Kamerascheu

Neulich stehe ich abends auf einer Verkehrsinsel am Rand der Innenstadt und versuche, aus einer beleuchteten Straße ein paar Fotos zu machen. Mich hat das V gereizt, das die über der Straße hängenden Lampen bilden:

Blick von Straßenmitte aus entlang einer Straße bei Dunkelheit; die an Kabeln über der Straße aufgehängten Straßenlaternen bilden eine Art V, dessen Spitze am Horizont auf die Straße trifft.

Während ich da mit der Kamera herumprobiere, überquert in vielleicht 50 m Entfernung eine schwarze Katze die Straße, läuft mir also etwa auf Höhe der Weiche quer durch das Bild oben. Aus den Augenwinkeln sehe ich sie kurz darauf am Straßenrand an mir vorbeischleichen. Ein Fuchs wäre spannender gewesen, ein Wildschwein aufregender, aber Besuch von Katzen ist auch nett, solange die nicht lärmen (wir haben da einen sehr stimmgewaltigen und äußerungsintensiven Kater in der Nachbarschaft…).

Dann, als ich anfange, Kamera und Stativ zu verstauen, sehe ich, dass sie etwa 20 m hinter mir völlig regungslos mitten auf der (zu dieser Tageszeit hier sehr wenig befahrenen) Straße sitzt und mich beobachtet. Schönes Motiv, denke ich – völlig schwarze Katze vor ausgeblichenem, hellgrauem Asphalt im Lichtkegel einer Straßenlaterne – und schraube die Kamera wieder auf das Stativ.

Während ich noch dabei bin, die Kamera auf die Katze zu richten, gibt das Tier ein leises Miau von sich und verzieht sich an den Straßenrand in den Schatten eines geparkten Autos, beäugt mich noch ein paar Augenblicke und verschwindet dann mit einem Maunzen zwischen den Häusern.

Die wollte anscheinend nicht fotografiert werden. Vielleicht hat sie mit einem Blitzgerät unangenehme Erfahrungen gemacht.

 


6 Kommentare on “Kamerascheu”

  1. Wolf Niese sagt:

    :-), wichtig ist, dass Du dich nicht ärgerst. In Berlin-Lankwitz ist mir auch schon ein Fuchs begegnet mitten am Tag. War Beschäftigt mit Laub und Ästen auf dem Gehweg in einer Wohngegend, nicht weit weg ein Park. Da stand er drauf, der Fuchs und ein paar Meter weg icke. Gelbe Augen mit einem schwarzen Schlitz, denn die Sonne schien, war ziemlich Demse. Regungslos stand er da, der Fuchs und wir haben uns gegenseitig mit den Augen fixiert. Echt jetzt, wollte gewinnen, ob der Fuchs als erster weg kiekt oder icke. Hab verloren, war mir unheimlich, bin weg gegangen.

    Freue mich über Deine Fotos. Kieke gleich mal, was Du jetzt zu dieser Zeit zu entgegnen hast irgendwo in den Threads auf Zeitonline.

    Gefällt 2 Personen

  2. Lo sagt:

    Zickig, diese Fotomodels….

    Gefällt 1 Person

  3. gnaddrig sagt:

    In diesem Fall verständlich angesichts der Bezahlung…

    Gefällt mir

  4. Yadgar sagt:

    „wir haben da einen sehr stimmgewaltigen und äußerungsintensiven Kater in der Nachbarschaft…“

    Siamkatze? Das ist so ziemlich die Rasse mit dem lautesten Organ…

    @Wolf Niese

    Vor zwei Jahren hätte wäre es mir um ein Haar erstmals geglückt, einen freilebenden Fuchs zu fotografieren, er saß vielleicht 30 Meter entfernt auf dem Weg am Waldrand und putzte sich… leider kam gerade, als ich die Kamera zücken wollte, ein Jogger vorbei, kopfhörerbedröhnt, meine Bitte, stehen zu bleiben, damit ich den Fuchs da hinten fotografieren könnte, nahm er gar nicht wahr… und folgerichtig verkrümelte sich der Fuchs ins Gebüsch.

    Gefällt mir

  5. gnaddrig sagt:

    Keine Ahnung, der sitzt auf einem Balkon zwei oder drei Häuser weiter, habe ich nie gesehen, aber mehrmals im Jahr hat er seine Mitteilungswochen.

    Das mit dem Fuchs ist natürlich schade.

    Gefällt mir

  6. Wolf Niese sagt:

    @Yadgar

    Ja, so würde Kind, Frau und Mann es annehmen, wie Füchse sich verhalten. War deshalb auch so geflasht, auf ein Fuchs zu treffen, der überhaupt keine Anstalten macht, das Weite zu suchen. Wenn man dem Focus oder meiner Meinung nach doch besser der Süddeutschen Zeitung Glauben schenken darf, aber kein Einzelfall*.

    Mein Fazit ist, dass das Smartphone wenigstens mal mit muss, fotografieren ist für mich nicht mehr möglich leider, weil krankheitsbedingt*² die Motorik (Gnaddrig weiß Bescheid) nicht mehr oder zu langsam hinhaut.

    Wünsche Euch, dass Ihr noch viele Jahre lang schöne und interessante Fotos machen könnt.

    *
    https://www.focus.de/regional/berlin/tiere-fuechse-in-berlin-sie-sind-da-und-sie-werden-bleiben_id_3882213.html

    https://www.sueddeutsche.de/panorama/fuchs-stadt-wildtier-1.5097335


    https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2017-01/cannabis-rezept-medizin-krankenkasse-arzt-legal?cid=11223551#cid-11223551

    Gefällt 1 Person


In den Wald hineinrufen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.