Lichtverschmutzung

Waagerechte Reihe von Lichtern vor dunklem Hintergrund; ungefähr in der Mitte fehlt ein Licht, und knapp über dieser Lücke ist eine weitere Reihe vergleichsweise winziger Lichter zu sehen.

Apropos romantische Abendstimmung. An dem Stück Strand neben dem Hafen von neulich gibt es das jetzt nicht mehr richtig. Sobald es dunkel genug ist, gehen die Flutlichter an und tauchen den neu zurechtgemachten Promenadenweg in reichlich helles Licht. Der zuständige Kurdirektor behauptet zwar*: „Die speziell designten Bodenleuchten verbreiten ein gemütliches warm-weißes LED-Licht ohne zu blenden.“

Tatsächlich finde ich die Lampen aber ziemlich hell. So hell, dass man bei fortgeschrittener Dämmerung praktisch nicht mehr aufs Meer schauen kann, weil die Lampen so blenden und der angestrahlte helle Belag der Promenade auch erheblich leuchtet. Es gibt kein Stück Strand, wo man nicht mehrere dieser Dinger im Blickfeld hat.

Sogar vom Deich aus sieht man – wie oben gezeigt – meerwärts v.a. Dunkelheit und die Reihe Lichtschleudern. Wenn man genau hinsieht, entdeckt man über der Lücke in der Mitte der Lichterkette dieselbe Insel wie hier. Aber Abende wie dieser sind damit kaum noch möglich. Dafür muss man dann mindestens ein paar Hundert Meter am Deich entlang, bis die Festbeleuchtung nicht mehr blendet.

Immerhin, berichtet der Kurdirektor weiter, werden durch die Lichtflut die Tiere im Meer nicht gestört: „Da sie nur die Promenade in Richtung des Deiches beleuchten, werden Sie von den im Wattenmeer lebenden Tieren nicht als störend empfunden.“ Das will ich ihm gern glauben, und es ist natürlich grundsätzlich begrüßenswert, aber ich fände es auch ganz schön, wenn Passanten ebenfalls nicht gestört würden.

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*: Hier wird die Promenadenbeleuchtung vorgestellt; da habe ich auch die Zitate vom Kurdirektor her.


5 Kommentare on “Lichtverschmutzung”

  1. Mindsplint sagt:

    Nicht schön….

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  2. gnaddrig sagt:

    Ganz meine Meinung.

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  3. über lichtverschmutzung wird viel zu selten gesprochen. ich könnte regelmäßig in mein balkongeländer beißen, wenn ich höre/lese, dass manche himmelserscheinungen „leicht mit bloßem auge“ zu sehen wären. und dann geht zwar (22.15h) jede zweite straßenlaterne aus, aber das licht am wohnhaus gegenüber brennt permanent und das am hinterausgang der shisha-bar springt sofort wieder an, sobald es mal kurz aus war.

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  4. gnaddrig sagt:

    Stimmt. Wie wenig Sternenhimmel man in der Stadt sieht, fällt erst auf, wenn man mal ein bisschen abseits ist und dann nachts nach oben schaut.

    Und bewegungsmeldergesteuerte Außenbeleuchtungen sind die Pest, spätestens wenn ständig Ratten im Hof rumlaufen oder windempfindliches Gepflänz in Blickweite des Sensors steht.

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  5. Achim sagt:

    Nach ein bisschen Recherche kann ich beisteuern:
    a) LED-Licht ist stärker gerichtet und streut weniger als Licht aus anderen Quellen, was mindestens die subjektive Blendung erhöht.
    b) Die Poller sind doof, weil sie waagerecht abstrahlen. Schlauer wären klassische Pfostenlampen (nicht zu hoch) gewesen mit sauber nach unten definiertem Lichtkegel, ggf. zur Wasserseite zusätzlich abgeschirmt.

    Es gibt erstaunlich wenig dazu im Netz, hauptsächlich im Automobilbereich. Ansonsten: paten-der-nacht.de

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In den Wald hineinrufen

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