Abgesägt (2)

abgesaegt_2

Die Welt ist komisch oder wenigstens voll von Leuten, die komische Dinge tun. Die Folgen kann man an allen möglichen Stellen in Form von unerwarteten und merkwürdigen Dingen beobachten. Hier zum Beispiel hat jemand irgendwann mal einen einzelnen massiven Metallstab mit quadratischem Grundriss und gut 2cm knapp 3cm Seitenlänge in einen Bordstein eingesetzt (So ein Lego-Männchen ist ca. 1,5cm breit). Loch gebohrt, Stab reingestellt, zubetoniert. Wozu?

Und als das Ding dort nicht mehr benötigt wurde, war es offenbar einfacher, es abzusägen oder abzuflexen als es herauszuziehen. Ich habe übrigens noch eine stimmungsvolle Gegenlichtaufnahme von dem Ding anzubieten, bisschen was für’s Gemüt sozusagen.

Ein Verkehrsschild war es sicher nicht, die hängen normalerweise nicht an solchen massiven Metallstäben, und auch der Standort an einem extra gebauten Parkstreifen am Straßenrand spricht eher dagegen. Für eine Absperrung ist das erstens nicht der richtige Ort und man hätte auch sicher mehr als ein solches Ding erwartet. Ich habe aber die ganze Straße entlang kein zweites solches Stück gefunden.

Ist das womöglich Kunst? Sind abgesägte Metallstäbe in gebauten Oberflächen die neue Banane?


18 Kommentare on “Abgesägt (2)”

  1. aurorula a. sagt:

    Stand in der Nähe ein Gebäude? Vielleicht war das Abgesägte mal der Pfosten von einem nicht mehr existenten Tor. Gleise? Dann könnte es ein Bahnübergang (so einer von den ganz alten mit Drehkreuz) gewesen sein.

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  2. gnaddrig sagt:

    Der Bordstein grenzt einen Parkstreifen von der Straße ab, da war nie ein Hoftor o.ä. Die nächste Straßenbahnlinie ist mehrere Hundert Meter entfernt, und da gibt es sowieso keine Bahnübergänge. Kann höchstens sein, dass die Stadt das Material gebraucht gekauft hat und das Stück Metall von vorher ist. Keine Ahnung.

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  3. Es erinnert mich an einen Stolperstein nur ohne Inschrift.

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  4. Aristobulus sagt:

    a) Zwei mal zwei Zentimeter?, und b) kein gravierfähiges Weichmetall… dazu hat c) einer die Inschrift für also -> Folgerung d) ein ganz ganz hartes, aber dafür sehr sehr kleines Opfer des Holocaust vergessen.
    (Pardon, nicht bös gemeint)

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  5. Aristobulus sagt:

    Gnaddrig, welches Material ist das? Magnetisch? Und wenn Stahl, sieht man keinen Rost.

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  6. gnaddrig sagt:

    Keine Ahnung, was das ist. Rost sehe ich keinen, aber ich komme dort seit Jahren gelegentlich vorbei, und da war nie eine Stange. Entweder haben sie das Ding kürzlich über Nacht dort eingegipst und gleich abgesägt, oder es ist schon länger dort. Es sieht eher nach Letzterem aus. Ob es magnetisch ist muss ich mal testen.

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  7. Rosi sagt:

    Bordstein … Parkstreifen …. Poller =
    ehemaliger Sperrpfosten vll., der zu wildem Parken hätte Einhalt gebieten sollen (sofern es an einer solchen Stelle Sinn machen könnte, sehe ich ja nitt)? Ggf. zu viele Parkschäden verursacht … oder es hat jemand geschafft, das Ding ungünstig zu verbiegen und deswegen wurde es kurzerhand weggeflext?

    So etwas: http://www.abex-berlin.de/stadtmoebel-produkte/Poller-Absperrpfosten/feste-Poller/eckiger-Absperrpfosten.htm

    oder ein solcher:

    http://www.poller24.com/parkplatzsperren/1853/edelstahl-sperrpfosten-70×70-mm-art.-4070?c=189&sCoreId=t1tfjqsjo0amgqagapdvrpj992

    Könnte das einen Sinn ergeben?

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  8. gnaddrig sagt:

    Kann den Gedanken nachvollziehen, aber es passt nicht an die Stelle. Das ist nämlich mitten in einem Parkstreifen am Straßenrand. Einen Grund für eine Absperrung gibt es dort nicht. Ich schaue mal, ob ich ein Foto mit etwas mehr Umgebung habe.

    Naja, nicht mitten, sondern eher so 2 m nach dem Anfang des Parkstreifens. Aber jedenfalls keine Stelle für Absperrungen oder so.

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  9. Aristobulus sagt:

    Das Material wird am Deutlichsten darauf hinweisen, was da einst stak, nicht?
    Wenn es eine Aluminiumstange war, kann sie kein Schild, keine Schließvorrichtung usf. gehalten haben (zu brüchig).
    Aber wozu dann überhaupt eine Aluminiumstange (wenn!) in einem Granitstein, festzementiert?
    Und wieso nicht gerade, sondern komisch schräg?

