Mein Parkplatz!

Klar, wenn man nun schon das Privileg genießt, einen eigenen Parkplatz direkt an der Hauptpforte zu haben, will man diesen Parkplatz auch zuverlässig nutzen können. Man will dann ganz bestimmt nicht ständig irgendwelche Leute verjagen (lassen) müssen, die meinen, auf unübersehbar per Schild für den Klinikdirektor Innere Medizin 1 reservierten Platz parken zu müssen. (Kennt man ja, wie sowas läuft: Nur ganz kurz die Oma abholen, die ist nicht mehr so gut zu Fuß, die schafft das gar nicht bis dahinten auf dem Besucherparkplatz. Geht aber auch ganz schnell! Oder auch: Waaas, reserviert? Hatte ich gar nicht gesehen, wo ist denn da das Schild?! Oder: Interessiert mich doch nen Scheißdreck!).

Und wenn das ein paarmal zu oft passiert ist, ergänzt man dann das Schild entsprechend:

Personifizierter Dienstparkplatz. Parken verboten!

Über die Formulierung könnte man nochmal nachdenken. Bei personifiziert verstehe ich eher leibhaftig als für eine konkrete Person reserviert. Ein Fehlgriff nach personalisiert kann es auch kaum sein – der Platz weist keine Anpassungen an persönlichen Geschmack oder persönliche Nutzungsgewohnheiten auf. Mir ist jedenfalls nichts aufgefallen, das diesen Parkpatz von den Parkplätzen der Klinikdirektorenkollegen nebendran unterscheidet.

Außerdem ist das Parken dort ja jetzt für alle verboten, streng genommen auch für den Klinigkdirektor Innere Medizin 1 (darum steht sonst bei Verboten so häufig was von Unbefugten, weil dann die Befugten vom Verbot auch wirklich ausgenommen sind).

Vielleicht hat dieser Direktor sich im Haus Feinde gemacht, die ihm aus Bosheit ständig Autos auf den reservierten Privatparkplatz stellen, keine Ahnung. Aber auf diese Art habe ich wenigstens mal einen leibhaftigen Parkplatz eines echten Klinikdirektors gesehen.

 

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8 Kommentare on “Mein Parkplatz!”

  1. Eventuell meint „Personifiziert“, dass der Parkplatz einen Transponder hat und illegales Parken als solches registriert. Nur wenn der Direktor mit seinem Pracht-SUV vorfährt, in dem sich der passende RFID-Chip befindet, wird man nicht gefilmt als dreister Fehlparker.

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  2. Lo sagt:

    Das kann man nicht sehen.
    Das kann man nur riechen.
    Der Herr Klinikdirektor (IM 1) höchstpersönlich hat diesen Parkplatz
    mit einer persönlichen Probe seines Morgen-Urin (MIttelstrahl) markiert.

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  3. schnecke sagt:

    Vielleicht ist das nicht ein leibhaftiger Parkplatz, sondern der Parkplatz eines Leibhaftigen.
    https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Leibhaftiger&redirect=no
    Eines Halbleibhaftigen in Weiß sozusagen.

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  4. Yadgar sagt:

    Manchmal träume ich von einer Welt, in der es keine Direktoren, keine Parkplätze, keine SUVs, keine RFIDs und erst recht kein Internet gibt…

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  5. gnaddrig sagt:

    @ Jules van der Ley: Kann man natürlich nicht ausschließen, es sah dort aber nicht so aus. Außerdem: Warum nur der eine? Da gibt es ein halbes Dutzend solcher Parkplätze für Direktoren, von denen nur dieser eine so einen Zettel trägt. Und über das Gefilmtwerden müssten Falschparker in spe ja ebenfalls per Schild aufgeklärt werden…

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  6. gnaddrig sagt:

    @ Lo: Hm, das kann dann aber nur symbolisch sein, weil niemand vor dem Falschparken an Parkplätzen schnüffelt. Und wer schnüffelt, kann die dort vorgefundenen Duftmarken sowieso nicht deuten oder zuordnen. Also hätte die unterstellte Flüssigmarkierung nur Ritualcharakter, die eigentlich wirksame Markierung wäre dann doch das Schild.

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  7. gnaddrig sagt:

    @ schnecke: Aber warum dann nur dieser eine von einer ganzen handvoll? Ist der Chef von IM1 so schrecklich? Oder ist er neu und muss der lokalen Öffentlichkeit erst zeigen, wo der Hammer hängt?

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  8. gnaddrig sagt:

    @ Yadgar: Och, mir würde es reichen, wenn jeder ohne großes Trara seinen Job so gut wie möglich macht und ansonsten die Welt in Frieden lässt. Für RFIDs gibt es durchaus sinnvolle Einsatzszenarios. Nur SUVs müsste es wirklich nicht geben, da reichen normale Angeberautos völlig aus, und wer wirklich querfeldein fahren will oder muss, soll sich eben einen echten Geländewagen kaufen, mit denen rast dann auch keiner wie besessen über öffentliche Straßen.

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