Und dann war da noch… (17)

…Frau Hildegard Rosenschrot, née Weißchen, das brüdergrimmsche Pendant zu Robert Louis Stevensons Dr. Jekyll und Mrs. Hyde, verheiratet mit dem schönen Prinzen, der gleichzeitig sein eigener Bruder, ein gefürchteter Straßenräuber, war.

Als der Mann sich – wie bei Märchenprinzen üblich – einmal verkleidet und unerkannt unters Volk mischte, wurde er unterwegs von seinem verbrecherischen Alter Ego ausgeraubt. In der Folge sah er sich in der zwickmühligen Lage, über sich selbst zu Gericht sitzen zu müssen. Drei Seelen stritten, ach, in seiner Brust – als Geschädigter wollte er ein hartes Urteil, als Angeklagter ein eher mildes, als Richter war er ratlos.

Über dem inneren Zwiespalt verlor er den Verstand, verhalf sich selbst zur Flucht und tingelte fortan als freundlicher Tanzbär und undankbarer Zwerg über die Jahrmärkte des Landes, wo die vorgenannte Frau Hildegard ihm begegnete und ihn zum Gemahl begehrte. Da er aber schon verheiratet war, ging sie aus Verzweiflung in ein Kloster bei Bingen und widmete sich dem Sammeln von Kochrezepten und paramedizinischen Hausmitteln und Diätideen. Der Rest ist Geschichte.



In den Wald hineinrufen

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