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  10. Aristobulus sagt:

    … wir verstehen die Welt nicht.
    Wieso, nein, wieso nicht: Weil allüberall da draußen diese erratischen Objekte stecken, hängen, stehen oder sind, und keiner kann sich erklären, was die sollen, gesollt haben sollten, sollen werden, einst gesollt haben, oder peng.
    Weswegen sich die Leutz‘ schon in der allerältesten Altsteinzeit entschieden haben, einfach diese Dinge NICHT ZU SEHEN. Das war die Lösung!, aus-den-Augen-aus-dem-Sinn, und endlich konnte man sich die Welt als Gebilde voller Abwrackprämien, Nach- und Vorsitzender, Steuern, Wetterberichte, Korane, Paragrafen und Draußen-Keine-Kännchen zwar mühsam und verkniffen, aber nahezu halbvernünftig erklären.

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  11. gnaddrig sagt:

    Noch ein paar Details:
    Das Material ist nicht magnetisch. Ich habe mit dem Schraubenzieher eines Taschenmessers ohne viel Mühe einen sichtbaren Kratzer in die Oberfläche machen können: Beweisfoto vom Kratzer. Die Masse, mit der das Metall im Loch befestigt wurde, ist Zement oder Estrichbeton oder sowas.

    Hier habe ich noch zwei Fotos mit etwas Umgebung:
    Das abgesägte Metallstück mit etwas mehr Kontext
    Das abgesägte Metallstück mit etwas mehr Kontext, anderer Blickwinkel

    Ich habe sonst weder in der Straße noch anderswo in der Gegend, auch nicht an verkehrs- und parkraumtechnisch ähnlichen Stellen solche abgesägten Metallteile gefunden, nur einmal ein Loch, wo so ein Ding vielleichte gewesen sein könnte, aber das war enger als dieses hier.

    Am Bahnsteig habe ich ähnliche abgesägte Metallstangen mit quadratischem Querschnitt gefunden, wo mal Aushängekästen mit Fahrplänen o.ä. standen, aber die sind größer, rostig, magnetisch und offenbar aus Stahl:
    Anderes abgesägtes Metallteil
    Andere abgesägte Metallteile, Überblick

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  12. gnaddrig sagt:

    Merke eben, dass ich mich bei den Maßen geirrt hatte. Die Kantenlänge ist knapp 3 cm. Habe es oben schnell und unauffällig korrigiert.

    Allerdings, @ Aristobulus und @ Tanja im Norden, wäre das für einen Stolperstein immer noch eher klein…

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  13. Aristobulus sagt:

    Danke für Deine nachdrückliche Suche nach des Rätsels Lösung🙂

    – Wie sehen einfach nicht, was das gewesen sein könnte!, obwohl wir wahrscheinlich häufig draußen an sowas in Funktion vorbeigehen. Oder es sogar benutzen-. Aaaber höchstwahrscheinlich sehen wir auch das dann nicht

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  14. aurorula a. sagt:

    Jetzt allerdings verstehe ich noch weniger.
    Ziemlich offensichtlich besteht das Dings aus Alu. Alu ist (wenn keine Folie) vor allem eins: teuer. Weil es verdammt viel Energie braucht, um Alu aus dem Erz zu bekommen – mehr als bei Stahl. Wer betoniert ein teures Teil windschief in ein extra gefrästes Loch, und sägt es dann ab?

    Wohl doch die Landemarkierung fürs Raumschiff. Schade, daß die eigene Ufo-Parklücke dann meistens von Autos besetzt ist. Man kann ja schlecht ein Schild aufstellen: Ufo-Parkplatz, mit Ausweis sichtbar im Fahrzeug. Dann weiß schließlich jeder über DIE bescheid!
    (Wegen der Anspielung auf den Rolli-Parkplatz: eine Parklücke zu finden, in die ein Rollstuhlbus und die ausgefahrene Rampe passen UND in der dann noch Platz ist, um mit dem Rollstuhl auszusteigen … dort könnte man stattdessen locker zwei Ufos abstellen.)

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  15. aurorula a. sagt:

    Was mir auf dem einen Bild noch auffällt: Auf der Straße daneben ist eine Fuge im Asphalt, die mehr oder weniger beim abgesägten Rätselding endet. Vielleicht gehört die dazu?

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  16. gnaddrig sagt:

    Dass das jetzt solche Kreise ziehen würde hätte ich nicht gedacht. Aber das kann passieren, wenn man an einem Stück Faden zieht, das man irgendwo rumliegen sieht, das kann sonstwohin führen.

    Bestimmt war es ein Ufo-Parkplatz. Die Fuge im Asphalt war mir nicht aufgefallen, vielleicht schaue ich mir die nochmal genauer an…

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  17. Aristobulus sagt:

    Obacht, wenn Du dran ziehst oder rüttelst, drunter sind Gremlins mit Paserpistolen 🙂

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  18. Lakritze sagt:

    Offenbar hat das wer da hingemacht, um uns zu befremden, und hatte damit vollen Erfolg. Da ist zweitrangig, was es nun eigentlich ist. Gefällt mir ganz ausgezeichnet!

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In den Wald hineinrufen

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