Türenschlagen

Bei Durchzug schlagen offene Zimmertüren gelegentlich. Manchmal rummst so eine Tür dann mit lautem Krachen ins Schloss, dann ist Ruhe, während leise der Putz rieselt. Aber manchmal regen sich nur leise Lüfte und eine passend in den Strom hängende Tür klappt immer wieder gegen den Rahmen, der Schwung reicht aber nicht, dass sie einrastet. So schlägt sie dann bei jedem Lüftchen wieder, und das geht mir in seiner beständigen Unregelmäßigkeit tierisch auf die Nerven.

Die Methoden, solches Türenschlagen zu verhindern, sind mit Aufwand und Nachteilen verbunden. Man kann die Türen immer sorgfältig geschlossen halten, aber das will man nicht immer, gerade wenn es ums Lüften geht. Man kann die Türen mit Keilen fixieren, dann bewegen sie sich bei Durchzug gar nicht erst. Man kann Gummidinger auf die Kante des Türblatts stecken, dann knallt es beim Schlagen nicht. Aber die Dinger muss man in ausreichender Anzahl haben und bei Bedarf auch finden. Man muss dran denken, die Dinger einzusetzen – wenn’s knallt ist die Milch verschüttet. Man muss die Accessoires hinterher wieder einsammeln und wegräumen. Viel Aufwand und außerdem sehr unelegant.

Es gibt natürlich mechanische Türschließer mit Stangen und Federn, die man oben an Tür und Rahmen schraubt. Die sind aber teuer und hässlich und sind im Wohnbereich nicht üblich. Natürlich funktionieren sie – die Dinger verhindern unkontrollierte durchzugverursachte Bewegungen der Türen, aber oft knallen die die Türen dann selbst eher laut ins Schloss, weil man zum Türenschließen ohne Klinke einen gewissen Schwung braucht und deshalb die Dämpfung dieser Apparate ausgeschaltet wird, kurz bevor die Tür den Rahmen berührt. Die Dinger machen u.U. genau das, was man verhindern will – Türen knallen.

Alles nicht wirklich praktikabel. Und überhaupt sind die einfachsten, robustesten Lösungen nun wirklich nicht immer auch die besten Lösungen. Meine geniale Idee hier: Magnetschwebetechnik. Die habe ich hier schon mehrfach sehr erfolgreich im Haushalt eingesetzt, warum also nicht auch hier!

In den Türrahmen werden Spulen eingebaut, die ein Magnetfeld erzeugen können. In die senkrechte Kante des Türblatts an der Seite mit der Klinke wird eine Reihe Magneten oder ebenfalls ein Satz Spulen eingebaut (unsichtbar im Innern natürlich). Sensoren im Türblatt oder in den Angeln stellen Öffnungsgrad und eventuelle Bewegung (einschließlich Geschwindigkeit) der Tür fest.

Bevor die Tür bei Durchzug in den Rahmen schlägt, wird ein passendes Magnetfeld aufgebaut, das die Bewegung der Tür abfedert und das Zuschlagen verhindert. (Das hülfe auch sehr schön gegen zorniges Türenknallen bei gerissenen Geduldsfäden, falls jemand damit Probleme hat! Man könnte Türen dann nach Herzenslust zuschmeißen, und sie würden doch immer nur sanft ins Schloss klicken.)

Sicher könnte man auch mit gegenläufigen Magnetfeldern arbeiten, sodass die Tür nicht einfach am Magnetfeld abprallt, sondern „eingefangen“ wird. Dann ließe sich die Tür durch feine Steuerung dieser Magnetfelder sogar ganz sanft ins Schloss ziehen. Der dafür nötige Rechner hat sicher im Tührrahmen Platz. Man könnte das ganze natürlich sehr elegant in eine eventuell vorhandene Smart-Home-Anlage integrieren, wo man das per Smartphone sogar vom Strand in Thailand aus bedienen könnte, aber als Privatsphärefan würde ich darauf unbedingt verzichten und die Apparatur als Standalone für jede Tür einzeln ohne IoT-Anbindung betreiben.

Bei gescheiter Programmierung könnten diese Dinger dann so ziemlich alle denkbaren Durchzugs- und Lüftungsszenarien selbständig handhaben.

Für eine Bedienmöglichkeit per Handy spräche höchstens die Möglichkeit, Leuten Streiche zu spielen, etwa indem man Türen ohne erkennbaren Anlass aufspringen lässt oder verhindert, dass jemand eine Tür schließen kann. Kennt man ja – zwei einigermaßen starke Magnete kann man mit gleichen Polen nicht zusammenbringen. Insgesamt wären diese Magnettüren also eine nützliche und spaßige Einrichtung.


7 Kommentare on “Türenschlagen”

  1. cimddwc sagt:

    Die Fenster nicht vergessen! Die können bei Durchzug auch zuschlagen und ggf. kaputtgehen. Vielleicht gleich mit Windmessern kombinieren, die alles schließen, wenn’s dann doch zu heftig wird. Und Temperatursensoren. Und und und…

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  2. gnaddrig sagt:

    Natürlich, dass das für Fenster genauso gilt, ist doch klar. (Ich überspiele hier elegant die Tatsache, dass ich völlig vergessen habe, die zu erwähnen, aber das merkt sicher niemand, oder?)

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  3. Yadgar sagt:

    Was noch zwingend in die Tür eingebaut gehört: ein Sprachmodul, das nach ordnungsgemäßem Öffnen und Schließen mit sanfter Computerstimme verkündet: „Vielen Dank! Sie haben eine einfache Tür sehr glücklich gemacht!“ oder auch einfach „Wopp!“…

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  4. aurorula a. sagt:

    Wie wärs mit… Schiebetüren? Weder aufregend noch High-Tech, aber effektiv.

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  5. gnaddrig sagt:

    Hm, unter Umständen ganz brauchbar, aber viel zu prosaisch. Außerdem schwierig, eine Wohnung damit umzurüsten, wäre besser bei Neubauten geeignet. Aber Schiebetüren könnte man natürlich auch mit Motor und Automatikschnickschnack aufrüsten 😉

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  6. ich (mit balkontüren auf gegenüber liegenden seiten) habe diese dingens, die – auf den rahmen gesteckt – den knall abpolstern. aber das problem ist dermaßen verinnerlicht, dass ich selten den fehler begehe, beide seiten zu öffnen.
    angesichts des blogs fiel mir aber diese sache ein, wo ich mit überschäumendem temperament (das war in jüngeren jahren) die küchentür mit einer scheibe darin zuschlug. der effekt ist vorstellbar. erstaunlich fand ich, dass man sehen konnte, wie die scheibe sich beim herausfallen BOG. es hatte, obwohl in echtzeit, so einen zeitlupeneffekt.
    hernach setzten wir eine plexiglasscheibe ein. 😉

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  7. gnaddrig sagt:

    Jei, nicht schön. Plexiglas klingt vernünftig.

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