Umgeschlagen

Im Eingangsbereich eines Ladengeschäfts steht ein kleines Kind, zwischen ein und zwei Jahren alt, und klopft von innen an die Glastür. Das ist übrigens eine ganz altmodische Tür, die man selbst öffnen muss, keine von diesen sensorgesteuerten Schiebetüren. Der Zwerg klopft also begeistert an die Tür und flirtet mit dem Vater, der draußen steht. Er winkt, das Kind reagiert, er reagiert zurück, eine lebhafte Interaktion mit Johlen, Klopfen, Grimassenschneiden.

Plötzlich dämmert es dem Kind, dass es ja allein drinnen ist, der Vater draußen steht und zwischen ihnen ein Ding ist, wo man nicht durchkommt. Die Stimmung schlägt um, die Gesichtszüge entgleisen, die Augen laufen über, der Vater öffnet die Tür und rettet sein Kind aus der plötzlich empfundenen Isolation. Noch etwas schluchzend aber sichtlich geborgen lässt sich der Zwerg zum Auto tragen.

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2 Kommentare on “Umgeschlagen”

  1. Achim sagt:

    Zum Steinerweichen 😉

    Neulich im Supermarkt: Vater an der Kasse, Kind steht vor der Automatiktür. Halber Schritt vor, Knicks, ausladende Geste mit beiden Armen: Tür geht auf. Halber Schritt zurück, aufrichten, Hände zusammenführen: Tür geht zu. Funktioniert! Und zwar in drei Minuten sicher zwanzigmal.

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  2. gnaddrig sagt:

    Auch schön 🙂

    Ich wiederhole mich, aber ich liebe es, kleinen Kindern beim Weltentdecken zuzusehen!

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In den Wald hineinrufen

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