprüft wird – oder Geräte betreibt, die vorher in einer anderen Region betrieben wurden.

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  2. gnaddrig sagt:

    Dass eine Prüfung gesetzlich vorgeschrieben ist und es deshalb keine ungeprüfte Konkurrenz geben dürfte, wundert mich nicht. Dass mehrere TÜV-Orgnisationen parallel mit der Prüfung beauftragt werden, ist auch nicht abwegig. Wenn in verschiedenen Gegenden von verschiedenen TÜVs geprüft wird und dort die passenden Plakate hängen, ist das auch in Ordnung.

    Witzig ist hier, dass an einer Bushaltestelle Plakate hängen, die mit verschiedenen TÜVs werben. Das wirkt konfus bis inkompetent, da weiß anscheinend die linke Hand nicht, was die rechte tut, entweder beim Dachverband oder bei der Werbefirma, und das verdirbt ein bisschen den schönen, aufgeräumten Saubermanneindruck, den man offenbar vermitteln will. Ich vermute aber, dass sich das Publikum der Spielhallen von sowas sowieso nicht beeinflussen lässt. Wer spielt und wer nicht spielt, tut das sicher nicht aufgrund von Werbekampagnen.

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  3. Nesselsetzer sagt:

    Ah, ich war der Annahme, dass die Außenwerbung an einer Spielhalle angebracht wurde.

    Möglicherweise liegt die doppelte TÜV-Werbung einfach daran, dass die Automatenwirtschaft nie genau weiss, welcher TÜV denn nun von der PTB bestellt wird. Wenn der Wechsel – etwa nach einer Ausschreibung – jährlich stattfindet, dann bleibt ihr wohl nichts anderes übrig. Vor allem dann, wenn die Spielverordnung zu einen solchen Hinweis in Werbungen verpflichtet (eine Vermutung!)

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  4. dasmanuel sagt:

    Diese ganzen TÜVens sind alles konkurrierende Unternehmen, die teilweise ordentlich gegeneinander intrigieren. Der Rest wurde schon gesagt – per Gesetz müssen Glücksspielautomaten regelmäßig auf ordnungsgemäße Funktion geprüft werden.

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  5. gnaddrig sagt:

    Dann entwerfe ich gleich mal ein hübsches Szenario: Nächtens schleichen Mitarbeiter von TÜV Einland durch die Lande und ersetzen Plakate, auf denen mit der Prüfung durch den TÜV Anderland geworben wird, durch welche mit Hinweis auf Prüfung durch den TÜV Einland. Mitarbeiter von TÜV Anderland tun genau dasselbe.

    Oder, eins drauf: Die ersetzen Plakate, in denen auf ihren eigenen TÜV verwiesen wird, durch andere, um dann, wenn bei den Prüfungen was schiefläuft (das erreicht man durch eingeschleuste Trojaner-Mitarbeiter), laut darauf hinzuweisen und die düpierten Kunden dann selbst zu übernehmen. Oder so, die Welt ist ein Schlangennest…

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