Reime

Reime, die nur im Norddeutschen funktionieren und im südlichen Teil des deutschen Sprachraums meist eher Unverständnis auslösen:

Billig will ich [Billich – willich]

Buch macht klug [Buch macht kluuch]

Bremen erleben [Brehm erlehm]

Ähnlich kann man als Exilnorddeutscher Verwirrung stiften, wenn man von Hefeteich spricht oder Fluchhäfen erwähnt. Tja, ist schon nicht leicht, so in der Fremde…

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12 Kommentare on “Reime”

  1. noemix sagt:

    »Kumt Riin, kumt Senenskiin«
    (aus der inoffiziellen Sylter Hymne*)

    Reimt Regen sich auf Sonnenschein,
    kann das auf Sylt der Fall nur sein.

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  2. „Buch macht kluch“ war in den 90-ern der Slogan des Börsenvereins des deutschen Buchhandels. Ich fand den blöd, weil ich nicht wusste, dass es Niederdeutsch ist.

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  3. gnaddrig sagt:

    Mein Eindruck ist, dass die Leute, die sich sowas ausdenken, oft gar nicht wissen, dass sie da mit einer regionalen Aussprache spielen, die eben nicht überall verstanden wird. Bis zu meinem Umzug nach Süddeutschland war mir auch gar nicht bewusst, dass meine Aussprache nicht sauberes Hochdeutsch ist sondern sehr deutlich nördlich geprägt. Kommt man nicht so ohne weiteres drauf, wenn einem in der Schule ausdrücklich gesagt wird, hier (in Niedersachsen) spreche man Hochdeutsch, in den südlicheren Bundesländern hingegen Dialekt.

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  4. Was ja ohnehin ein Märchen ist. Anfang des 20. Jh. hat der Bremer Philologe Theodor Siebs sein Aussprachewörterbuch der deutschen Hochsprache erstellt, indem er an Bühnen rund um Braunschweig und Hannover die Aussprache der Schauspieler aufgezeichnet hat. Dadurch gerieten auch niederdeutsche Elemente in das Kunstprodukt Hochsprache, die wir nur nicht mehr hören. Das eigentliche Hochdeutsch kommt aus den oberdeutschen Dialekten.

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  5. gnaddrig sagt:

    Stimmt, und diese Bühnensprache spricht in Reinform auch so gut wie niemand. Richtiges, sauberes Hochdeutsch wird es wahrscheinlich nur in Schriftform geben.

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  6. Das gerollte R der Schauspieler hören wir noch in alten dt. Tonfilmen. Als man sich ans Mikrophon gewöhnt hat, verschwand es. Die Aussprache der Tagesschausprecher kommt der Papierform nah und ist heute stilbildend.

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  7. Lakritze sagt:

    In „meinem“ Dialekt (ich kann ihn leider nicht) skandierte man: Wirsing statt Pershing, und ja, das reimte sich.

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  8. Pfeffermatz sagt:

    Im Nouahn bin ich gebouahn… 😉 Nee, stimmnich.

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  9. 2xhinschauen sagt:

    Ich meine zu wissen, dass Dialektfärbungen in Aussprache und Grammatik (ich sage nur: Adenauer) bis mindestens in die 1920er als korrektes „Hoch“deutsch galten und dass die Vereinheitlichung erst mit dem Aufkommen des Rundfunks eintrat – und demzufolge zunächst nicht hochdeutsch, sondern „nachrichtendeutsch“ hieß. Noch für unsere heutigen Ohren klingen die alten Aufnahmen doch etwas künstlich, oder?

    p.s. so wie man heute den einen oder anderen Goethe-Instituts-Absolventen an seiner Perfektion erkennt.

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  10. Yadgar sagt:

    @gnaddrig, 27.01.2017, 12:42 Uhr

    Also, die ßüddeutschen können doch gar kein richtiges Hochdeutsch! Das merkt man doch ßofort, äh, sofort natürlich, wenn einen die ßüddeutsche Bäckereiverkäuferin belehrt, dass die Brötchen ßemmeln heißen und eben nicht Brötchen! ßemmeln, du Depp!

    Wenn ich Leuten, die im Begriff sind, mich kennenzulernen erzähle, dass ich in Köln geboren und aufgewachsen bin (und mein Vater war selbst Kölner) folgt öfters ungläubiges Staunen, weil ich mich überhaupt nicht wie ein typischer Kölner bzw. Rheinländer anhöre… ich klinge eigentlich nach überhaupt keiner spezifischen Region, sondern spreche wohl wirklich „Nachrichtendeutsch“!

    Allerdings verwende ich durchaus typische Ausdrücke des rheinischen Regiolekts (nicht des Kölschen! Kölsch spreche ich nur, wenn ich schlecht gelaunt bin und Leuten mal so richtig vors Schienbein treten will! Maach de Kopp zo, et stingk! etc.) wie z. B. „Portemonnaie“, „Klüngel“ oder „trödeln“, „Tröte“ mit offenem (statt geschlossenen) ö, von daher könnte man meiner Herkunft schon auf die Spur kommen…

    Hätte ich meinen jugendlichen Fernwehtraum seinerzeit wahr gemacht und wäre 1989 tatsächlich per Fahrrad nach Afghanistan ausgewandert, dann würde ich heute wahrscheinlich Herater Platt sprechen, also geradezu klassisches Hochpersisch, wie es sonst nur noch in der Hafisstadt Schiras gesprochen wird, keineswegs aber etwa in Teheran („Iruuuuun“, „Tehruuuuun“, grausig, zum schreiend Davonlaufen!)…

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  11. Achim sagt:

    Wir Nooorddeutschen sagen ja auch „Versuch macht kluch“. Und wenn man im äußersten Norden der Republik groß geworden ist, hat man einiges auf Lager, das die Zuhörer zum Hochziehen der Augenbrauen veranlasst.

    @ 2xhinschauen: Hab in meinem Germanistikstudium gelernt, dass Siebs für die als „richtig“ anerkannte Aussprache prägend war. Aber auch, dass es sich so nie ganz durchgesetzt hat.

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