Seenot

Jetzt sind wieder mehrere Hundert Flüchtlinge im Mittelmeer ertrunken. Das Verhalten der zuständigen Stellen lässt fast den Verdacht aufkommen, dass das billigend in Kauf genommen wird. Mit einigem Bedauern vielleicht, aber man scheint sich – ungeachtet der routiniert geäußerten Betroffenheitsadressen aus der Politik – nicht weiter daran zu stören. Und sogar wenn einzelne Verantwortliche tatsächlich Schlaf darüber verlieren sollten, reicht es bislang offenbar nicht, etwas an der Situation zu ändern.

Dabei muss man ja nicht gleich die Welt retten, Syrien und Libyen flicken oder auch nur dafür sorgen, dass Entwicklungshilfe in vernünftige Maßnahmen gesteckt wird und dann auch dort ankommt, wo sie hingehört. Man könnte ja ein paar Nummern kleiner anfangen. Auf Zeit Online schlägt Karsten Polke-Majewski sechs Maßnahmen vor, mit denen man erstens einen großen Teil der Schiffsunglücke verhindern bzw. die in Seenot geratenen Flüchtlinge retten und zweitens immerhin einen kleinen Impuls zur Verbesserung der Lage in Syrien und Libyen leisten könnte.

Man könnte Den Rest des Beitrags lesen »


Wirtschaftsflüchtlinge

Dass Bürgerkriegsflüchtlinge gute und dringliche Gründe für ihre Flucht haben, leuchtet jedem ein. Vor allem für Leute wie sie ist das Asylrecht geschaffen worden, was noch lange nicht heißt, dass sie in Europa willkommen sind (die herzlose Behandlung von Asylbewerbern durch die Behörden und das Schmierentheater mit Drohungen und regelmäßigen Gewalteinlagen, das ausländerfeindliche Kreise ständig im Umfeld von Asylbewerberunterkünften veranstalten, sprechen da eine deutliche Sprache).

Dass politisch Verfolgte in ihren Heimatländern unter Umständen gefoltert und ermordet werden, wird im Prinzip auch als Grund für eine Flucht akzeptiert. Ob die Leute dann hier Asyl kriegen oder besser zuhause den Kopf einziehen und eben keine kontroversen Positionen vertreten sollen, wird diskutiert, aber man sieht immerhin deren Problem. Ähnliches gilt für Leute, die wegen ihrer Hautfarbe, Volkszugehörigkeit oder Religion verfolgt werden. Bei Verfolgung wegen der sexuellen Orientierung gehen die Meinungen schon weiter auseinander, aber das ist sowieso ein Randphänomen, rein zahlenmäßig.

Wirtschaftsflüchtlinge werden dagegen gar nicht erst als legitime Flüchtlinge anerkannt. Das sind Leute, die Den Rest des Beitrags lesen »


Riesig nicht…

Ich liebe schwarzen Tee. Kaffee ist zwar auch ganz nett, aber morgens sollte es schon Tee sein. Schwarzer Tee mit Milch und braunem Kandis. Mein Tag fängt erst mit einer Tasse Tee richtig an.

Angefangen hat das vor ungefähr 30 Jahren. Damals haben srilankische Bürgerkriegsflüchtlinge bei uns im Haus gewohnt und in unserer bis dahin Filterkaffee und Kräutertee trinkenden Familie den schwarzen Tee eingeführt. Das war immer Ceylon-Tee mit Milch und (zuviel) Zucker. Die Gewohnheit, den Tee mit Milch zu trinken, habe ich beibehalten. Ohne Milch finde ich schwarzen Tee witzlos. Statt normalem Zucker nehme ich ein kleines Stück Kandis. Dann ist nur der letzte Schluck süß, und das gefällt mir.

Wo immer ich kann, nehme ich losen Tee, der schmeckt fast immer besser als Teebeutel. (Wer weiß schon, was da für fein vermahlener Dreck drinsteckt, man sieht das ja nicht. Und selbst wenn tatsächlich guter Tee abgefüllt wird, Aufguss aus Teestaub ist anders als aus Teeblättern.) Aromatisierter Tee kommt mir nicht in die Tasse. Wenn ich Bonbonwasser will, Den Rest des Beitrags lesen »