Mögliche Missgeschicke

Kleines Festival, neulich irgendwann. Es ist noch früh, derzeit spielt die zweite von insgesamt sechs Bands. In der Catering-Halle schwankt einer offensichtlich schon gut betankt an einem der Tische und wischt auf dem Smartphone herum. Das Smartphone hat er direkt vor der Nase, über dem noch fast vollen 1-Liter-Becher Bier auf dem Tisch.

Wenn solche großen Gebinde mit elektronischem Gerät zusammentreffen, bietet das reichlich Gelegenheit für Missgeschicke, vor allem wenn – wie hier – jemand mit offensichtlichen suffbedingten Einschränkungen der Motorik Bier und Handy gleichzeitig vor sich hat.

Da geht bei mir sofort das Kopfkino los: Wenn dem etwa das Smartphone aus den verschwitzten Fingern rutscht und in den noch fast vollen Biereimer fällt, ist das schöne Handy vermutlich hin – die wenigsten sind wirklich wasserdicht. Und wenn er sich bei dem Versuch, das Handy vorher noch aufzufangen, den Becher in den Schoß kippt, ist das auch nicht schön. Und wenn das Handy ins Bier fällt und er sich dann beim Rettungsversuch das Bier in den Schoß kippt, verbindet das zwei Katastrophen, die schon jede für sich den Festivalspaß für den Unglücksraben vermutlich stark mindern würden.

Trinkgefäße mit so großen Öffnungen finde ich auf Konzerten sowieso bescheuert, weil sich natürlich früher oder später irgendwelche Schlaumeier dazu hinreißen lassen, mit noch gut gefüllten Bechern in der Hand im Saal zu tanzen oder zu klatschen. Dann kriegen alle im Umkreis kostenlose Biergüsse über und der Boden verwandelt sich in kürzester Zeit in einen klebrigen Alptraum. Mal abgesehen davon, dass sich die Begeisterung für ungebetene Bierduschen bei den meisten Leuten in überschaubaren Grenzen halten dürfte, ist das für Brillenträger doppelt lästig – wie kriegt man dort in der Menge die Brille wieder klar? Rausgehen ist doof – weggegangen, Platz vergangen und so.

Da finde ich die Idee, bei solchen Veranstaltungen die Getränke in Gebinden mit wiederverschließbarer kleiner Öffnung anzubieten, viel sinnvoller und besucherfreundlicher. Da schwappt bei gleichem Verhalten immerhin viel weniger raus…


2 Kommentare on “Mögliche Missgeschicke”

  1. Yadgar sagt:

    „und der Boden verwandelt sich in kürzester Zeit in einen klebrigen Alptraum.“

    Auf *richtigen* Festivals (Wackööööööööööööön!!!) verwandelt sich der Boden natürlich in knietiefen Bierschlamm, gerne auch noch mit anderen Flüssigkeiten versetzt… was ein richtiger Metaller ist, der findet das natürlich erst recht richtig geil! Auf geht’s, Rudelsuhlen, rein in die Pampe! Und die Doublebass knüppelt dazu…

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  2. gnaddrig sagt:

    Open Air ist ganz was anderes. Wer da hingeht, muss von vornherein mit Schlammschlacht rechnen. Mir ist das aber immer zu groß, da hätte ich zu schnell den Kanal voll. Und ganz sicher würden da die drei oder vier Bands, die mich interessieren, gleichzeitig auf Bühnen am entgegengesetzten Ende des Geländes auftreten, das fände ich dann auch ärgerlich. Da gehe ich viel lieber auf Einzelkonzerte oder kleine Festivals.

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In den Wald hineinrufen

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