Sven

Schmuddelig beige gestrichene Hauswand mit weiß aufgesprühtem Text: "SVEN LEBT IM KAMPF" und dem Hammer-und-Sichel-Symbol

Falls sich jemand gewundert hat, was Sven so macht.

Und falls sich jemand fragt, wie Svens Kampf so aussieht, ich habe da eine Vermutung:

Schmuddelig hell gestrichene Hauswand. Ein sauber umrissenes flaches Rechteck ist neu weiß gestrichen, vermutlich wird damit eine aufgesprühte Parole überdeckt. Auf dem Rechteck ist in rot der folgende Text aufgesprüht: "NAZIS JAGEN!", das Ausrufungszeichen hat nicht mehr auf das weiße Rechteck gepasst.

Auch wenn das möglicherweise nicht von Sven selbst stammt, dürfte die Art Kampf doch passen. Und die Kampftechnik hat sich in den letzten Jahren sichtlich weiterentwickelt

 


4 Kommentare on “Sven”

  1. Yadgar sagt:

    Ich vermute mal: Sven ist Westdeutscher, rund 50 Jahre alt und stammt aus einer Uppermiddleclass-Familie – diese nordischen Jungennamen waren um 1970 herum schwer angesagt… auch in meiner Kindergartengruppe gab es damals einen Sven, und ich erinnere mich noch sehr gut, dass ich mit 5 Jahren selbst lieber Sven als Jörg heißen wollte… ich fand diesen Namen irgendwie verwegener und männlicher als meinen eigenen!

    Zehn Jahre später dann auf der ersten Konfirmandenunterrichtsgruppenwochenendfreizeit in Kürten-Dürscheid (Dur Kotal, Bergisch-Afghanistan), 21. bis 23. Oktober 1983: „Torsten landet in der Shitbox und Svennie kriegt den großen Cool-Koller […] mit Disco ist da natürlich nichts, so dass wir uns die kommenden 48 Stunden auf Svennies jaulenden Ghetto-Blaster verlassen müssen“ (aus „Ein Wochenende in Protohafisabad“)… „Svennie“ war mit 14 Jahren ca. 1,85 m groß (also sogar noch etwas größer als ich damals), ziemlich dominant in der Gruppe und etwas ruppig in seiner Art, da denke ich auch rückblickend an einen kühnen Wikinger…

    …und irgendwann las ich dann von Swanetien, das klingt ja so ähnlich…

    Zurück zu deinem Sven: es scheint sich um einen in Ehren ergrauenden Alt-Autonomen zu handeln, womöglich auch noch langhaarig, nicht ganz unsympathisch, auch wenn ich Nazis lieber mit juristischen Mitteln „jagen“ würde, noch sind wir ja nicht im Bürgerkrieg Rechts gegen Links (und ich hoffe, dass das auch so bleibt!)…

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  2. gnaddrig sagt:

    Sven wird so eine Art Legende/großes Vorbild/Elder Statesman in der örtlichen Antifa-Szene sein und „Sven lebt im Kampf“ könnte dann ein bewundernd-anerkennendes öffentliches Statement deutlich späterer Jahrgänge darstellen. Keine Ahnung.

    Und ja, zum Glück gibt es noch keine bürgerkriegsartigen Ereignisse. Ein paar Straßen weiter steht an einer Mauer, jemand träume jeden Tag davon, einem Nazi die Fresse einzuschlagen. Davon sollte man (außer in tatsächlichen Notwehrsituationen) Abstand nehmen. „Bekehren“ wird man so niemanden, im Gegenteil. Da sind Demos, Diskussionsabende und alle möglichen Projekte sicher sinnvoller.

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  3. Yadgar sagt:

    Wenn ich hier schildern würde, was ich mir manchmal vorstelle, mit Nazis anzustellen, käme dein Blog auf den Index der jugendgefährdenden Medien! Es gibt rechtsextreme Internetseiten, da kocht in mir regelmäßig mörderischer Hass auf diese Typen hoch… das ist ja das eigentlich Bösartige am Hass: er steckt an, und sei es „nur“ zum Hass auf die Hasser!

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  4. Yadgar sagt:

    @gnaddrig:
    ‚„Bekehren“ wird man so niemanden‘

    Die einzige Möglichkeit, die ich mir vorstellen könnte, ideologisch gefestige Neonazis (nicht die nur oberflächlich anpolitisierten Mitläufer!) zu läutern, ist leider noch Zukunftsmusik: per Biochip-Hirnimplantat für einen Monat ins virtuelle Auschwitz schicken, als Häftling, versteht sich… Schwerstarbeit 12 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche, bei Hungerrationen von 300 kcal am Tag, stundenlange Zählappelle mit Peitschenhieben und Gewehrkolbenschlägen, natürlich im tiefsten Winter bei minus 20 Grad in dünnem KZ-Drillich, über allem der faulige Gestank von brennendem Menschenfleisch, ab und zu werden sie auch selektiert, dann verätzt ihnen perfekt simuliertes Zyklon B die Lunge, sie röcheln und erbrechen Blut, hören die Todesschreie der Männer, Frauen und Kinder im Gas, werden aber in letzter Minute aus der Gaskammer rausgezogen, denn Dr. Mengele hat noch ein paar nette Experimente mit ihnen vor… und ihre Gehirne sind für die ganze Dauer der Therapie so manipuliert, dass sie das alles für die reine, entsetzliche Wirklichkeit halten!

    Diese Typen lernen nur auf die GANZ HARTE Tour!

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