Versalzen

Früher hat man ja gegen Eis auf dem Gehweg gern Salz gestreut. Das ist zwar nur so mittelwirksam und hat viele schädliche Nebenwirkungen, aber egal. Es war einfach und billig, und man konnte mit überschaubarem Aufwand der Pflicht nachkommen.

Mittlerweile ist Salzstreuen auf Gehwegen in Deutschland fast überall ausdrücklich verboten. Anwohner müssen die Bürgersteige anderweitig schnee- und eisfrei machen. Erstaunlich viele Läden verkaufen trotzdem Streusalz (und man könnte es ansonsten sowieso im Internet bestellen), und erstaunlich viele Leute benutzen das Zeug denn auch eifrig.

Hier im Oberrheingraben ist es nie besonders kalt. Die letzte geschlossene Schneedecke, an die ich mich erinnere, ist schon ein paar Jahre her und hat auch nur ein oder zwei Tage gehalten. Richtige Winter wie man sie aus dem Harz oder dem Schwarzwald kennt, gibt es hier schon länger nicht mehr, und auch die kürzeren Schnee-Episoden werden seltener.

Aber manchmal wird es sogar hier vorübergehnd ein wenig frostig. Und kaum hat das Thermometer ein paar Nächte hinterheinander unter Null geschafft und sagt der Wetterbericht für den kommenden Tag ein oder zwei Zentimeter Schnee an, kramen sie alle die Salzsäcke aus den Kellern und streuen vorsorglich, bis es aussieht, als hätte es schon geschneit. Was ist eigentlich, wenn auf dem vielen Salz wer ausrutscht?

P.S.: Schnee shippen ist hier kaum je ein Thema…


5 Kommentare on “Versalzen”

  1. Pfeffermatz sagt:

    Ich habe noch kiloweise Streusalz im Keller, obwohl es hier in Aachen Süd nicht viel schneit. Ein Eimer ist von den Vorbesitzern und haben wir also vor 15 Jahren „mitgekauft“, den weiteren Sack davon hat meine Frau (in Unkenntnis des bestehenden Eimer) beim ersten Schneefall gekauft. Irgendwann verbrenne ich den ganzen Haufen Salz.

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  2. gnaddrig sagt:

    Hm, kann man aus Salzstaub und Luft eigentlich ein explosives Gemisch herstellen? Stell Dir vor, das ist nicht einfach Kochsalz, sondern enthält irgendwas, das mit interessanten Farben abbrennt, Lithium-, Kupfer- oder Arsensalze etwa. Dann würde das mit einem entsprechend gefärbten Flammenball verpuffen. Zumal ja zu Silvester wenig Feuerwerk war…

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  3. Achim sagt:

    Mir geht’s wie Pfeffermatz, die Streusalzvorräte habe ich vor einigen Jahren mit dem ganzen Haus gekauft. Inzwischen geht die Schwiegermutter bei Wetter wie dieser vorsichtigen Antäuschung von Winter, die wir in Berlin gerade erleben, eh nicht mehr vor die Tür, also setze ich das Salz auch nicht mehr ein (gestehe, dass ich die 20 Meter von der Haustür zum Gartentor in vergangenen Jahren so gelegentlich eisfrei gehalten habe). Wahrscheinlich werden unsere Erben die Reste in 20 oder 30 Jahren wiederum mit dem Haus weiterverkaufen 😉

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  4. Lakritze sagt:

    Ich wußte nicht, daß Salz verboten ist (scheint mir aber sinnvoll, wenn ich so sehe, was es mit Schuhen anrichtet). Früher(TM) haben wir mit der Asche aus dem Ofen gestreut, was aber bei den Nachbarn nicht gut ankam, weil, wie sieht das aus(TM).

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  5. gnaddrig sagt:

    Auf das Salzverbot hat mich ein Zeitungsartikel vor ein paar Jahren aufmerksam gemacht. Wie lange das schon gilt, weiß ich gar nicht, früher™ war Salz ja Gang und Gäbe.

    Ich kann mir gut vorstellen, dass Streusalz auch für Hundepfoten nicht das Angenehmste ist.

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In den Wald hineinrufen

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