Kabelsalat

Elektrogeräte in der Küche – nicht jeder hat genügend Arbeitsfläche, dass Toaster, Waffeleisen, Entsafter/Püriermaschine, Gemüseraspel, Kaffeemühle usw. dauerhaft offen dort stehen können und trotzdem noch Platz für Küchenarbeiten ist (wer will schon das Gemüse auf einem Schneidbrett bearbeiten, das man auf einem Hocker sitzend auf den Knien balanciert, weil die Arbeitsfläche mit Geräten vollgestellt ist).

Die Geräte brauchen also meistens einen Platz im Schrank, wo man sie hinräumt, wenn sie gerade nicht benutzt werden. Mit dem Gerät muss dort (Stand heute) immer auch das Kabel untergebracht werden, weil das in den allermeisten Fällen fest verbaut ist und fast nie, wie beim Staubsauger üblich, auf einer federgespannten Trommel im Gerät selbst untergebracht werden kann.

Bei den wenigsten Geräten gibt es die Möglichkeit, das Kabel halbwegs zuverlässig aufzuwickeln oder sonst so zu versorgen, dass es sich nicht wild im Schrank herumschlängelt, ständig im Weg ist und sich mit anderen Kabeln oder Geräten verheddert, sodass man schlimmstenfalls ein Knäuel Elektroschrott aus dem Schrank zieht, wenn man eigentlich nur schnell den Toaster braucht.

(Kabelbinder mit Klettverschluss oder irgendwelche Dinger, auf die man solche Kabel aufwickeln kann, sind zu umständlich, die benutzt vermutlich niemand regelmäßig. Überhaupt gehen die auch ständig kaputt oder verloren, oder das mustergültig aufgewickelte und verkabelbinderte Kabel verhakt sich trotzdem mit dem ebenso mustergültig versorgten Kabel des Nachbargeräts oder bleibt an irgendeiner Ecke eines anderen Geräts hängen, sodass man u.U. wieder einen Wust Elektroschrott aus dem Schrank zieht. Vielleicht einen kleineren Wust als bei Geräten mit lose in den Schrank gestopften Kabeln, aber trotzdem zuviel.)

Wie schön wäre es, wenn solche Küchengeräte kein fest eingebautes Kabel hätten, sondern eine standardisierte Buchse, in die man dann ein passendes Kabel stecken kann. Geht ja bei Ghettoblastern und Elektrorasierern auch schon seit Jahrzehnten, und Standards gibt es reichlich für jeden denkbaren Einsatzzweck, da müsste man nur zugreifen.

Wenn alle nicht fest eingebauten Küchengeräte durchweg mit solchen Buchsen ausgestattet wären, könnte man nämlich eine richtig tolle Sache machen: Man müsste nicht mehr ein Kabel pro Gerät bereithalten, sondern könnte Steckerleisten mit integrierten Kabeln auf Rollen in der Küche installieren. Bei Bedarf stellt man das gewünschte Gerät auf die Arbeitsplatte, greift sich einen dieser Stecker, zieht genug Kabel aus der Wand und steckt es am Gerät ein. Dann tut man mit dem Gerät, was man damit eben so tut, und wenn man fertig ist, zieht man das Kabel aus dem Gerät und lässt es per Knopfdruck wieder auf der Rolle in der Steckerleiste verschwinden. Ungefähr so, wie das bei Staubsaugern schon üblich ist, nur dass hier das Kabel schlanker und der Knopf zum Kabeleinziehen kleiner wäre.

Man könnte diese Steckerleisten so bauen, dass die Kabel komplett spannungsfrei sind, wenn sie nicht in ein Gerät gestöpselt sind, d.h. sogar wenn man versehentlich Wasser über die Steckerleiste gießt, passiert nichts. Wenn ein Kabel oder ein Stecker wackelig werden oder kaputtgehen, kann man sie durch Standardteile ersetzen, die jeder Baumarkt oder Elektrogerätehändler hätte.

So ganz habe ich das noch nicht zuendegedacht, aber ich glaube, das könnte ganz nützlich sein.


6 Kommentare on “Kabelsalat”

  1. Yadgar sagt:

    „Toaster, Waffeleisen, Entsafter/Püriermaschine, Gemüseraspel, Kaffeemühle“

    Also, ich bin arm oder besser gesagt computerzentriert (wenn ich mal 50 Euro übrig habe und die Wahl zwischen einer externen Festplatte und irgendwelchem Küchenfirlefanz, fällt die Wahl natürlich auf die externe Festplatte) genug, um nichts davon zu besitzen und folglich auch keinen Kabelsalat in der Küchenzeile habe, dafür um so mehr in meiner Computerecke (nerv!)… abgesehen davon bevorzuge ich sowieso Kabulsalat!

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  2. Mindsplint sagt:

    Eine wirklich tolle Idee, denn mich nerven die Kabel auch ständig. Entweder sind sie zu kurz oder im Weg! 🙂
    Aber ob ich mir alle E-Geräte neu kaufen würde, nur um dem Stress zu entgehen, glaube ich weniger. Und bis ich dann alles auf Stand habe, ist wahrscheinlich schon ein Gerät auf dem Markt, was ALLES in EINEM kann. 🙂

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  3. gnaddrig sagt:

    @ Yadgar: Klar, für die Computerecke wäre sowas auch sehr nützlich. Oder gleich drahtlose Energieübertragung. Geht beim Handyladen ja auch. Darauf einen Kabulsalat!

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  4. gnaddrig sagt:

    Klar, der Übergang ist ein Problem. Taugliche Geräte wegschmeißen, weil sie nicht an die neuen Kabel passen ist Ressourcenverschwendung. Zwei Systeme parallel zu betreiben ist umständlich, obwohl man u.U. eine klassische Steckdose als Zubehör anbieten könnte, die man an die neue Steckerleiste dranstöpseln würde. Udn wenn alle alten Geräte dann den Weg des Vergänglichen gegangen sind, kommt man ohne dieses Accessoire aus.

    Aber eine Küchenmaschine, die alles kann, hätte was. Erste Ansätze in die Richtung hatte ich hier vor einer Weile mal vorgestellt: Die Marmeladenbrotmaschine. Unter dem Beitrag sind noch ein paar ähnliche verlinkt. Vielleicht ließen sich ein paar davon kombinieren…

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  5. ranthoron sagt:

    Unser Waffeleisen hat noch einen Heißgerätestecker…
    (Sieht fast aus wie ein Kaltgerätestecker, allerdings etwas eckiger. Ein Heißgerätestecker paßt in eine Kaltgerätebuchse, aber nicht umgekehrt…)

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  6. gnaddrig sagt:

    Manches war früher vielleicht doch besser? Meine Großmutter hatte ein Bügeleisen mit einer wohl ganz alten Version eines Heißgerätesteckers. Sah aus wie das von Rasierapparaten übliche Format, war aber etwas mehr als doppelt so groß. Hier sieht man so ein Ding.

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