Solidarisches Miteinander

Warteschlange am Supermarkt. An der Tür steht ein Securitymann und lässt immer dann einen Kunden in den Laden, wenn ein anderer den Laden verlässt. Eine handvoll Leute steht Schlange, hübsch mit 2 m Abstand voneinander.

Ein älterer Herr in gut eingetragenem Straßenanzug und Hut kommt von der Seite, fragt in die Schlange: Ah, die haben da jetzt Zugangskontrolle, ja? Die Schlange so: Ja. Sieht so aus. Wie überall zurzeit. Er: Na, ich gehe mal rein, kucken. Der Securitymann hält ihn auf: Sie können jetzt hier nicht rein.

Hut: Ja, wieso denn nicht?
Sec: [Erklärung wegen Coronavirus, Ansteckung vermeiden, Abstand zur allgemeinen Sicherheit, Beschränkung der Anzahl von Kunden im Laden.]
Hut: Und wie komme ich jetzt in den Laden?
Sec: Da müssen Sie warten bis Sie dran sind. Stellen Sie sich bitte hinten an. (Weist mit der Hand auf das Ende der Schlange.)
Hut: Soviel Zeit habe ich aber nicht. (Von den fünf Leuten in der Schlange waren seit seiner Ankunft schon zwei in den Laden gelassen worden; bei dem Fortschritt wäre die Wartezeit deutlich unter zehn Minuten gewesen.)

Folgen noch ein paar Minuten „Diskussion“, die der Securitymann sehr geduldig und höflich absolviert, obwohl der Mann im Hut immer haarscharf an der Grenze zur Unverschämtheit entlangschrammt und dem Securitymann die ganze Zeit viel zu nahe kommt – ohne Maske auf weniger als eine Armlänge.

Als der Mann im Hut dann an der Reihe ist und in den Laden darf, benimmt er sich genauso – hält keinerlei Abstand, pflügt robust durch die Gänge, drängelt sich an der Kasse vor. Muss einer von den „Lieblingskunden“ dort sein.

Was geht in solchen Köpfen vor?


11 Kommentare on “Solidarisches Miteinander”

  1. Mindsplint sagt:

    Manmanman, da ist die Bezeichnung Hut wirklich absolut treffend – von Mensch kann da keine Rede sein :-/ gruselig(((

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  2. ach, ich weiß nicht, was ich dazu sagen soll. (kwatsch, natürlich weiß ich es doch, andernfalls würde ich nicht kommentieren.)
    ich selbst, vorhin, hatte in unserem sehr engen supermarkt so eine „begegnung“ mit einer kassenwächterin, die sich nicht darum schert, wie es zehn meter vor der kasse ist. da nämlich, wie im rest des supermarktes auch, KÖNNEN die leute den mindestabstand überhaupt nicht einhalten. und vor der kasse, wo es genauso eng ist, fuhr sie mich an, weil ich kurz in den nachbargang ging, um etwas aus dem regal zu nehmen. sie konnte mir freilich nicht erklären, wie ich es hätte anders machen können, aber sie konnte sehr schnell etwas von „strafe“ kwärren.
    in solchen und ähnlichen situationen erinnere ich mich an die zeit im osten: gib nie jemandem irgend eine art von macht in die hand. er wird sie immer ausnutzen. wem der sinn nicht nach machtausnutzung steht, der wird solch einen job gar nicht erst machen.
    natürlich war der securitymann aus deinem blog ganz anders. 😉

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  3. Lo sagt:

    Solche Typen wurden früher Blockwart….

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  4. Uschi sagt:

    Solche A… die meinen Regeln und Verbote seien immer nur für die anderen da gibts leider immer wieder. Leute die so tun als hätten sie von all diesen Auflagen noch nie etwas gehört. Egoisten mit Intelligenzdefizit…

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  5. ankebrehm sagt:

    Ja, es gibt Leute, die sind dumm und/oder unverschämt und/oder rücksichtlos etc.
    So what? Die gabs schon immer, die wirds immer geben.
    Ich frage mich eher, was in den Köpfen der Leute vorgeht, die sich unaufhörlich lautstark darüber wundern und aufregen können. Sollten die es etwa nötig haben, sich selbst und Anderen vor Augen zu führen, wie sehr sie doch moralisch überlegen sind?
    Schön für euch und eure Umgebung. Wenn ihr jetzt auch noch bescheiden wärt, wärs kaum auszuhalten. Obwohl doch, denn dann würde es ja kaum jemand mitbekommen.

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  6. gnaddrig sagt:

    Und? Ich ärgere mich eben über solches rücksichtslose Verhalten, auch weil es die Bemühungen aller, die sich vernünftig verhalten, konterkariert und der Verbreitung des Virus Vorschub leistet, zum Schaden der Allgemeinheit.

    Wer noch nie die Augen über einen rücksichstlosen Idioten gerollt hat werfe den ersten Stein.

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  7. Yadgar sagt:

    Also, ich bin mittlerweile vor lauter Virenangst schon derart kirre, dass ich nicht nur im örtlichen „Rewe“, sondern sogar im zu meinem Wohnklo führenden Treppenhaus jedem, der mir zu nahe zu kommen droht, zuraune „Fünf Jahre Gefängnis!“… getoppt würde das nur noch von „Keinen Schritt weiter, oder ich schieße!“

    Corona ist drauf und dran, mich endgültig zum psychopathischen Menschenhasser zu machen…

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  8. gnaddrig sagt:

    Dann hoffen wir mal, dass die mit dem Impfstoff rüberkommen, bevor Du soweit bist…

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  9. […] beim Einkaufen. Ich stelle mich am Supermarkt in die derzeit übliche Schlange vor dem Eingang. Die Dame vor mir dreht sich mit einem Seufzer um und spricht mich an: Ich hoffe ja, dass das bald […]

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  10. tinyentropy sagt:

    Es gibt eben in dieser Gesellschaft solche und solche. Es bleibt einem nur, den Kopf zu schütteln und es zu ertragen, so wie der Securitymann. Leider.

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  11. gnaddrig sagt:

    So sieht es wohl aus, leider.

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