Wahrnehmungslücke

Regionalbahn, noch ungefähr zehn Minuten bis zur Abfahrt. Eine Frau mit Koffer steigt am einen Ende ein, läuft energisch durch den Zug. Sie bleibt in der Mitte stehen, dreht sich einmal um sich selbst und sagt laut zu sich selbst: Gibt’s hier keine zweite Klasse! Dann stürmt sie wieder zurück, steigt aus und versucht es im anderen Zugteil.

Die Pointe: An dem Ende, wo sie ein- und dann wieder aussteigt, ist das einzige Erste-Klasse-Abteil im Zug, der Rest ist 2. Klasse.


10 Kommentare on “Wahrnehmungslücke”

  1. Aristobulus sagt:

    Die Frau hatte ja eine äußerst drittklassige Einschätzung der Lage 🙂

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  2. gnaddrig sagt:

    Stimmt. Hastbedingte selektive Blindheit war das. Völlig unnötig, weil ja noch jede MEnge Zeit war. Mit etwas Gelassenheit hätte sie’s vielleicht schneller gemerkt und sich den ganzen Stress erspart.

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  3. Achim sagt:

    Ich sag’s ja: Die 2. Klasse ist heutzutage viel zu luxuriös. Wir(tm) sind damals mit Holzbönken glücklich gewesen!

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  4. Achim sagt:

    Ich meinte natürlich Holzbänke und nicht Holzbönke.

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  5. gnaddrig sagt:

    Wenn wir überhaupt mit der Bahn fahren konnten. Wir sind ja eigentlich immer 30 Kilometer zur Schule gelaufen, barfuß durch den Wald!

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  6. Aristobulus sagt:

    Um dorten auf Holzbönken zu sitzen und alle linken und rechten Flebennüsse von Pregel, Donau, Murr und Oder zu pauken.
    Hach, man weiß die bis heut, selbst im Tiefschlaf.

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  7. cimddwc sagt:

    Barfuß? Ihr Glücklichen, manche können sich selbst das nicht leisten und müssen auf den Händen laufen!

    Was für ein Zugtyp war’s eigentlich?

    Ich erinnere mich jedenfalls noch an einen Fall, wo ich ganz am Ende eines klassischen Plastiksitz-n-Wagens saß, einer reinkam und meckerte, dass da auch kein Raucherabteil wäre (ja, so lang ist’s her). Lag halt nur daran, dass die reinen 2.-Klasse-Wagen damals an einem Ende einen Raucherbereich hatten, der eine Wagen mit 1. Klasse in der Mitte, um den es sich hier handelte, aber nicht.

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  8. Aristobulus sagt:

    … in diesen klassischen n-Waggons stank es immer ganz besonders plastikartig-abgestanden nach Rauch, sofern da geraucht wurde, nicht? Besser nach Rauch stank’s in den Raucherabteilen, denen mit den graugrünen Plüschsitzen, seltsam.

    – Hach, und wer es sich gar leisten konnte, a) in der Eisenbahn b) überhaupt zu rauchen!, manche konnten das nichtmal im Keller, oder heimlich.

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  9. gnaddrig sagt:

    @ Achim äh, cimddwc: Das war wohl die Baureihe 425 oder 426.

    @ Aristobulus: Ja, die stanken ganz elend. Und in den gepolsterten Abteilen war es irgendwie weniger schlimm. Komisch eigentlich.

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In den Wald hineinrufen

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